Der Waldgarten als Vorbild für schattige Oasen
Im Frühling ist die Sehnsucht nach Sonne groß, doch mit steigenden Temperaturen gewinnen schattige Gartenbereiche an Bedeutung. Ein Beispiel für die Gestaltung solcher Zonen bietet der Waldgarten von Peter Janke, Staudengärtner und Gartenplaner in Hilden. Sein weitläufiges Gartenreich, beschirmt von Eichen und Buchen, integriert verschiedene Lebensbereiche, wobei dem Schatten eine zentrale Rolle zukommt.
Der Waldgarten zeichnet sich durch eine Vielfalt an Grüntönen aus. Exotisch anmutende Riesenblätter wechseln sich mit filigranen Gräsern und Farnwedeln ab. Dunkelgrüne Blätter des Aronstabs, durchzogen von weißen Adern, reflektieren das Sonnenlicht, während blaugraue Funkien einen Eindruck von Kühle vermitteln.
Formale und naturnahe Gestaltung
Schattenpflanzungen aus Stauden und Gehölzen verschmelzen auf grandiose Weise formale und naturnahe Gestaltungsaspekte. Sie wirken gleichzeitig geordnet und aufgeräumt und schwelgerisch. Das finde ich fantastisch.
So beschreibt Peter Janke die Wirkung dieser Bereiche. Er betont, dass Schattenbeete auch für Anfänger geeignet sind, da die Pflanzen sich gut kombinieren lassen. Janke prognostiziert, dass die Wertschätzung für schattige Bereiche durch den Klimawandel zunehmen wird. Die Nachfrage nach Planungen für schattige Bereiche, von Gärten bis zu Hinterhöfen, übersteigt seiner Aussage nach bereits die für Sonnenplätze.
Anpassung an Trockenheit
Die Planung von Gärten hat sich laut Janke verändert. Früher wurden Bodenverhältnisse oft ignoriert und automatische Bewässerungssysteme installiert, wo der Boden zu trocken war. Diesen Ansatz hält er für unökologisch, teuer und störanfällig. Stattdessen plädiert er dafür, aus dem breiten Sortiment der Staudengärtnereien zu schöpfen, die Tausende von Pflanzenarten für jede Gartensituation bereithalten.
Sein Schaugarten dient Peter Janke als Beobachtungs- und Experimentierfeld. Selbst in Bereichen, die natürlicherweise sumpfig waren, haben sich die Bedingungen in den letzten Jahren stark verändert. Eine Quelle im Bruchwald schwächelt zunehmend und fiel 2018/19 vollständig aus. Als Reaktion auf diese Entwicklungen passen Staudengärtnereien ihr Sortiment an und bieten vermehrt hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzenarten an. Für Inspirationen empfiehlt Janke den Besuch lokaler Staudengärtnereien, die Fachwissen und zukunftsfähige Pflanzen bereithalten.
Gestaltungstipps für Schattenbereiche
Peter Janke gibt folgende Empfehlungen für die Gestaltung von Schattenbereichen:
- Gegensätze kombinieren: Breite und filigrane Blätter, matte und glänzende Blattoberflächen sowie Bodendecker und höhere Pflanzen schaffen Spannung.
- Hitze- und trockenheitsverträgliche Arten wählen: Eine Beratung in der Staudengärtnerei kann hierbei unterstützen.
- Blütenplus nutzen: Blattschmuckstauden überzeugen auch ohne Blüten, bieten aber dennoch eine Blütenpracht. Beispiele für trockenheitsverträgliche Arten sind Lilientraube (Liriope), Maiglöckchen (Convallaria), Wolfsmilch ‚Purpurea‘ (Euphorbia) und Salomonssiegel (Polygonatum).
- Mulchen: Eine zehn Zentimeter hohe Mulchschicht, die nach drei bis vier Wochen ergänzt wird, hält Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut.
- Hochwertiges Mulchmaterial verwenden: Gut abgelagerte Holzhäcksel, erkennbar an der dunklen Färbung, sind zu bevorzugen.
- Vorausschauend planen: Eine professionelle Gartenplanung kann sich langfristig auszahlen.
- Wasser als Gestaltungselement: Eine Wasserschale oder ein Sprudelstein mit geschlossenem Kreislauf kann die Aufenthaltsqualität im Schatten verbessern.
Staudengärtnereien bieten ein vielfältiges Angebot und Beratungskompetenz. Mitgliedsbetriebe des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) sind eine gute Anlaufstelle, einige verfügen auch über Schaugärten. Viele Betriebe versenden Pflanzen und betreiben informative Onlineshops, wobei die Stauden sorgfältig verpackt und vital geliefert werden.
