Pflanzenpracht bei wenig Pflege: Stauden für pflegeleichte Pflanzungen

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Pflegeleichte Stauden und Gräser können dauerhaft attraktive Beete bilden und zugleich den Arbeitsaufwand reduzieren. Entscheidend sind standortgerechte Arten, eine gute Bodenbedeckung und ausreichend Zeit zum Einwachsen. Auch Monopflanzungen können die spätere Pflege deutlich vereinfachen.

Standortgerechte Stauden und Gräser verbinden attraktive Beete mit geringem Pflegeaufwand

Üppige Beete müssen nicht zwangsläufig mit hohem Pflegeaufwand verbunden sein. Mit einer standortgerechten Pflanzenauswahl lassen sich langlebige Pflanzungen entwickeln, die nach der Anwachsphase mit vergleichsweise wenig Arbeit auskommen. Entscheidend sind robuste Stauden und Gräser, die zuverlässig austreiben, den Boden bedecken und über einen langen Zeitraum attraktiv bleiben.

Ein Beispiel für sonnige Standorte ist der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida var. sullivantii). Auf leicht feuchtem, nährstoffreichem Boden entwickelt er sich Jahr für Jahr zuverlässig. Die Sorte ‚Goldsturm‘ blüht zwischen August und Oktober und lässt sich mit Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon) kombinieren. Die Samenstände beider Pflanzen sorgen bis weit in den Winter für Struktur im Beet.

Standortwissen reduziert den Pflegeaufwand

Auch unkomplizierte Stauden benötigen unmittelbar nach der Pflanzung zunächst Aufmerksamkeit. Sind sie etabliert, treiben langlebige Arten jedoch Jahr für Jahr wieder aus. Welche Pflanzen tatsächlich wenig Pflege verlangen, hängt wesentlich von Standort, Boden und regionalem Klima ab.

Andre Stade führt die 1950 gegründete Gärtnerei „Stauden Stade“ in Borken in dritter Generation. Das Sortiment umfasst rund 2.800 Arten und Sorten. Unter der Bezeichnung „Stauden für Faule“ fasst er Stauden und Gräser zusammen, die sich im Münsterland auf durchschnittlichem Gartenboden bewährt haben.

„Ich nenne sie auch Stauden für Faule. Das klingt natürlich provokant, aber jeder weiß sofort, was gemeint ist.“

Für sonnige Standorte gehören Kleiner Frauenmantel (Alchemilla epipsila), Schönaster (Kalimeris incisa) und Kleines Pfeifengras (Molinia caerulea) zu den Kandidaten. In schattigeren Bereichen kommen Funkien (Hosta) und Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera) infrage. Diese Arten gedeihen in vielen Regionen Deutschlands, dennoch bleiben die jeweiligen örtlichen Bedingungen ausschlaggebend.

So spielt Trockenheit beispielsweise in Brandenburg eine größere Rolle als im Allgäu. Kenntnisse über regionales Klima und den konkreten Standort bilden daher die Grundlage für eine dauerhaft funktionierende Pflanzenauswahl. Bereits der Staudenzüchter und Garten-Poet Karl Foerster warb vor rund 100 Jahren dafür, den Aufwand im Garten durch eine kluge Auswahl der Pflanzen zu begrenzen.

Bodenbedeckung hält unerwünschten Aufwuchs zurück

Arten, die regelmäßig gedüngt, geteilt und wieder aufgenommen werden müssen, eignen sich weniger für pflegearme Pflanzkonzepte. Gefragt sind vielmehr Stauden, die sich dauerhaft entwickeln und auch bei geringer Aufmerksamkeit zuverlässig blühen. Gleichzeitig kommt der Blattmasse eine wichtige Funktion zu.

„Mir ist es wichtig, dass sie viel Blattmasse produzieren und damit den Boden bedecken. Dann hat Unkraut kaum eine Chance. Andere Stauden sollten sie aber nicht verdrängen.“

Gewünscht ist damit eine kräftige Entwicklung ohne unkontrollierte Ausbreitung. Hinzu kommt ein möglichst langer gestalterischer Wert. Für professionelle Pflanzkonzepte im Garten- und Landschaftsbau können solche Eigenschaften insbesondere dort interessant sein, wo dauerhafte Flächen mit überschaubarem Pflegeaufwand gefragt sind.

Zu Stades Favoriten für sonnige Standorte zählt das Brandkraut (Phlomis russeliana). Seine großen Blattrosetten bedecken den Boden, während die Blüten über Wochen für Farbe sorgen. Anschließend bleiben attraktive Samenstände über den Winter erhalten, sodass ein Rückschnitt im Herbst nicht erforderlich ist. Als unkomplizierte Partner empfiehlt Stade Prächtigen Storchschnabel (Geranium x magnificum) und Kerzen-Knöterich (Persicaria amplexicaulis).

Monopflanzungen vereinfachen die Pflege

Eine weitere Möglichkeit, den Aufwand zu begrenzen, sind größere Pflanzungen mit nur einer Art. Dadurch müssen weniger unterschiedliche Ansprüche an Standort und Pflege berücksichtigt werden.

„Dann muss man keine unterschiedlichen Bedürfnisse der Arten kennen und berücksichtigen. Das erleichtert die Pflege natürlich enorm.“

Ob eine solche Monopflanzung gestalterisch überzeugt, hängt von der gewählten Art und der jeweiligen Fläche ab. In halbschattigen bis schattigen Bereichen können beispielsweise Elfenblumen (Epimedium) einen Teppich aus wintergrünen Blättern bilden. Sie gehören zu den sogenannten „Laubschluckern“: Herbstlaub sommergrüner Bäume verschwindet zwischen den Pflanzen und verrottet dort zu Humus.

Auch Gräser können größere Flächen alleine prägen. Ein Vorgarten wurde von der Gärtnerei beispielsweise vollständig mit Japanischem Berggras (Hakonechloa macra) bepflanzt. Neben zwei Bäumen übernimmt dort ausschließlich das Gras die Bodenbedeckung.

„Wir haben mal ein Beet in einem Vorgarten komplett mit Japanischem Berggras (Hakonechloa macra) bepflanzt. Dort stehen nur zwei Bäume und eben dieses Gras, das den Boden bedeckt.“

Die bogenförmig überhängenden Halme reagieren bereits auf leichte Luftbewegungen und erzeugen dadurch ein wechselndes Erscheinungsbild. Gerade diese Bewegung macht die auf den ersten Blick reduzierte Pflanzung auffällig.

„Das Beet liegt an einer Straße, durch die oft ein leichter Wind durchzieht. Dann bewegen sich die Halme ganz leicht und fast wellenförmig wie ein Meer. Ich habe schon beobachtet, dass Passanten auf dem Gehweg stehen bleiben und ganz fasziniert hinschauen.“

Anwachsphase entscheidet über den langfristigen Erfolg

Das Japanische Berggras benötigt nach der Etablierung nur wenig Pflege. Neben dem Rückschnitt im Frühjahr ist vor allem während der ersten Jahre Geduld erforderlich.

„Nur am Anfang, so in den ersten zwei bis drei Jahren, braucht es Zeit zum Einwachsen.“

Das gilt ebenso für Elfenblumen und andere langlebige Stauden. Die anfängliche Pflege und ausreichende Entwicklungszeit bilden die Voraussetzung dafür, dass sich geschlossene und dauerhafte Bestände entwickeln können. Sind geeignete Arten am passenden Standort etabliert, lässt sich der laufende Pflegeaufwand deutlich begrenzen und zugleich eine langfristig attraktive Pflanzung erhalten.

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