Neue Varianten für Bauverkehr, Kiesgrube und Gelände
Mit neuen Varianten baut der Mercedes-Benz Arocs sein Programm weiter aus und zielt auf mehr Praxistauglichkeit, Effizienz, Sicherheit und Komfort. Bei den Arocs Performance Days zeigt der Bauspezialist sein Können im Realbetrieb: auf der Straße, in der Kiesgrube und auf dem Testgelände „Sauberg“ im extremen Gelände. Für Tests und Demonstrationen stehen rund ein Dutzend Fahrzeuge bereit – vom 4x2 bis zum 8x8 und vom Kipper bis zum Betonmischer.
Ergänzt wird das Aufgebot durch den Mercedes-Benz Actros, die Schwerlast-Zugmaschinen Actros SLT und Arocs SLT, den Atego sowie den Fuso Canter 4x4. Vier Klassiker runden das Programm ab und unterstreichen die Tradition der Mercedes-Benz Baufahrzeuge.
Arocs: Breites Programm für die Bauwirtschaft
Mercedes-Benz positioniert den Arocs als eigenständige Baureihe schwerer Lkw für den Bauverkehr. Das Programm deckt eine große Bandbreite an Radformeln ab: von 4x2 und 4x4 über 6x2 mit Vorlauf- oder Nachlaufachse bis 6x4 und 6x6. Bei den Vierachsern reicht die Palette von 8x2 mit Nachlaufachse über 8x4, 8x4 mit Nachlaufachse, 8x6 bis 8x8.
Zur Auswahl stehen Stahl- oder Luftfederung, Rahmen für überwiegenden Straßen- oder Offroad-Einsatz, zahlreiche Radstände, Fahrerhäuser und Motoren sowie drei Allradsysteme. Im Angebot sind unter anderem Pritschenwagen, Kipper, Betonmischer-Fahrgestelle, Schwerlastzugmaschinen und Sonderfahrzeuge. Vorkonfektionierte Varianten sollen die Auswahl erleichtern.
Arocs Loader und Arocs Grounder als vorkonfigurierte Spezialisten
Der Arocs Loader ist als zweiachsige Sattelzugmaschine oder als Betonmischer-Fahrgestell auf niedriges Eigengewicht und hohe Nutzlast ausgelegt. Dies betrifft Fahrerhaus, Fahrgestell, Motorisierung und Bereifung. Der Arocs Grounder ist als robuster Spezialist für besonders harte Einsätze konzipiert, mit hochstabilem Rahmen, Mehrblatt-Parabelfedern mit harter Kennlinie, abgestimmten Stoßdämpfern sowie Außenplanetenachsen.
Arocs SLT und Actros SLT für schwere Lasten
In der Spitze stehen die Schwerlastzugmaschinen Mercedes-Benz Arocs SLT und Actros SLT. Sie sind für ein Gesamtzuggewicht bis 250 Tonnen ausgelegt und bieten je nach Ausführung drei, vier oder mit Andockachse fünf Achsen. Die Motorisierung reicht bis 460 kW (625 PS) mit 3000 Nm Drehmoment, geschaltet wird mit 16 Gängen im Mercedes PowerShift-Getriebe.
Zum Konzept gehört die Turbo-Retarder-Kupplung (TRK) als Kombination aus hydraulischer Anfahrkupplung und Retarder. Sie ermöglicht feinfühliges Anfahren und Rangieren bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten und liefert als Primärretarder eine Bremsleistung von 350 kW (476 PS). Ergänzend steht eine High Performance Engine Brake mit bis zu 475 kW (646 PS) zur Verfügung. Im Heckkühlturm hinter dem Fahrerhaus sind Kühl- und Hydraulikanlage, ein 900-Liter-Kraftstofftank, Druckluftkessel und weitere Komponenten untergebracht.
Der stahlgefederte Arocs SLT basiert auf dem Arocs Grounder und ist mit BigSpace- und StreamSpace-Fahrerhäusern in 2,3 Meter Breite erhältlich. Der luftgefederte Actros SLT wird mit GigaSpace- und BigSpace-Fahrerhäusern in 2,5 Meter Breite angeboten. Für den Transport schwerer Baumaschinen ist der SLT als Semi-SLT vorgesehen; dabei kann auf Zusatzkühlanlage und optional auf die TRK verzichtet werden. Das zulässige Gesamtzuggewicht liegt dann bei bis zu 120 Tonnen, mit Einschränkungen bei maximal 155 Tonnen.
Mehr Komfort und Sicherheit in der Modellpalette
Für Einsätze mit niedrigen Durchfahrten ist das Fahrerhaus ClassicSpace LowRoof in 2,3 Meter Breite als M- und L-Ausführung verfügbar und 100 Millimeter niedriger als die ursprüngliche Variante. In Kombination mit OM 470, 320-Millimeter-Motortunnel und ClassicSpace LowRoof sinkt die Dachhöhe um 280 Millimeter. Für die 2,5-Meter-Fahrerhäuser stehen die Ausstattungslinien Home-Line und Style-Line zur Verfügung, zudem das SoloStar Concept mit Ruhebereich für StreamSpace- und BigSpace-Fahrerhäuser.
Technisch erweitert Mercedes-Benz das Angebot unter anderem um die elektrisch unterstützte Servotwin-Lenkung auch für Arocs 8x4 sowie weitere Radstände. Die zuschaltbare hydraulische Anfahrhilfe HAD (Hydraulic Auxiliary Drive) ist zusätzlich in Sattelzugmaschinen-Varianten mit 3300 Millimetern Radstand sowie für Gefahrguttransporte nutzbar. Die TRK ist in Arocs 6x4 mit Luftfederung und Frontunterfahrschutz mit Abstandshalte-Assistent und Active Brake Assist kombinierbar. Optional ist eine Reifendruck-Kontrollanlage mit temperaturabhängiger Anzeige erhältlich.
Als Zwei- und Dreiachser mit Straßenzulassung (N3) ist der Arocs optional mit Active Brake Assist 4 verfügbar, dem einzigen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung. Ab April 2018 steht für Arocs 4x2 sowie Arocs 4x4 ein Kipphydraulik-Paket ab Werk zur Verfügung, ausgelegt als Einkreis- oder Zweikreis-System je nach Einsatzzweck.
Actros für straßenorientierten Bauverkehr und digitale Dienste
Für Baufahrzeuge mit Schwerpunkt Straßentransport gibt es flankierend einen Actros als 4x2 LS Sattelzugmaschine für Schüttguttransporte bis 44 Tonnen Gesamtzuggewicht. Er bietet sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit, optional Pendeleinstieg und einen Gewichtsvorteil von bis zu 150 Kilogramm gegenüber einem vergleichbaren Arocs 4x2. Verfügbar sind Motortunnel 320 oder 170 Millimeter sowie die Motoren OM 470 und OM 471 in allen Leistungsstufen. Optional kann der Actros im Bauverkehr mit Sicherheits-Assistenzsystemen einschließlich Abbiege-Assistent ausgerüstet werden.
Für den vernetzten Betrieb stehen die Dienste von Fleetboard im Mittelpunkt. Das Truck Data Center dient als Schnittstelle für Echtzeitdaten und vernetzte Anwendungen. Genannt werden Lösungen für Transportmanagement, Fahrzeugmanagement und Zeitwirtschaft, inklusive Disposition, Einsatzanalyse, Zeiterfassung und Massenspeicherdownload. Für den Bauverkehr relevant sind Standzeit- und Verbrauchsauswertungen, Tourverläufe, Nebenabtriebsdaten sowie Geofencing mit automatischen Meldungen. Das Zielführungssystem berücksichtigt auch Geokoordinaten.
Apps und Verfügbarkeit: Fleetboard Store und Mercedes-Benz Uptime
Über den Fleetboard Store können Betreiber Apps auswählen und an Fahrer-Tablets DispoPilot.guide senden – gezielt an einzelne, mehrere oder alle Fahrzeuge einer Flotte. Mercedes-Benz Uptime überwacht kontinuierlich fahrzeugseitige Systeme inklusive Verschleißteilen, Betriebsmitteln und AdBlue. Bei absehbarem Wartungs- oder Reparaturbedarf werden Hinweise an den Service übermittelt, Daten in Echtzeit analysiert und konkrete Empfehlungen weitergegeben. Uptime ist in 18 europäischen Märkten sowie der Türkei verfügbar.
Fahrerhäuser und Motoren: große Auswahl bis 625 PS
Der Arocs ist mit Baggerzahn-Optik am Kühlergrill, geriffelter Außenspiegelblende, Pendeleinstieg und dreiteiligem Stoßfänger mit Stahlecken klar als Bau-Lkw erkennbar. Zwei Fahrerhausbreiten, drei Längen, zwei Motortunnelhöhen sowie ein ebener Boden ergeben neun Basis-Fahrerhäuser, mit Varianten bis zu rund zwei Dutzend Ausführungen. Bei den Motoren stehen Reihensechszylinder mit 7,7, 10,7, 12,8 und 15,6 Litern Hubraum zur Verfügung, insgesamt 18 Leistungsstufen von 175 kW (238 PS) bis 460 kW (625 PS) und 1000 bis 3000 Nm.
Im Fokus steht die neueste Generation des OM 470 mit 10,7 Litern Hubraum. Genannt werden unter anderem ein maximaler Rail- und Einspritzdruck von 2700 bar, eine neue Siebenloch-Einspritzdüse, eine neue Brennraumform sowie eine stufenlos regulierbare Abgasrückführung. Als neue Spitzenausführung wird eine Variante mit 335 kW (456 PS) und 2200 Nm genannt. Effizienzmaßnahmen umfassen neue Leichtlauf-Motorenöle, weiterentwickelte Getriebe und Achsen sowie eine verfeinerte Fahrstrategie des vorausschauenden Tempomaten Predictive Powertrain Control (PPC). Beim OM 473 wird das weiterentwickelte Einspritzsystem X-Pulse mit erhöhtem Raildruck genannt.

