Nachwuchsförderung und Integration im Fokus
Das Familienunternehmen Bergmann Maschinenbau, ansässig im Emsland, engagiert sich in der Nachwuchsförderung und Integration. Das 2010 gegründete Unternehmen, geführt von Hans-Hermann Bergmann und Hermann Jungsthöfel, bietet Schülern und Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Modellbau zu sammeln.
Im Jahr 2011 ermöglichte Bergmann zahlreichen Praktikanten und Schülern im Rahmen des "Zukunftstages" Einblicke in den Betriebsalltag. Aktuell bildet das Unternehmen 14 junge Menschen in verschiedenen Berufen aus, darunter Industriekaufleute, Feinwerkmechaniker, Fachkräfte für Lagerlogistik, Elektroniker für Betriebstechnik, Technische Produktdesigner und Bachelor of Engineering. Ziel ist die Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss.
Von der Schulbank an die Werkbank
Unter dem Motto "Ideen in Form gebracht" nehmen Schüler des Fachbereichs Werken und Technik der Martinischule und Realschule Haren sowie der Anne-Frank-Schule Meppen an freiwilligen Nachmittags-AGs teil. Seit Februar 2012 konstruieren die Jugendlichen Modelle der Dumper 3009 und 3012 in den Maßstäben 1:20 und 1:15. Dabei kommen Materialien wie Aluminium, Kunststoff und Holz zum Einsatz.
Die Teams werden von den Lehrern Kaspar Schepers (Martinischule, Realschule Haren) und Sebastian Kallabis (Anne-Frank-Schule Meppen) betreut. Hans-Hermann Bergmann erläutert die Motivation:
Bereits 1998 haben wir in einem ähnlichen Projekt zusammen mit der Martinischule Schülern Technik ganz praktisch nähergebracht. Damals bauten die Jungen 100 Modelle eines Muldenkippers und entdeckten dabei oft ungeahnte handwerkliche Talente an sich, die ihnen auch bei der Berufswahl helfen konnten. Diese tollen Ergebnisse wollten wir wiederholen und sie jetzt, 14 Jahre später, um ein integratives Moment erweitern. Deshalb ist neben unserem Unternehmen und der Martinischule und Anne-Frank-Schule jetzt auch das St.-Vitus-Werk wichtiger Teil unseres Projekt-Netzwerks.
Ein Beitrag zur Integration
Das Projekt integriert Menschen mit Behinderung durch die Zusammenarbeit mit dem St.-Vitus-Werk. In den Meppener Werkstätten des St.-Vitus-Werks fertigen behinderte Menschen Bauteile vor, die anschließend von den Jugendlichen weiterverarbeitet werden. Dieses Engagement knüpft an frühere Bemühungen von Bergmann an, Menschen mit Behinderung in den Fertigungsprozess einzubinden. Erste Schritte wurden bereits im Ersatzteillager unternommen und sollen auf weitere Bereiche ausgeweitet werden.
Hohe Ansprüche an die "Fachkräfte von morgen"
Die aktuelle Projektrunde stellt höhere technische Anforderungen als das Projekt von 1998. Die Verwendung von Aluminium, Kunststoff und Holz ermöglicht die Schaffung detailgetreuer Modelle. Die Komplexität des Vorhabens wird von den Schülern als Herausforderung angenommen. Sie setzen die entwickelten Konstruktionspläne präzise um.
Lehrer Kaspar Schepers bestätigt den Enthusiasmus der jungen Konstrukteure:
Schon bei der Besichtigung der Dumper im Unternehmen Bergmann waren die Schüler sehr interessiert. Jetzt, in der praktischen Prototyp-Bauphase, wird für sie das Gesehene greifbar, und sie erleben in ihrer Arbeit, wie aus Bauplänen in Serie gefertigte Modelle werden. Dieses Projekt ist nicht zeitlich begrenzt, sondern wird fester Bestandteil des schulinternen Techniklehrplans ab Klasse 8 der zukünftigen Oberschule Haren. Die nächsten Schülergruppen werden die Modelle verbessern und weiter entwickeln, und somit ist die Nachhaltigkeit gewährleistet.
Die Schüler profitieren von der Vermittlung berufspraktischer Fähigkeiten. Auch die Schulen profitieren, da Bergmann die projektbezogenen Kosten für Material und Fahrten übernimmt und Spenden für die Ausstattung der Schulwerkräume zugesagt hat.
Nach Fertigstellung sollen die 100 Dumper-Modelle zu Werbezwecken eingesetzt werden. Das Projekt soll den Schülern der Oberschule Haren und Anne-Frank-Schule eine Orientierung für eine handwerkliche oder technische Laufbahn bieten und somit dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
