Umweltschutz und Entsorgung

Alpenregionen: Klimawandel erfordert grenzüberschreitende Anpassung

Der Klimawandel verstärkt Naturgefahren wie Hochwasser und Lawinen im Alpenraum. Ein grenzüberschreitendes Risikomanagement und konzertierte Anpassungsmaßnahmen sind für Alpengemeinden unerlässlich, um kritische Bereiche zu schützen und Schäden zu minimieren.

Herausforderungen und Anpassungsstrategien im Alpenraum

Auch in den Bergen wird es zunehmend wärmer, in den Bayerischen Alpen beispielsweise doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. Die Klimamodelle ergeben vermehrte und heftigere Niederschläge im Winter. Anstatt zu schneien regnet es. Sturzfluten, Hangrutschungen und Muren sind die Folge.

Im Projekt ClimChAlp wurden die Herausforderungen des Klimawandels im Alpenraum von Wissenschaft, Politik und Behörden aus allen Alpenstaaten gemeinschaftlich angegangen. Um kritische Bereiche zu erkennen und Siedlungen effektiv zu schützen, müssen Hangbewegungen, Hochwassergefahren, Lawinen, Gletscher und Geröllströme gezielt beobachtet werden. Dies soll durch einen alpenweiten Dialog über gemeinsame Netzwerke und Datenbanken geschehen, um Kosten für Schutzbauten und Schadensbehebung zu senken.

Schutzmaßnahmen in Bayern

Die bayerische Staatsregierung verstärkt ihre Schutzmaßnahmen für die Bergregionen. Im Klimaprogramm sind zusätzlich 7,5 Millionen Euro für die Stabilisierung der Bergwälder vorgesehen. Diese dienen als natürlicher Schutzfaktor, da Waldflächen im Hochgebirge durch den Klimawandel besonders gefährdet sind. Der Bergwald oberhalb von Dörfern und Straßen bietet Schutz vor Steinschlag, Erdrutsch und Lawinen und verhindert Hochwasser sowie Überschwemmungen im Unterland.

Mit weiteren 1,5 Millionen Euro wird ein Vorhersagesystem für Georisiken aufgebaut. Ziel ist es, Muren, Hangrutschungen und Felsstürze gezielt mit Computern zu simulieren, um Schutz- und Vorsorgemaßnahmen treffen zu können.

Das Projekt ClimChAlp im Detail

Das Projekt ClimChAlp (Climate Change, Impacts and Adaption Strategies in the Alpine Space) wurde vom Umweltministerium initiiert und startete im März 2006 mit einem Gesamtbudget von über 3,5 Millionen Euro. Der Freistaat trug 41.000 Euro bei, während 1,71 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammten. An dem Projekt beteiligten sich alle sieben Alpenstaaten: Österreich, Frankreich, Schweiz, Liechtenstein, Slowenien, Italien und Deutschland.

15.03.2008

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