Bundesamt für Naturschutz fordert mehr Schutz für artenreiche Wälder
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) setzt sich im internationalen Jahr der Wälder für eine nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung ein. Ziel ist es, die biologische Vielfalt in deutschen Wäldern langfristig zu sichern und dem Verlust der Biodiversität entgegenzuwirken.
Bei der Auftaktveranstaltung in Bonn betonte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel die besondere Verantwortung Deutschlands für den Erhalt der europäischen Buchenwälder. Gleichzeitig verwies sie auf die steigende Nachfrage nach dem Rohstoff Holz.
„Der nachwachsende Rohstoff Holz ist populär, darf aber nicht auf Kosten lebenswichtiger Ökosystemleistungen und unter Missachtung notwendiger ökologischer Mindeststandards produziert werden.“
Nachhaltige Waldwirtschaft im Fokus
Während die Waldflächen weltweit zurückgehen, ist die Waldfläche in Deutschland in den vergangenen 40 Jahren um rund zehn Prozent gewachsen. Nach Einschätzung des BfN kann eine naturnahe Waldwirtschaft in Verbindung mit nutzungsfreien Waldgebieten sowohl den Naturschutz als auch eine leistungsfähige Forstwirtschaft unterstützen.
Dieses Ziel verfolgt auch die Nationale Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung. Sie bildet einen zentralen Bestandteil der deutschen Naturschutzpolitik und soll den Rückgang der biologischen Vielfalt stoppen.
Elsbeere als Baum des Jahres 2011
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung pflanzten Prof. Beate Jessel, die Deutsche Baumkönigin Johanna Ditsch sowie Kinder der Kindertagesstätte „punkt punkt komma“ in Bonn gemeinsam eine Elsbeere. Der seltene Baum wurde zum Baum des Jahres 2011 gewählt.
Das BfN unterstützt eine bundesweite Pflanzaktion, an der sich 100 Kindergärten und Grundschulen beteiligen. Die Elsbeere gilt als standortheimische Baumart und soll künftig verstärkt in Mischwäldern berücksichtigt werden.
Seltene Baumart mit hohem ökologischen Wert
Die Elsbeere (Sorbus torminalis) gehört zur Familie der Rosengewächse und ist in Deutschland selten geworden, obwohl sie auf vielen Standorten wachsen könnte. Charakteristisch sind ihre späte Blüte, die intensive Herbstfärbung sowie ihre Früchte.
Die Baumart kann ein Alter von bis zu 300 Jahren und eine Höhe von etwa 25 Metern erreichen. Aufgrund ihres hohen Lichtbedarfs setzt sie sich in Konkurrenz zu Buche oder Ahorn jedoch nur schwer durch.
Bundesweiter Wandertag zur Waldbiodiversität
Der internationale Tag der Biodiversität am 22. Mai steht weltweit unter dem Motto „Biodiversität der Wälder“. In diesem Zusammenhang ist auch ein bundesweiter Wandertag geplant, der die Bedeutung artenreicher Wälder in den Mittelpunkt rückt.
