Aus- und Weiterbildung, Verbände und Organisationen

BHGL warnt vor kritischer Entwicklung in der Gartenbauwissenschaft

Der BHGL äußert sich besorgt über die Entwicklung an universitären Fakultäten und Fachbereichen der Gartenbauwissenschaft. Präsident Professor Dr. Uwe Schmidt warnt vor einer Gefährdung der Ausbildung und Forschung, da die Ausstattung unter eine kritische Masse fällt.

Gefährdung der Ausbildung und Forschung in der Gartenbauwissenschaft

An allen drei Standorten – Berlin, Hannover und München-Weihenstephan – an denen gartenbauwissenschaftliche Studiengänge angeboten werden, finden strukturelle und kapazitive Veränderungen statt. Diese Entwicklungen führen laut Professor Schmidt dazu, dass die ohnehin knappe Ausstattung an Fachgebieten und Arbeitsgruppen unter eine kritische Masse fällt. Diese schleichende Entwicklung gefährdet die Ausbildung wissenschaftlicher Fachkräfte und mindert die Chancen für zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Bereits jetzt besteht ein Mangel an qualifiziertem wissenschaftlichem Nachwuchs, der sowohl für universitäre Stellen als auch für andere Hochschulen benötigt wird.

Die Situation hat sich derart verschärft, dass nicht mehr primär die Schließung ganzer Fachbereiche oder Fakultäten im Vordergrund steht. Vielmehr droht eine Austrocknung der Fachgebiete innerhalb der Institute, die zunehmend in naturwissenschaftlich ausgerichtete Fakultäten und Fachbereiche integriert wurden oder werden sollen. Vizepräsident Jörg Freimuth betont die Notwendigkeit, kontinuierlich darauf hinzuweisen, dass weiterhin Fachkräfte ausgebildet werden müssen. Diese sollen an Hochschulen und Forschungsinstituten die Nachhaltigkeit der Gartenbauwissenschaften sichern oder Führungsaufgaben in der Wirtschaft übernehmen können.

Die Gartenbauwissenschaften als systemisch orientiertes Wissenschaftsgebiet mit problemlösungsorientierten Ansätzen muss integraler Bestandteil der universitären Agrarforschung an mehr als nur einem Standort in Deutschland bleiben.

Forderungen an Politik und Berufsstand zur Stärkung der Gartenbauwissenschaft

Diese Problematik soll auch auf dem kommenden Zukunftskongress Gartenbau im September thematisiert und diskutiert werden. Professor Schmidt ruft Universitäten, Hochschulen und den Berufsstand dazu auf, sich für die Bedeutung und Notwendigkeit einer umfassenden gartenbauwissenschaftlichen Lehre und Forschung an den Universitäten einzusetzen. Hartmut Weimann, Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), unterstreicht die unverzichtbare Rolle funktionsfähiger wissenschaftlicher Einrichtungen an Universitäten und Hochschulen in Deutschland für den ZVG.

Der ZVG wird sich weiterhin für dieses Anliegen engagieren. Die aktuelle Cluster-Studie des BMELV habe die immense Bedeutung des Gartenbaus in Deutschland aufgezeigt. Diese Bedeutung könne für die Zukunft nur gesichert und weiterentwickelt werden, wenn auch der wissenschaftliche Bereich gut aufgestellt ist.

15.07.2013

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