Der 1. Vorsitzende des Verbandes, Friedhold Gaißmaier, nahm dieses Jahr zum letzten Mal die Ehrungen vor, da er nach 12 Jahren als erster Vorsitzender laut eigenen Aussagen den Jüngeren für die Führung des Verbandes Platz machen wolle.
Preis Landschaftsarchitektur
Der Preis Landschaftsarchitektur wurde an Dipl.-Ing. (FH) Frau Rita Lex-Kerfers überreicht. In seiner Laudatio stellte Herr Gerd Aufmkolk, Nürnberg, vor allem heraus, dass die Preisträgerin in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn an 109 Wettbewerben erfolgreich teilgenommen hatte und davon 38 Mal den ersten Preis gewann.
Dass Frau Lex-Kerfers diese hervorragende berufliche Leistung neben ihrer Rolle als dreifache Mutter und Ehefrau und dabei in bescheidener, liebenswürdiger Weise erreicht hatte, schrieb der Laudator dem „bäuerlichen Blut“ zu. Die Preisträgerin sei in einer Landwirtschaft aufgewachsen; die daraus resultierende Bodenständigkeit verbinde sie mit einer großen Portion Weltoffenheit – das sei die Grundlage ihres Erfolges.
In ihrem Festvortrag „Vom Schönen und Nützlichen“ skizzierte die Preisträgerin wichtige Grundsätze und Stationen ihres beruflichen Schaffens. Sie betonte:
Ihre Projekte bauen auf altbekannten Weisheiten auf. Oft ist nicht das Spektakuläre, sondern das Einfache langfristig am nützlichsten. Projekte haben einen sehr realen Hintergrund und bewegen sich innerhalb fester Rahmenbedingungen.
Ziel ist es, das Schöne und das Nützliche zu vereinen. Sie führte aus, dass die Angemessenheit einer Planung entscheidend sei für:
- die Akzeptanz bei Entscheidungsträgern und Nutzern
- die langfristige Nutzung
- die Nachhaltigkeit
Am Beginn des Planungsprozesses stehe für sie nicht die Frage „Was ist möglich?“, sondern: „Was ist an einem Ort notwendig und richtig, um die gestellten Anforderungen zu erfüllen? Welche Potentiale stecken in einem Ort, die es lohnen, sie weiterzutragen und in die Neugestaltung einfließen zu lassen oder die sogar zum Leitelement der Neuplanung werden können?“
Beispiele ihrer Projekte
- Friedhof mit Aussegnungsgebäude und neues Sport- und Vereinszentrum in Münsing am Starnberger See
- Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck am ehemaligen Zisterzienserkloster Fürstenfeld
- „Agfa-Park“, München-Giesing
- Gymnasium Erding II
- Erweiterung des Freizeitgeländes in Eching
- Preis Gartenbau
Der Preisträger Gartenbau, Dipl.-Ing. (FH) Manfred Mikl, steht noch am Anfang seines beruflichen Schaffens.
Vor nicht allzu langer Zeit schloss er die Fachhochschule Weihenstephan erfolgreich ab und hat seitdem in der österreichischen Steiermark neben der Entwicklung des eigenen gärtnerischen Betriebes zahlreiche Projekte für die Region sowie im internationalen Austausch initiiert und begleitet. Der Laudator, Prof. Dr. Gerhard Richter, ehemals Professor im Fachbereich Landschaftsarchitektur, stellte die nachahmenswerte junge Karriere des Preisträgers vor und verband damit die Hoffnung, dass dies auch andere junge Absolvent:innen motivieren könne.
Er legte den Fokus bewusst auf die kommunikative und soziale Vielseitigkeit von Manfred Mikl, der über viele nationale und internationale Kontakte u.a. eine studentische Projektgruppe von Prof. Richter als Reiseführer, Kontaktvermittler und „Werbeträger“ seiner Heimatregion Südoststeiermark begleitete. Bereits die Entscheidung, 500 km weit zum Studium nach Weihenstephan zu gehen, zeige seine Weltoffenheit und den Hang zu modernem internationalem Marketing.
In seinem Vortrag stellte Manfred Mikl seine Heimatregion vor: „Südoststeiermark: Positionierung einer Region auf Basis von Pflanzen“ Die Region profitiert inzwischen von der grenznahen Lage zu Slowenien, Ungarn und Kroatien. Dort ist unter anderem das Kürbiskernöl (Anbau in ca. 2000 Betrieben auf 13.000 ha) von wirtschaftlicher Bedeutung. Das Öl ist hinsichtlich Vitamin-E-Gehalt und mehrfach ungesättigter Fettsäuren wertvoller als Olivenöl.
Projekte und Aktivitäten von Mikl:
- Einführung eines Qualifizierungsprogramms mit 70 lokalen Arbeitskreisen
- Erweiterung des elterlichen Betriebes im Dienstleistungsbereich
- Vermietung mediterraner Kübelpflanzen
- Aufbau eines Gartenkulturzentrums mit Veranstaltungen
- Produktion von Bio-Gemüsejungpflanzen und Stauden
