Naturschutz

Projekt „BienABest“ zur Sicherung der Wildbienenpopulation

Das Projekt „BienABest“ widmet sich dem Schutz der Wildbienen in Deutschland, deren Populationen stark gefährdet sind. Es zielt darauf ab, den Rückgang zu stoppen und die Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern, gefördert vom Bundesumweltministerium.

Hintergrund und Bedeutung des Projekts „BienABest“

In Deutschland ist mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten auf der Roten Liste verzeichnet. Das Projekt „BienABest“ zielt darauf ab, dem Rückgang der Bienen entgegenzuwirken und die Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern. Das auf sechs Jahre angelegte Vorhaben wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert und fachlich vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet.

Unser Umgang mit der Natur hat massive Auswirkungen auf die Wildbienen: Es wird viel zu viel gemäht, gedüngt und gespritzt, ganze Lebensräume verschwinden. Mit dem Blütenangebot nimmt auch die Nahrungsgrundlage für die kleinen Natur-Dienstleister ab. Wir brauchen darum dringend Projekte wie dieses, die den Wildbienen neuen Lebensraum geben. Denn Natur und Menschen sind dringend auf die Bestäuber angewiesen.

Wildbienen spielen eine zentrale Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen und erfüllen damit eine wichtige Funktion im Ökosystem. Sie gewährleisten die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und stellen somit eine bedeutende Ökosystemleistung dar.

Ziele und Methoden von „BienABest“

Der Projektname „BienABest“ steht für „Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft“. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Entwicklung eines Bestimmungsschlüssels. Dieser soll die Artbestimmung der meisten Wildbienenarten direkt im Gelände ermöglichen.

Das Besondere daran ist, dass die Wildbienen lebend bestimmt und anschließend wieder freigelassen werden können. Dies soll zukünftig Aussagen über die Bestandsentwicklung erlauben, ohne durch Entnahme in die Populationen einzugreifen.

Das Projekt umfasst zudem die Ausbildung von Sachverständigen. Diese sollen auf Basis der entwickelten Methoden und Standards beraten und Prüfungen durchführen. Die gewonnenen Ergebnisse bilden eine Grundlage für den Schutz der Wildbienen. Die neuen Standards werden in vier VDI-Richtlinien festgehalten, um eine dauerhafte Verfügbarkeit und Übertragbarkeit in ganz Deutschland sowie die Nutzung für ein Monitoring zu gewährleisten. Die Koordination des Projekts übernimmt der Verein Deutscher Ingenieure (VDI e.V.) in Zusammenarbeit mit der Universität Ulm als Verbundpartner.

Hintergrund des Bundesprogramms Biologische Vielfalt

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder diese Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig umzukehren.

Diese Maßnahmen dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die gesetzlich vorgeschriebenen Standards hinaus. Begleitende Informations- und Kommunikationsmaßnahmen sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.

30.05.2017

Zurück