Die Bedeutung der Bestäuber und der Weltbienentag
Der Weltbienentag am 20. Mai rückt die Bedrohung der Bienenpopulationen und die Notwendigkeit ihres Schutzes in den Fokus. Bienen sind als Bestäuber von entscheidender Bedeutung für die Natur und die menschliche Lebensgrundlage. Rund 80 Prozent der heimischen Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Sie tragen maßgeblich zum Erhalt der Pflanzenvielfalt bei.
Trotz ihrer Wichtigkeit ist fast jede zehnte Wildbienenart in Europa bedroht. Der Rückgang ist auf den Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen zurückzuführen. Strukturreiche Areale wie Sandwege, Totholz- oder Steinhaufen sowie alte Hecken, die als Nistplätze dienen, schwinden. Zudem werden freie Wiesenflächen durch Bebauung versiegelt, was das Nahrungsangebot reduziert. Auch die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und Pestiziden trägt zum Rückgang der Pflanzen- und Bienenvielfalt bei.
Bienenfreundliche Gestaltung auf kleinem Raum
Auch auf begrenztem Raum, wie Fensterbank oder Balkon, lässt sich ein Beitrag zum Bienenschutz leisten. Wichtig ist eine Auswahl an Pflanzen, die zeitversetzt blühen, um den Bienen vom Frühling bis in den Herbst durchgängig Nahrung zu bieten. Hierfür eignen sich sowohl Kräuter als auch nektarreiche Zierpflanzen.
Als gute Nektarlieferanten für Balkon und Fensterbank gelten beispielsweise Fächerblume, Schneeflockenblume, Kapuzinerkresse und Gewürztagetes. Auch Stauden wie Buschmalve, Scheinsonnenhut, Storchschnabel oder Hohe Fetthenne sind eine gute Wahl, da sie nicht jährlich neu gepflanzt werden müssen. Bei den Kräutern bieten Oregano, Melisse, Thymian und Küchensalbei wertvolle Nahrung für Insekten und bereichern zudem die Küche.
„Jeder, der mitmacht, zählt. Bienenfreundlichen Pflanzen lassen sich von Frühjahr bis Sommer ansäen. Dabei muss es nicht immer ein Garten sein – auch auf dem Balkon und sogar auf der Fensterbank können wir etwas für die Insekten tun. Mit den richtigen Pflanzen und dem passenden Werkzeug geht das einfach und hat eine nachhaltige Wirkung.“Barbara Rossmann, Marketing Activation Managerin DACH
Anlage einer Blumenwiese im Garten
Im Garten lässt sich eine nektar- und pollenreiche Blumenwiese anlegen. Die Vorbereitung der Fläche erfolgt idealerweise zwischen Ende März und Ende Mai. Die ausgewählte Fläche sollte eben und unbewachsen sein. Ist noch Rasen vorhanden, muss die Grasnarbe vollständig entfernt werden. Anschließend wird der Boden aufgelockert, Unkraut beseitigt und die Erde feinkrümelig vorbereitet. Nach dem Verdichten mit einem Brett oder einer Rasenwalze und dem Ausgleichen von Unebenheiten ist der Boden bereit für die Aussaat.
Aussaat und Pflege der Blumenwiese
Für die Aussaat der Blumenwiese empfiehlt es sich, das Saatgut mit etwas Sand zu vermengen. Dies erleichtert die gleichmäßige Verteilung der leichten Samen und macht bereits gesäte Bereiche besser sichtbar. Die Samen werden in großen Schwüngen auf das vorbereitete Beet geworfen.
„Wichtig ist es, die Saat mit einem Rechen erst leicht, dann mit einer Rasenwalze gut in die Erde einzuarbeiten. Nur so kann sie zuverlässig keimen.“Barbara Rossmann, Marketing Activation Managerin DACH
Besonders in der Anfangsphase und bei Trockenheit ist es wichtig, den Boden feucht zu halten, um die Entwicklung der Saat zu fördern. Eine etablierte Blumenwiese wird ein- bis zweimal jährlich gemäht. Bei einmaligem Mähen erfolgt dies Ende Juli, um eine erneute Blüte im Spätsommer und Herbst zu ermöglichen. Bei zweimaligem Mähen sind die Termine Anfang März und Ende Juni empfehlenswert.
Zusätzliche Unterstützung: Bienenhotels und Wasserstellen
Wer über mehr Platz verfügt, kann Bienenhotels aufstellen, die Wildbienen Schutz und Nistmöglichkeiten bieten. Viele Wildbienen sind Einzelgänger und bevorzugen warme, trockene Plätze aus Holz oder Bambus für ihren Nachwuchs. Fertige Bienenhotels sind im Handel erhältlich oder können selbst gebaut werden.
Eine Wasserstelle ist ebenfalls eine wichtige Unterstützung, besonders in städtischen Gebieten, wo Wasserquellen oft fehlen. Bienen benötigen kleine Landeplätze direkt am Wasser, um in Ruhe trinken zu können. Eine einfache Bienentränke lässt sich mit einer flachen Schale, Steinen oder Kieseln sowie Moosstücken oder Zweigen gestalten. Die Landeplätze sollten trocken bleiben, während die Schale mit Wasser gefüllt ist. Die Tränke sollte an einem geschützten, windstillen Ort platziert und regelmäßig mit frischem Wasser aufgefüllt werden.

