Anpassung von Buchenwäldern an den Klimawandel und ihre Folgen für die Artenvielfalt
Seit dem Sommer 2018 besteht die Notwendigkeit, Wälder an das vermehrte Auftreten sommerlicher Hitzewellen und Dürren anzupassen. Eine Maßnahme zur Klimawandelanpassung ist der Anbau trockenheitstoleranterer Baumarten und Baumartenmischungen. Die Auswirkungen dieser Anpassungen auf die Biodiversität der Wälder sind bislang jedoch wenig untersucht.
Freiburger Forstwissenschaftler untersuchen diesen Zusammenhang im Rahmen des Waldklimafonds-Projekts „BioDiv“. Das Vorhaben wird von den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt.
Es gibt kaum belastbare Daten darüber, wie sich die Beimischung anderer Baumarten auf die Biodiversität von Buchenwäldern auswirkt.
Professor Markus Hauck vom Institut für Forstwissenschaften der Universität Freiburg erklärt, dass die Wissenschaftler untersuchen, wie sich die Beimischung unterschiedlicher Anteile dürretoleranter Baumarten auf die dort siedelnden Pflanzen, Moose und Flechten auswirkt. Für die Mischung sind Traubeneiche, Roteiche, Douglasie, Weißtanne sowie ein Mix aus Ahorn, Linde, Hainbuche und Elsbeere vorgesehen.
Damit wollen wir der Forstwirtschaft Schwellenwerte an die Hand geben, ab wieviel Beimischung einer bestimmten Baumart die ursprüngliche Lebensgemeinschaft verändert wird, denn wichtig ist, dass bei Klimaschutz und Klimawandeladaptation der Schutz der Biodiversität nicht aus den Augen verloren wird.
Naturnahe Wälder stellen wichtige Hotspots der Biodiversität dar, da sie zu den Lebensräumen gehören, die am wenigsten menschlichen Eingriffen unterliegen. Bei großflächigen Veränderungen der Bewirtschaftung, wie sie durch den Klimawandel notwendig werden könnten, müssen die Auswirkungen auf die Biodiversität berücksichtigt werden.
Es existieren verschiedene Anpassungsstrategien der Forstwirtschaft an zunehmende sommerliche Klimaextreme. Eine wesentliche Strategie ist die Suche nach dürretoleranteren Ersatzbaumarten für die anfällige Fichte und die nur begrenzt trockenheitstolerante Buche.
Buchenwälder sind für viele Lebensgemeinschaften von besonderer Bedeutung, da sie ohne menschlichen Eingriff weite Teile Mitteleuropas dominieren würden. Das 2021 gestartete Projekt „BioDiv“ soll Antworten auf Fragen zu den Auswirkungen der Klimawandelanpassung in Buchenwäldern auf die biologische Vielfalt liefern.
Der Waldklimafonds wurde im Juni 2013 als Bestandteil des Energie- und Klimafonds von BMEL und BMU aufgelegt. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ist seit 1993 als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv und unterstützt seit dem 1. Januar 2019 auch Vorhaben der Förderrichtlinie Waldklimafonds.
