Mäher für Intensiv- u. Extensivpflege

Blühstreifen statt ungemähter Ränder: Mehrwert für Gärten mit Mährobotern

Eine Studie zeigt, wie ungemähte Randstreifen bei Mährobotern durch Blühpflanzen in ökologisch wertvolle Lebensräume verwandelt werden können. Dies reduziert den Pflegeaufwand und steigert die Artenvielfalt im Garten.

Ökologische Aufwertung von Mähroboter-Randbereichen

Ungemähte Randstreifen stellen bei der Nutzung von Mährobotern oft eine Herausforderung dar. Eine aktuelle Studie beleuchtet, wie diese Bereiche durch den Einsatz gebietsheimischer Blühpflanzen in pflegeleichte, ästhetisch ansprechende und ökologisch wertvolle Lebensräume umgewandelt werden können. Dies führt zu einer Reduzierung des Pflegeaufwands und einer Steigerung der Artenvielfalt im Garten.

Mähroboter sind in vielen Hausgärten etabliert und sorgen für einen gleichmäßig kurzen Rasen. Ein wiederkehrendes Problem ist jedoch der ungemähte Streifen am Rand der Rasenfläche. Dies ist technisch bedingt, da das Schneidwerkzeug nicht bis an die Gehäusekante reicht und Begrenzungsdrähte einen schmalen Bereich unberührt lassen. Oft ist eine manuelle Nachbearbeitung mit dem Rasentrimmer erforderlich, was den Vorteil des automatisierten Mähens mindert.

Eine Masterarbeit der Universität Hohenheim, in Kooperation mit STIHL, untersuchte eine alternative Lösung: die gezielte Anlage von Blühstreifen in diesen Randbereichen. Ziel war es, die ungemähten Streifen in ein blühendes Element des Gartens zu integrieren. Die Ergebnisse zeigen eine Verbesserung der Ästhetik, einen geringeren Pflegeaufwand und einen Beitrag zur Biodiversität.

Vom Randstreifen zum Insektenhabitat

Für die Untersuchung stellte STIHL eine 300 Quadratmeter große Fläche am Unternehmensstandort in Waiblingen zur Verfügung. Zwischen April und August 2021 wurden dort fünf verschiedene Blühmischungen getestet. Dazu gehörten handelsübliche Varianten wie „Bunter Saum“ und „Blumenrasen/Kräuterrasen“ sowie speziell entwickelte Mischungen aus gebietsheimischem Saatgut. Ein Kriterium war die Toleranz dieser Pflanzen gegenüber regelmäßigem Schnitt und dem Überfahren durch den Mähroboter.

Die Versuchsanlage erforderte zunächst die Entfernung schmaler Rasenstreifen und das Auffüllen mit Substrat, gefolgt von der Aussaat. In der Anfangsphase erfolgte der Schnitt der Übergänge zwischen den Blühstreifen mit einem handgeführten Rasenmäher. Später übernahmen zwei Mähroboter die gesamte Pflege, um die Verträglichkeit der Pflanzenarten mit den Robotern zu prüfen.

Bewährte Blühmischungen und Schnitthöhen

Die Auswertung der Studie zeigte, dass gebietsheimische Mischungen die besten Ergebnisse lieferten. Insbesondere die Sorte „Bunter Saum“ überzeugte sowohl optisch als auch ökologisch. Sie bot eine durchgehende Blüte über mehrere Monate und zog zahlreiche Insektenarten wie Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge an. Auch der „Blumenrasen/Kräuterrasen“ erwies sich als schnittverträglich, robust und optisch ansprechend.

Ein weiterer Aspekt war der Einfluss der Schnitthöhe: Bei einer Schnitthöhe von sechs Zentimetern konnten sich Wildblumen besser regenerieren als bei 3,5 Zentimetern. Gräser tolerierten den niedrigeren Schnitt, viele Blühpflanzen jedoch nicht.

Messbare Steigerung der Biodiversität

Während des Versuchszeitraums wurde eine Vielzahl von Bestäuberarten dokumentiert. Die gebietsheimischen Mischungen zogen signifikant mehr Insekten an als exotische Varianten. Dies wird auf die Anpassung regionaler Pflanzenarten an das lokale Klima und die heimische Insektenfauna zurückgeführt. Bereits ein kleiner Anteil blühender Flächen kann positive Effekte haben: Eine Schweizer Studie belegt, dass 10 bis 20 Prozent ungemähter Rasenfläche ausreichen, um Wildbienenpopulationen zu fördern.

Praktische Umsetzung im Garten- und Landschaftsbau

Die Studienergebnisse zeigen, dass Blühstreifen in den Randbereichen von Mähroboterflächen nicht nur ästhetische Vorteile bieten, sondern auch den Pflegeaufwand reduzieren und die Artenvielfalt erhöhen können. Gartenbesitzer profitieren von der Einsparung des Nachtrimmens und der Schaffung wertvoller Lebensräume für Insekten.

Für die Umsetzung empfiehlt sich die Verwendung von gebietsheimischem Saatgut. Eine mehrstufige Pflanzung, beginnend mit niedrig wachsenden, schnittverträglichen Arten und gefolgt von höher wachsenden Blühpflanzen, kann einen harmonischen Übergang schaffen und den ökologischen Effekt verstärken. Auf Düngung sollte weitgehend verzichtet werden, da Wildblumen auf mageren Böden langfristig konkurrenzstärker sind.

Fazit

Die Forschungsergebnisse belegen, dass die Randstreifen eines robotergemähten Rasens durch gezielte Planung in pflegeleichte, blühende Lebensräume umgewandelt werden können. Dies steigert sowohl die Attraktivität als auch den ökologischen Wert des Gartens. Für Gartenbesitzer, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, stellt dies eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme dar.

30.05.2022

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