„Gondwanaland“: Tropische Vielfalt unter Glas erleben
Die Tropenerlebniswelt „Gondwanaland“ im Leipziger Zoo zählt zu den größten Tropenhallen Europas. Sie beherbergt rund 90 Tier- und 500 Pflanzenarten aus den Regenwäldern Asiens, Afrikas und Südamerikas. Ein speziell entwickeltes Bildungskonzept ermöglicht es Besuchern jeden Alters, den Wert der biologischen Vielfalt der Regenwälder zu entdecken.
Hierzu stehen 30 interaktive Lernstationen zur Verfügung. Zudem können Besucher das „Gondwanaland“ im Rahmen einer Tour zum Erwerb des Regenwaldpasses oder bei einer Bootsfahrt erkunden, die eine Zeitreise durch die Erdgeschichte simuliert. Dieser Einsatz wurde nun als UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt gewürdigt.
Es ist wunderbar zu erleben, wie der Zoo Leipzig auf den Erhalt der biologischen Vielfalt in den Tropen aufmerksam macht. Die kleinen und großen Besucher können Tiere und Pflanzen hautnah erleben. Gleichzeitig lernen sie, wie schützenswert dieser Lebensraum ist und was sie selbst tun können, um dieses einzigartige Ökosystem zu erhalten.
Diese Aussage traf UN-Dekade-Botschafterin Shary Reeves bei der symbolischen Übergabe eines Vielfalt-Baumes an Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold während der zweiten Konferenz der UN-Dekade Biologische Vielfalt.
„Annalinde“: Urbaner Gartenbau und Gemeinschaft fördern
Auch das Urban-Gardening-Projekt „Annalinde“ erhielt auf der UN-Dekade-Konferenz die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt. Der Gemeinschaftsgarten im Leipziger Westen betreibt urbane Landwirtschaft nach ökologischen Standards. In einer revitalisierten Gärtnerei sowie in mobilen Hochbeeten aus recycelten Paletten, Reissäcken oder Tetra-Paks werden Pflanzen kultiviert.
Das Projekt verzichtet auf chemische Düngemittel und verwendet sortengerechtes Saatgut. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Gärtner und Nachbarn arbeiten gemeinsam an der Gestaltung dieses Ortes, der urbanes Leben und biologische Vielfalt verbindet. Das geerntete Obst und Gemüse wird nicht nur gemeinsam angebaut, sondern auch im angeschlossenen Café verarbeitet und konserviert.
Das Projekt Annalinde zeigt, wie wichtig Gärten für Menschen und ihre Städte sind. Besonders beeindruckend ist die Vielzahl der Angebote, die der Garten bietet. Die Menschen haben Spaß und finden dort Ausgleich zu ihrem oft stressigen Alltag. Gleichzeitig lernen sie etwas über die Natur, die Vielfalt und vielleicht auch über sich selbst. Ein tolles Projekt, das als gutes Beispiel auch für andere Städte dient.
Shary Reeves äußerte sich ebenfalls positiv über die Auszeichnung des Projekts „Annalinde“.
Die UN-Dekade Biologische Vielfalt: Ziele und Auszeichnungen
Die UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020 ist ein Programm der Vereinten Nationen, das darauf abzielt, das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der biologischen Vielfalt zu stärken. In Deutschland werden im Rahmen eines Wettbewerbs Projekte ausgezeichnet, die sich vorbildlich für den Erhalt der biologischen Vielfalt engagieren.
Die Auszeichnungen der Leipziger Projekte erfolgten im Kubus des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Das Schwerpunktthema der deutschen UN-Dekade für die Jahre 2013 und 2014 lautet „Vielfalt nutzen – die Angebote der Natur“ und konzentriert sich auf die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Beide Leipziger Projekte demonstrieren, wie nachhaltiger Konsum und die Erlebbarkeit biologischer Vielfalt in der Praxis umgesetzt werden können. Eine Bewerbung als UN-Dekade-Projekt ist fortlaufend online möglich.
