UNESCO-Anerkennung und Modellregion für Nachhaltigkeit
Die UNESCO hat die Erweiterung des Biosphärenreservats Rhön bestätigt. Dies ermöglicht die Umsetzung eines bedeutenden Projekts für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung in Bayern.
Dies ist ein großer Erfolg für den Naturschutz in Bayern. Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten macht die Rhön zu einem herausragenden Naturschatz. Mit der Erweiterung des Biosphärenreservats bewahren wir die einzigartige Kulturlandschaft der Rhön auch zukünftig als Aushängeschild für Naturschutz, Öko-Tourismus und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Bereits 1991 wurde die Natur- und Kulturlandschaft der Rhön von der UNESCO als erstes länderübergreifendes Biosphärenreservat in Bayern, Hessen und Thüringen anerkannt. Seitdem hat sich das Biosphärenreservat als Modellregion für Öko-Tourismus, Regionalvermarktung, Umweltbildung und partnerschaftlichen Naturschutz mit der Landwirtschaft etabliert.
Das Biosphärenreservat zeichnet sich durch Lebensräume wie Bergwiesen, Borstgrasrasen, Hochmoore und Buchenwaldbestände aus, die zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten als Heimat dienen.
Erhebliche Flächenerweiterung und Kernzonenausweisung
Auf Initiative der Landkreise und Gemeinden wurde der bayerische Teil des Biosphärenreservats Rhön im Jahr 2013 von etwa 71.500 Hektar auf rund 129.600 Hektar erweitert. Dies entspricht nahezu einer Verdoppelung der Fläche. Gleichzeitig wurde die Kernzone ausgewiesen, die gemäß UNESCO-Vorgaben drei Prozent der Gesamtfläche als nutzungsfreien Bereich umfassen muss. Unter der Federführung des Bayerischen Umweltministeriums wurde eine Lösung für diese Anforderung gefunden.
Dank einer großartigen Gemeinschaftsleistung von Bund, Freistaat und Kommunen vor Ort ist es gelungen, den Status als UNESCO-Biosphärenreservat zu sichern und das Biosphärenreservat auf bayerischer Seite erheblich zu erweitern. Insbesondere das große Engagement der beteiligten Landkreise und Gemeinden sowie die hohe Identifikation und tatkräftige Mitarbeit vieler überzeugter Menschen vor Ort haben dazu beigetragen, die Idee der nachhaltigen Entwicklung bei den Menschen in der Region zu verankern.
Bund, Freistaat und Kommunen konnten gemeinsam rund 3.500 Hektar zusätzliche Kernzone im bayerischen Teil des Biosphärenreservats gewinnen. Die Kernzone umfasst nun insgesamt etwa 3.900 Hektar. Davon stellten die Kommunen rund 720 Hektar zur Verfügung. Der Bund trug mit rund 590 Hektar, unter anderem auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken, einen erheblichen Teil bei. Der größte Flächenanteil stammt vom Freistaat.
Seit dem 1. Januar 2014 sind die neuen Kernzonenflächen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Erweiterung des bayerischen Teils markiert zudem den Beginn der Fortschreibung des "Rahmenkonzepts Biosphärenreservat Rhön" in Zusammenarbeit mit Hessen und Thüringen. In den kommenden drei Jahren sollen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Ziele und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung erarbeitet und umgesetzt werden.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Ein weiterer Bestandteil des Biosphärenreservatskonzepts ist die Bildung für Umwelt und nachhaltige Entwicklung. In Infozentren wie dem "Haus der Langen Rhön", dem "Haus der Schwarzen Berge" und der Infostelle "Schwarzes Moor" wird die Idee der nachhaltigen Entwicklung vermittelt. Das "Rhöniversum", ein Verbund der Schullandheime "Bauersberg" und "Thüringer Hütte" sowie der "Umweltbildungsstätte Oberelsbach", bietet insbesondere Kindern die Möglichkeit, einen sensiblen Umgang mit Natur und Kulturlandschaft zu erfahren.