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„Blauer Kompass 2011“: Auszeichnung für Klimaanpassung

Stuttgart, Arnsberg, Wuppertal und die WOGENO München wurden mit dem „Blauen Kompass 2011“ für ihre Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel ausgezeichnet. Der Preis würdigt vorbildliche Projekte in Deutschland.

Auszeichnung für vorbildliche Klimaanpassungskonzepte

Die Städte Stuttgart, Arnsberg und Wuppertal sowie die Münchener Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO wurden mit dem „Blauen Kompass 2011“ ausgezeichnet. Dieser Preis würdigt die besten Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel in Deutschland.

Der „Blaue Kompass“ wurde 2011 erstmalig vom Bundesumweltministerium (BMU) und dem Umweltbundesamt (UBA) verliehen. Er ist Teil der Umsetzung des Aktionsplans Anpassung an den Klimawandel der Bundesregierung.

Hitzewellen, Starkregen oder Hochwasser – solche Extremwetterereignisse werden auch in Deutschland immer häufiger. Die Preisträger des 'Blauen Kompass' haben die Zeichen der Zeit erkannt und stellen sich bereits vorbildlich auf den Klimawandel ein. Sie sind beispielhafte Vorreiter in diesem wichtigen Feld. Ihre Aktivitäten finden hoffentlich viele Nachahmer.

Dies betonte UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann bei der Preisverleihung in Bonn. Am Wettbewerb beteiligten sich 59 Kommunen, Unternehmen und Verbände. Alle Wettbewerbsbeiträge sowie weitere Beispiele für Anpassungsmaßnahmen werden dauerhaft über eine „Tatenbank“ des Umweltbundesamtes öffentlich zugänglich gemacht.

In den vergangenen zehn Jahren zeigten Ereignisse wie das Elbehochwasser 2002, der Hitzesommer 2003 oder der Wintersturm Kyrill 2007, dass Wetterextreme in Deutschland Milliardenschäden verursachen können. Gefährdet sind dabei Hochspannungsleitungen, Gleisanlagen, Gebäude und andere Infrastrukturen.

Auch wenn diese Wetterextreme nicht direkt als Folgen des langfristigen Klimawandels gelten, weisen sie auf zunehmende Risiken hin. Kommunen, Verbände und Unternehmen passen sich vorausschauend an diese veränderten Risiken an. Der Wettbewerb „Anpassungspioniere gesucht“ sollte erfolgversprechende Ansätze zur Vorbereitung auf den Klimawandel identifizieren.

Die Preisträger des „Blauen Kompass“ 2011 im Detail

Die Stadt Arnsberg erlebte im Sommer 2007 verheerenden Starkregen, der mehrere Ortsteile überflutete. Zum Schutz vor zukünftigen Extremniederschlägen wurde ein Hochwasserschutzkonzept entwickelt und zügig umgesetzt. Mehrere Bäche im Stadtgebiet wurden renaturiert und verbreitert. Bei einem erneuten Starkregen im Jahr 2010 konnten dadurch größere Schäden vermieden werden. Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Bevölkerung und den ausführenden Ingenieurbüros trug maßgeblich zum Erfolg bei.

Die Stadt Stuttgart ist aufgrund ihrer Kessellage besonders auf Frischluftzufuhr angewiesen. Die Stadt greift dabei auf 70 Jahre Erfahrung ihrer Abteilung Stadtklimatologie zurück. Der Hitzesommer 2003 führte zu extremer Hitze in der Stadt. Stuttgarts Offensive umfasste die Begrünung von 300.000 m² Dachflächen, die Begrünung von Verkehrsflächen und Straßenbahngleisen sowie die Einführung eines „Nachhaltigen Bauflächenmanagements“. Dieses zielt darauf ab, den Bedarf an Bauflächen vorrangig aus dem Bestand und mit geringer Inanspruchnahme neuer Flächen zu decken.

Die Stadt Wuppertal, die größte Stadt des Bergischen Landes, ist durch große Gefälle und steile Straßen bei Starkregen gefährdet. Um das Risiko künftiger Überflutungen einschätzen zu können, entwickelte Wuppertal ein dreidimensionales Oberflächenmodell der Stadt. Damit lässt sich der Abfluss lokalen Starkregens simulieren. Besonders gefährdete Gebiete und Mulden können so identifiziert und Schutzmaßnahmen gemeinsam mit den Anrainern entwickelt werden.

Die Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO München errichtete in den Jahren 2000/2001 zwei Neubauten mit 28 Wohnungen im Stadtteil Riem. Das Projekt stand unter dem Motto einer nachhaltigen und klimagerechten Hausbewirtschaftung. Ein eigens entwickeltes Energiekonzept umfasst Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien. Für den Garten einigten sich die Bewohner darauf, Regenwasser zur Bewässerung aufzufangen und Blumenwiesen anstelle von Rasenflächen anzulegen. Die angepasste Mahd reduziert das Austrocknen des Bodens in Hitzesommern und verringert die Erosionsgefahr bei Platzregen.

13.12.2011

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Umweltbundesamt (UBA)

Wörlitzer Platz 1
6844Dessau
Deutschland

Tel.:+49 340 2103-2416
Fax:+49 340 2103-2285

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