Innovationen im Fahrzeugbau: Robuste Materialien und moderne Technik
Blomenröhr Fahrzeugbau, ein mittelständisches Unternehmen aus dem westfälischen Geseke, ist bekannt für seine individuell konfigurierten Anhänger, die auf maximale Lebensdauer ausgelegt sind. Das Unternehmen setzt dabei auf moderne Komponenten wie Hardox 450 für Kipper-Tieflader, aktuelle Brems-Elektronik und LED-Technik in den Lichtanlagen.
Geschäftsführerin Iris Blomenröhr beschreibt das Kerngeschäft des Familienbetriebs treffend:
"In der Mehrheit bauen wir quasi Unikate."
Mit 55 Mitarbeitern fertigt Blomenröhr kompakte Tieflader und Minisattel nach Maß. Das Unternehmen hat sich in den letzten 50 Jahren eine Nische erschlossen, die von großen Massenherstellern oft unbeachtet bleibt.
Die typische Klientel umfasst die Bauwirtschaft, Kommunalbetriebe sowie den Garten- und Landschaftsbau. Traditionell liegt der Schwerpunkt des Programms auf Tiefladern für den Transport von Maschinen, von Baggern bis zu Bohrgeräten. Diese sind in fast 20 Grundvarianten erhältlich, wobei das zulässige Gesamtgewicht von zwei bis 21 Tonnen reicht. Neu ist, dass Durchfahr-Tieflader ab sofort serienmäßig mit feuerverzinktem Chassis und feuerverzinkten Rampen ausgestattet werden.
Zum Sortiment gehören auch niedrig bauende Kipper. Dieses Segment wird durch die serienmäßige Ausstattung mit einer Bodenplatte aus Hardox 450 aufgewertet. Hardox ist ein verschleißfestes Stahlblech, das sich besonders im Schüttgutbereich bewährt hat. Es zeichnet sich durch hohe Beanspruchbarkeit und Resistenz gegen Verformung durch Schläge aus, was die Langlebigkeit der Kipper-Tieflader erhöht.
Ein weiteres Geschäftsfeld sind Mini-Sattelauflieger. Bei Bedarf übernimmt das Werk in Geseke auch den Umbau des Transporters zur passenden Zugmaschine. Dies beinhaltet die Montage von Hilfsrahmen und Sattelkupplung sowie die Installation einer Druckluft-Bremsanlage mit elektrischem Kompressor.
Alle Fahrzeuge werden serienmäßig auf sogenannte Teil-LED umgestellt. Die robuste, langlebige und energiesparende LED-Technik kommt bei Seiten- und Positionsleuchten sowie der Nummernschildbeleuchtung zum Einsatz, was den Wartungsaufwand reduziert.
Erhöhte Sicherheit durch elektronische Bremssysteme
Bei Fahrzeugen ab zehn Tonnen zulässigem Gesamtgewicht hat Blomenröhr das elektronische Bremssystem EBS sowie das Park- und Bremsventil Trailer Emergency Module (TEM Safe Parking) eingeführt. Diese Technik stammt vom schwedischen Hersteller Haldex, dessen Safe-Parking-Funktion mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Innovation Award der IAA und dem Technischen Innovationspreis auf der Solutrans.
Iris Blomenröhr erläutert die Vorteile:
"EBS schafft dank kürzerer Bremswege und Stabilitätsfunktion höhere Fahrsicherheit."
Zum TEM Safe Parking ergänzt sie:
"Safe Parking schaltet darüber hinaus latente Gefahren durch Fehlbedienung beim Zusammenspannen von Zugfahrzeug und Anhänger weitgehend aus."
Die Safe-Parking-Funktion verhindert, dass sich ein Anhänger unkontrolliert in Bewegung setzt, wenn beim Zusammenspannen versehentlich der falsche Kupplungskopf zuerst angeschlossen wird. In solchen kritischen Situationen wird die Feststellbremse des Trailers aktiviert und löst erst wieder, wenn der Fahrer dies korrekt über den roten Bedienknopf einleitet. Diese Innovation wurde zunächst bei Fahrzeugen über zehn Tonnen eingeführt und soll sukzessive auch in leichteren Gewichtsklassen zum Einsatz kommen.
Tradition und internationale Präsenz: Die Geschichte von Blomenröhr
Die Fahrzeuge von Blomenröhr sind auf Langlebigkeit ausgelegt. Cordula Wenzel, die den Betrieb zusammen mit ihrem Mann Joachim Wenzel und ihrer Schwester Iris Blomenröhr leitet, bestätigt:
"20 bis 25 Jahre laufen diese Fahrzeuge in der Regel."
Das Unternehmen wurde 1963 von Anton Blomenröhr gegründet, der sich vor neun Jahren aus dem operativen Geschäft zurückzog, aber weiterhin täglich im Betrieb präsent ist. Begonnen hatte er mit Bauwagen, Wendeltreppen und Anhängern für Bienenstöcke. Die ersten Anhänger für den Maschinentransport wurden 1968 produziert.
Heute verfügt Blomenröhr über zwei Werke. Der Hauptsitz in Westfalen ist für Fahrzeuge ab 10,5 Tonnen Gesamtgewicht, Dreiseitenkipper und Sonderfahrzeuge zuständig. Der Zweitsitz im ostdeutschen Egeln (Sachsen-Anhalt) steuert Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie Durchfahr-Tieflader bei. Das Werk in Egeln wurde kurz nach der Wende 1990 in Betrieb genommen, als die Kapazitäten im Westen an ihre Grenzen stießen.
Obwohl die Kundschaft hauptsächlich aus Deutschland stammt, exportiert Blomenröhr seine Produkte auch international. Die Qualität der Fahrzeuge hat Kunden bis nach Sambia und sogar nach Neukaledonien überzeugt, wohin bereits 50 Einheiten geliefert wurden.
