Beetpflanzen und Gehölze

Der Präriegarten: Natürliche Vielfalt und Robustheit

Der Präriegarten kombiniert blühende Stauden mit robusten Ziergräsern und zeichnet sich durch seine Natürlichkeit aus. Er erreicht seine Blütezeit im Spätsommer und bietet eine ansprechende Gestaltung vom Frühling bis in den Winter.

Robuste Anpassungsfähigkeit der Präriepflanzen

Präriepflanzen sind an schwierige Bedingungen wie heiße Sommer, kalte Winter, ungleiche Regenverteilung, trockene Böden und stetigen Wind angepasst. Sie sind robust und anspruchslos. Ein durchlässiger Boden, in dem Regenwasser gut versickern kann, ist für sie essenziell, da nasse Wurzeln im Winter schädlich sein können. Das Sortiment der Präriegräser bietet passende Arten und Sorten für sandige und lehmige Standorte.

Pflanzen der Kurzgrasprärie sind an kargere Umgebungen gewöhnt und benötigen wenig Wasser. Beispiele hierfür sind das Wimper-Perlgras (Melica ciliata), die Wüstenmalve (Sphaeralcea coccinea), die Myrtenaster (Aster ericoides) und der Stauden-Lein (Linum perenne). Pflanzen der Hochgrasprärie bevorzugen hingegen nährstoffreiche, gleichmäßig feuchte Böden. Dazu gehören die Rutenhirse (Panicum virgatum), das Reitgras (Calamagrostis acutiflora), die Raublatt-Aster (Aster novae-angliae) und der Purpur-Dost (Eupatorium purpureum).

Ganzjährige Attraktivität und die richtige Pflanzenauswahl

Durch die Auswahl von Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten kann ein Präriegarten vom frühen Sommer bis in den Herbst attraktiv bleiben. Für Farbe und Abwechslung zu Beginn des Jahres, bevor die Gräser neu austreiben, können Blumenzwiebeln von Frühblühern zwischen die Präriegewächse gesetzt werden. Diese benötigen wenig Platz und bieten Insekten wie Bienen und Schmetterlingen wichtige Pollen und Nektar.

Geeignete Zwiebelgewächse mit natürlichem Charakter sind die Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris), die Moschus-Narzisse (Narcissus moschatus), der Sizilianische Honiglauch (Allium siculum) und die Prärielilie (Camassia leichtlinii).

„Wichtig ist, die Pflanzen wie zufällig auf der Fläche zu verteilen – das gilt sowohl bei den Zwiebelpflanzen, als auch den Stauden und Gräsern. Denn der Präriegarten lebt von seiner Natürlichkeit“, so Jungjohann vom BGL. „Einerseits sollten kleine Gruppen gebildet werden, damit die einzelnen Blüten in der Masse nicht untergehen, andererseits darf das Beet aber nicht zu strukturiert aussehen. Es muss die Illusion geschaffen werden, dass die Pflanzen ganz natürlich und eben nicht geordnet an Ort und Stelle gewachsen sind.“

Pflege und Schnitt für einen langlebigen Präriegarten

Ein Präriegarten ist pflegeleicht, sofern standortgerechte Gräser und Stauden gewählt werden und ausreichend Raum zur Ausbreitung vorhanden ist. Dicht gewachsene Pflanzen unterdrücken Wildkräuter. Die Graslandgewächse kommen mehrere Wochen ohne Wasser aus und benötigen keinen Dünger. Außer einem bodennahen Schnitt der trockenen Blüten, Blätter und Samenstände vor dem Neuaustrieb ist keine weitere Aufmerksamkeit erforderlich.

Der Schnitt sollte im Frühjahr erfolgen. Die Blätter und Halme schützen das Herz der Gräser im Winter vor Nässe und verleihen dem winterlichen Garten Struktur. Zudem bieten die Pflanzen im Winter Insekten wie Wildbienen Überwinterungsquartiere in hohlen Stängeln, und Vögel finden Nahrung in den verbliebenen Samen.

02.10.2019

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