Die Hanfpalme im Botanischen Garten Karlsruhe – Blütenpracht und Geschlechtervielfalt
Im Frühsommer, genauer in den Monaten Mai und Juni, präsentiert die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) ihre gelben Blütenrispen. Diese Pflanzen sind im Botanischen Garten Karlsruhe sowohl entlang der Wege als auch auf Grünflächen zu finden. Sie wachsen dort sowohl in Kübeln als auch direkt im Boden und verleihen der Umgebung ein exotisches Erscheinungsbild.
Wer genau hinsieht, entdeckt, dass die sternförmigen Einzelblüten der Exemplare minimal unterschiedlich sein können.
Dies erklärt Thomas Huber, Leiter des Botanischen Gartens, und führt weiter aus, dass es männliche und weibliche Hanfpalmen gibt. Eine eindeutige Unterscheidung ist möglich, sobald sich Früchte bilden: Die blauschwarzen, leicht bohnenförmigen Beeren wachsen ausschließlich an den weiblichen Palmen.
Herkunft und Nutzung der Hanfpalme
Die Hanfpalme stammt ursprünglich aus Asien. Im Jahr 1830 brachte der Naturforscher Philipp Franz von Siebold die ersten Palmensamen nach Europa, woraufhin die Pflanze bald Salons und Wintergärten schmückte. Heute ist die Hanfpalme als winterhärteste aller Palmen auch wildwachsend in Norditalien und im Süden der Schweiz anzutreffen. In der Schweiz wird sie sogar als invasiv eingestuft, da sie den Lebensraum heimischer Pflanzen einnimmt.
In China wird die Hanfpalme auch als Nutzpflanze verwendet. Aus ihren Stämmen werden Zaunpfähle gefertigt. Die Fasern am Stamm sowie die Blätter dienen zur Herstellung von Flechtwerk, Tauen und Bürsten.
Pflegehinweise für die Hanfpalme
Für die Kultivierung der Hanfpalme zu Hause gibt es zwei Möglichkeiten:
- Anpflanzung im Garten: Für ausgepflanzte Exemplare ist ein vollsonniger Standort mit einem tiefgründigen und wasserdurchlässigen Boden zu wählen. In den ersten Jahren ist ein Winterschutz ratsam. Bei gefrorenem Boden sollte die Palme zudem vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
- Kultivierung als Kübelpflanze: Die Hanfpalme kann auf der Terrasse platziert werden. Auch hier ist auf ausreichend Sonne zu achten. Regelmäßiges Gießen und ein passend großer Kübel sind ebenfalls wichtig. Im Winter benötigt die Kübelpflanze ein helles und kühles Quartier.
Es gilt die Faustregel: Je kühler der Raum, desto weniger Licht benötigt die Pflanze.
Dies ergänzt Thomas Huber bezüglich der Überwinterung von Kübelpflanzen.
