Vorteile und Anlage von Blumen- und Kräuterrasen
Mit dem Fortschreiten des Frühlings erwacht die Natur, und erste Insekten wie Zitronenfalter suchen nach Nahrung. Ein klassischer Rasen bietet hierfür jedoch kaum Ressourcen. Im Gegensatz dazu stellt ein Blumen- oder Kräuterrasen mit seinen Blüten eine wichtige Nahrungsquelle dar, die besonders im Frühjahr für Insekten von Bedeutung ist.
Ein Blumenrasen erweist sich auch im Kontext des Klimawandels als vorteilhaft. Er toleriert sommerliche Trockenheit besser und benötigt weniger Bewässerung und Düngung, da Wildpflanzen tiefere Wurzeln ausbilden als typische Rasengräser. Dies führt zu Einsparungen bei Kosten und Zeit und zeichnet sich durch Pflegeleichtigkeit, Umweltfreundlichkeit und ökologischen Wert aus. Der Frühling, neben dem Herbst, ist eine geeignete Zeit für die Pflege und Sanierung von Rasenflächen, wobei die Bedürfnisse von Insekten berücksichtigt werden sollten.
Blumen- bzw. Kräuterrasenflächen sind keine hochwüchsigen Naturwiesen. Sie können durch ihren niedrigwachsenden, trittfesten Gräser-Kräuterbestand betreten werden. Das zeitige Frühjahr eignet sich auch gut zur Anlage eines bunten Saums mit Naturwiesencharakter z.B. entlang von Laubhecken. Dort finden zahlreiche Insekten ebenso wie Vögel und Igel Nahrung.
Dies betont Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“. Blumen- oder Kräuterrasen können sich aus bestehendem Gebrauchsrasen entwickeln, indem auf Beikrautbekämpfung verzichtet und seltener oder gar nicht mehr gedüngt wird. Um das Aufkommen blühender Wildpflanzen zu fördern, sollte das Mähgut stets von der Fläche entfernt und beispielsweise zum Mulchen in Blumenbeeten verwendet werden. Durch diese Maßnahme werden Nährstoffe entzogen, was zu einer Abmagerung des Bodens führt. Dies begünstigt Kräuter wie Hornklee, Kriechenden Günsel und Gundelrebe, die mit geringeren Nährstoffmengen auskommen.
Für eine gute Entfaltung der Blüten ist es ratsam, nach Bedarf nur etwa eine Handbreit hoch zu mähen. Im Fachhandel sind spezielle Blumen- oder Kräuterrasenmischungen erhältlich. Diese können analog zu Gebrauchsrasen auf vorbereiteten, unbewachsenen Flächen ausgesät oder zum Ausbessern kahler Stellen genutzt werden. Der März bietet sich hierfür an, da der Boden zu dieser Zeit ausreichend Feuchtigkeit für die Keimung enthält. Saatgutmischungen für Blumen- und Kräuterrasen sind als Alternative zu herkömmlichem Rasensaatgut verfügbar.
