Wiesentypen und passende Saatgutwahl für Ihren Garten
Im Fachbereich werden über 300 Wiesentypen unterschieden, da die Pflanzenzusammensetzung stark von den Bodenverhältnissen abhängt. Auf Sandböden gedeihen andere Pflanzen als auf schweren Lehmböden. Grundsätzlich gilt: Je magerer und kalkhaltiger der Boden, desto höher ist die Artenvielfalt. Während eine Fettwiese etwa 25 Arten aufweisen kann, sind auf sehr mageren Standorten über 100 Arten möglich. Optimale Bedingungen für Blumenwiesen bieten gut wasserdurchlässige Böden in voller Sonne.
Der Fachhandel bietet spezifische Saatgutmischungen für unterschiedliche Boden- und Landschaftsbedingungen an. Einige Anbieter ermöglichen auch die individuelle Zusammenstellung von Mischungen. Bei der Auswahl sind Wuchshöhe, Blütezeit und Blühdauer der Pflanzen zu berücksichtigen, um eine kontinuierliche Blütenentwicklung über die Sommermonate zu gewährleisten. Ein- und zweijährige Sommerblumen wie Malven, Strohblumen und Zinnien sowie Roter Lein, Sonnen- und Schleifenblumen bereichern eine Wiese. Ackerwildkräuter wie Mohn oder Kornblumen sind besonders im Aussaatjahr attraktiv, verschwinden jedoch meist, wenn kein neues Saatgut ausgebracht wird. Pflanzen wie Färberwaid, Natternkopf, Kümmel und Nachtviole entfalten ihre volle Schönheit oft erst im zweiten Jahr. Wiesensalbei, Skabiosen, Wiesenflockenblume und Schafgarbe blühen im Spätsommer oder Frühherbst ein zweites Mal und sorgen so für eine längere Attraktivität.
Bodenvorbereitung und Aussaat für eine erfolgreiche Blumenwiese
Die Monate März bis Mai sind ideal für die Anlage einer Blumenwiese, sofern der Boden abgetrocknet ist und sich erwärmt. Eine einfache Streuaussaat auf bestehendem Rasen führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Eine sorgfältige Bodenvorbereitung ist entscheidend. Der Landschaftsgärtner entfernt zunächst den vorhandenen Bewuchs und lockert den Boden anschließend mit einer Motorhacke. Größere Steine, Wurzeln und Rhizome werden dabei entfernt.
Zur Abmagerung nährstoffreicher Flächen kann Sand oder feiner Kies eingearbeitet werden. Das Saatgut wird erst ausgebracht, wenn der Boden feinkrümelig, locker und eben ist. Da die meisten Wiesenpflanzensamen Licht zum Keimen benötigen, werden sie nur sehr flach eingeharkt und anschließend mit einer Rasenwalze angedrückt. In den ersten Wochen nach der Aussaat ist eine regelmäßige Feuchtigkeitszufuhr wichtig, um Austrocknung zu vermeiden. Da in den meisten Böden Samen und Pflanzenteile von Unkräutern vorhanden sind, treten in neu angelegten Flächen anfänglich oft unerwünschte Arten auf.
Etwa acht Wochen nach der Aussaat empfiehlt sich ein erster Pflegeschnitt. Dieser dient primär der Entfernung schnellwachsender Unkräuter. Die langsamer wachsenden Blumen werden dabei zwar gekürzt, treiben aber anschließend wieder aus. Hartnäckige Unkrautarten wie Stumpfblättriger Ampfer sollten gezielt ausgestochen und mitsamt der Wurzel entfernt werden.
Pflege und Nutzung von Blumenwiesen im Garten
Im Vergleich zu herkömmlichen Zierrasen ist der Pflegeaufwand für Blumenwiesen gering. Düngung und Spritzmittel sind nicht erforderlich. Das Mähen beschränkt sich üblicherweise auf ein bis zwei Mal pro Jahr. Es sollte gewartet werden, bis ein Großteil der Pflanzen Samen gebildet hat. Die Mahd kann mit einer Sense oder einem Balkenmäher erfolgen. Es ist ratsam, das Schnittgut einige Tage auf der Fläche trocknen zu lassen, damit die Samen ausfallen können und die Artenvielfalt im Folgejahr gesichert ist.
Während der Blütezeit im Sommer sollten Blumenwiesen möglichst wenig betreten werden, da die meisten Pflanzen trittempfindlich sind und sich nach dem Abknicken nur schwer erholen. Wer seinen Garten für Spiel, Sport oder Grillpartys nutzen möchte, muss dennoch nicht auf Wiesenblumen verzichten. Kombinationen aus trittbelastbarem Rasen und Bereichen mit blühenden Wildblumen sind möglich. Landschaftsgärtner können auf Wunsch Randstreifen oder Inseln in der Rasenfläche entsprechend anlegen.
