Hintergrund und Ziele des Förderaufrufs für den Kleinprivatwald
Die Betreuung des Privatwaldes oblag bisher oft den Landesforsten oder Landwirtschaftskammern der Länder. Nach Kartellverfahren in mehreren Bundesländern sollen private forstliche Zusammenschlüsse künftig eine größere Rolle spielen, insbesondere bei der Holzvermarktung und Beratung. Um diese Entwicklung zu unterstützen, ruft das BMEL unter dem Titel „Kleinprivatwald – Innovationen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung“ zur Einreichung von Ideen für neue Dienstleistungen, IT-Entwicklungen sowie technische und organisatorische Lösungen auf.
Die geförderten Maßnahmen sollen die Effizienz und Attraktivität forstlicher Zusammenschlüsse steigern und deren Arbeitsalltag erleichtern. Sie können sich auch direkt an einzelne Waldbesitzer richten. Denkbare Ansätze umfassen neue Formen der gemeinschaftlichen Bewirtschaftung und Vermarktung, wie digitale Vermarktungsplattformen, Einkaufsgemeinschaften für Forstpflanzgut, innovative Abrechnungsmodelle oder Bürgerwaldkonzepte. Für die Ansprache von Waldbesitzern sind Informationsmedien erforderlich, die auch nutzungsferne Eigentümer erreichen. Darüber hinaus sind übergeordnete Projekte förderfähig, die Daten zu verschiedenen Eigentümertypen oder zum Status quo forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse sowie deren betriebswirtschaftlichen Kennzahlen erheben. Der vollständige Aufruf ist auf fnr.de unter Projektförderung – Für Antragsteller verfügbar.
Bedeutung der nachhaltigen Forstwirtschaft für die Bioökonomie
Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft gilt als Rohstoff mit positiver Ökobilanz. Heimische Produktion bietet zudem den Vorteil kurzer Transportwege. Das in Deutschland nachhaltig erzeugte Holz ist eine unverzichtbare Rohstoffbasis für heimische Betriebe, insbesondere in ländlichen Räumen, und trägt zur Bioökonomie bei. Es leistet zudem einen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele der Bundesregierung. Die Charta für Holz 2.0 des BMEL zielt darauf ab, die Nutzung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu erhöhen, um Klimaschutz, Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum zu fördern und endliche Ressourcen zu schonen.
Fast die Hälfte der deutschen Waldfläche befindet sich in Privatbesitz, wovon wiederum etwa 50 Prozent der privaten Waldflächen kleiner als 20 Hektar sind. Diese kleinen und oft zersplitterten Waldstücke sind schwer zu bewirtschaften. Zusätzlich verfügen infolge des Generationenwechsels immer mehr neue Waldbesitzer kaum über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit ihrem Wald. Die Ergebnisse dieses Förderaufrufs sollen neue Unterstützungsmöglichkeiten für den Klein- und Kleinstprivatwald entwickeln und somit die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen dieser Wälder erhalten.
