Hintergrund und Ziele der BMEL-Förderung
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Einsatz von Torf im Gartenbau signifikant zu reduzieren. Bis 2030 sollen Erwerbsgärtner weitgehend auf Torf als Substratkomponente verzichten, während für Freizeitgärtner ein vollständiger Verzicht bereits einige Jahre früher angestrebt wird. Diese Maßnahmen sind Teil der Klimaschutzpläne der Regierung.
Der aktuelle Förderaufruf des BMEL zielt darauf ab, die Forschung und Entwicklung von Torfersatzstoffen voranzutreiben. Gleichzeitig soll der akademische Nachwuchs in diesem spezifischen Themenfeld gefördert werden.
Forschungsschwerpunkte und förderfähige Themen
Gesucht werden Nachwuchsgruppen, die über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren an verschiedenen Aspekten der Torfminderung im Gartenbau arbeiten. Die förderfähigen Themen umfassen:
- Gewinnung und Aufbereitung geeigneter Torfersatzstoffe.
- Erzeugung torffreier oder torfreduzierter Gartenerden und Kultursubstrate.
- Optimierung der Anwendung dieser Substrate.
Als potenzielle Torfersatzstoffe werden unter anderem Holz, Paludi-Biomasse und biogene Reststoffe genannt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ursachenforschung bei Pflanzenschäden, die durch den Einsatz von Torfersatzstoffen entstehen können. Darüber hinaus sind übergeordnete Forschungsarbeiten förderfähig. Dazu gehören die Erstellung von Ökobilanzen für Torfersatzstoffe sowie die Entwicklung von Prüfmethoden zum Nachweis von Torfmengen in Substraten.
Struktur der Nachwuchsgruppen und Bewerbungsverfahren
Eine Nachwuchsgruppe soll aus drei bis maximal fünf Mitarbeitenden bestehen und von einem oder zwei Postdoktoranden geleitet werden. Projektskizzen können bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), dem Projektträger des BMEL, eingereicht werden. Die Frist für die Einreichung des Förderaufrufs endete am 10. März 2022.
