Naturschutz

BMEL fördert Moor-Wiedervernässung im Teufelsmoor mit 10,7 Millionen Euro

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt die Wiedervernässung von Mooren und die Nutzung von Paludikulturen im Teufelsmoor mit 10,7 Millionen Euro. Ziel ist die Reduzierung von Klimaemissionen und die Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven für Landwirte.

Hintergrund und Bedeutung des Moorschutzes

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Wiedervernässung von Mooren und zur Nutzung von Paludikulturen. Für Projekte im niedersächsischen Teufelsmoor werden 10,7 Millionen Euro bereitgestellt. Ziel ist es, Klimaemissionen aus Moorböden zu reduzieren und gleichzeitig wirtschaftliche Perspektiven für Landwirte zu schaffen.

Ein erheblicher Anteil der deutschen Treibhausgasemissionen, über sieben Prozent, resultiert aus der Zersetzung von Moorböden, die durch Entwässerung und Torfnutzung verursacht wird.

Wiedervernässte Moore sind unseren natürlichen Verbündeten beim aktiven Klimaschutz – aber das geht nur, wenn wir Lösungen mit den Betroffenen finden. Für die Landwirtschaft muss es sich lohnen, mitzumachen und klimafreundlich zu wirtschaften. Viele Bauernfamilien leben seit Generationen auf Moorstandorten, ihre Vorfahren haben das Land mühsam urbar gemacht – das sollten wir nicht vergessen. Wir brauchen dabei Projekte, die sich direkt in die Praxis umsetzen lassen, die Innovationen in die Fläche bringen und damit den Klimaschutz fördern. Landwirtschaft und Moorschutz gehören zusammen, daran arbeiten wir mit diesem Projekt.

Mit der Zielvereinbarung zum Moorbodenschutz haben Bund und Länder eine Grundlage für den flächenwirksamen Moorbodenschutz geschaffen. Ein gemeinsames Ziel ist die Senkung der jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden um fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent bis zum Jahr 2030.

Projektziele und Umsetzung im Teufelsmoor

Das aktuelle Vorhaben konzentriert sich auf die Etablierung einer angepassten Nutzung wiedervernässter Moorflächen im Landkreis Osterholz. Auf einer Fläche von bis zu 200 Hektar soll eine wirtschaftlich tragfähige Wertschöpfungskette für Biomasse aus Nassbewirtschaftung im Teufelsmoor aufgebaut werden. Dies umfasst die Flächenauswahl und -vorbereitung, die Vernässung und Flächenbewirtschaftung sowie die Verwertung und Vermarktung der Aufwüchse.

Das transdisziplinäre Verbundprojekt nutzt einen Living Lab-Kooperationsansatz, um Lösungen für wirtschaftlich tragfähige Wertschöpfungsketten für Produkte aus Paludikulturen zu entwickeln. Paludikulturen wie Schilf, Rohrkolben und Nassgräser wachsen auf nassen Standorten. Ihr Nutzungsspektrum reicht von Dämmstoffen bis hin zu Torfersatzprodukten.

An dem Projekt sind lokale Partner, Praxispartner und weitere Akteure beteiligt. Es sollen Erkenntnisse zur Eignung des Living Lab-Ansatzes für zukünftige Klima- und Moorbodenschutzprojekte gesammelt werden. Ein Wissensaustausch mit anderen BMEL-Förderprogrammen sowie die Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf Landes- und Bundesebene sind angestrebt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden durch zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit verbreitet.

Förderung und beteiligte Institutionen

Die Förderung erfolgt durch das BMEL über die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Modell- und Demonstrationsvorhaben. Die Umsetzung wird von folgenden Institutionen getragen:

  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • Thünen-Institut für Agrarklimaschutz
  • Landkreis Osterholz
  • Niedersächsisches Landvolk (Kreisverband Osterholz)
  • TU Dresden
  • Michael Succow Stiftung (Partner im Greifswald Moor Centrum)

Bundesweit sollen mehrere Modell- und Demonstrationsvorhaben zeigen, wie die Umstellung von der Planung über die Wiedervernässung bis zur Neuausrichtung der Flächennutzung in der Praxis funktioniert. Das BMEL stellt hierfür in den nächsten zehn Jahren bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung. Eine geplante Bundesförderrichtlinie im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz soll auf bestehenden Aktivitäten der Länder und des Bundes aufbauen und den Moorbodenschutz flächenwirksam unterstützen.

24.01.2024

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