Herausforderung Eschentriebsterben und Forschungsbedarf
Das Eschentriebsterben, verursacht durch den aus Ostasien stammenden Pilz Falsches Weißes Stengelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus), stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) in Europa dar. Seit dem Auftreten in Deutschland vor etwa zehn Jahren wird intensiv dazu geforscht. Diese Forschung erfolgt durch verschiedene Einrichtungen, oft im europäischen Austausch.
In Deutschland erschwert die Verwendung unterschiedlicher Methoden und Verfahren in den einzelnen Bundesländern die Vergleichbarkeit der Forschungsergebnisse und die Ableitung einheitlicher Handlungsempfehlungen. Trotz bereits beantworteter Fragen besteht weiterhin erheblicher Forschungsbedarf, dem das BMEL mit diesem unbefristeten Aufruf begegnet.
Forschungsbereiche und Koordination der Maßnahmen
Der Förderaufruf umfasst verschiedene Forschungsbereiche. Im Bereich Monitoring geht es um die Umsetzung eines Konzepts zur zentralen Erfassung der räumlichen und zeitlichen Schadensdynamik sowie die Identifizierung widerstandsfähiger Bäume. Bei Genetik und Züchtung stehen die Klärung von Widerstandsmechanismen und deren Einflussfaktoren im Vordergrund. Im Bereich Phytopathologie und Forstschutz wird untersucht, inwieweit Antagonisten, also den Pilz hemmende Mikroorganismen, zur Bekämpfung eingesetzt werden können. Waldbauliche Fragen betreffen Konzepte zum Erhalt der Gemeinen Esche durch natürliche Anpassungsprozesse mit Naturverjüngung. Der vollständige Förderaufruf ist online verfügbar.
Zur besseren Abstimmung und Verwertung der Forschungsaktivitäten zum Eschentriebsterben hat das BMEL einen Koordinierungskreis unter Federführung der FNR ins Leben gerufen. Dieser Kreis soll den Forschungsbedarf kontinuierlich sammeln und bündeln. Ziel ist es, bundesweit Maßnahmen zusammenzuführen, um ein effizienteres Vorgehen zu ermöglichen, auch wenn diese Maßnahmen in den Bundesländern unterschiedlich ausgestaltet sein können.
