Beetpflanzen und Gehölze

BMEL intensiviert Maßnahmen gegen Eschentriebsterben

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verstärkt seine Bemühungen zur Bekämpfung des Eschentriebsterbens. Ein neues Verbundvorhaben sucht nach Mikroorganismen, die den Pilz Hymenoscyphus fraxineus hemmen können, um ein biologisches Kontrollsystem zu entwickeln.

Hintergrund und Bedrohung durch das Eschentriebsterben

Das Eschentriebsterben, das sich in Europa verbreitet hat, stellt eine ernste Bedrohung für die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) dar und gefährdet ihre forstwirtschaftliche Zukunft. Verschiedene deutsche Einrichtungen forschen an der Abwendung dieser Bedrohung.

Das ZALF und das TI verfolgen mit dem neuen Forschungsvorhaben einen Ansatz zur Bekämpfung des Pilzes Hymenoscyphus fraxineus, auch bekannt als Falsches Weißes Stengelbecherchen, mittels antagonistischer Mikroorganismen.

„Wir haben es hier mit einer aussichtsreichen Option zur Eindämmung des Eschentriebsterbens zu tun“, ist sich Projektkoordinator Dr. Andreas Ulrich vom Institut für Landschaftsbiogeochemie des ZALF sicher. „Wenn es funktioniert, handelt es sich um eine synergetische Ergänzung zur Züchtung resistenter Eschen, wie sie gerade die Kollegen im Projekt ResEsche erproben.“

Forschung und Entwicklung eines biologischen Kontrollsystems

Im ersten Arbeitsschritt werden befallene und resistente Eschen auf besiedelnde Mikroorganismen untersucht. Dabei wird ermittelt, welche dieser Mikroorganismen eine hemmende Wirkung auf den Erreger des Eschentriebsterbens haben könnten. Anschließend kultivieren die Forscher die identifizierten Bakterien oder Pilze und analysieren deren Wechselwirkung mit dem Schaderreger.

Diese Bakterien oder Pilze, einzeln oder als Konsortien, werden in Gewächshäusern auf anfällige Eschen angewendet, um ihre Wirksamkeit zu testen. Wirksame Mikroorganismen werden selektiert und sollen die Grundlage für die Entwicklung eines biologischen Schutzes gegen Hymenoscyphus fraxineus bilden.

Aktuelle forstwirtschaftliche Empfehlungen zum Eschentriebsterben umfassen die Reduzierung des Pflegeaufwands für Eschen und die rechtzeitige Entnahme erkrankter Bäume, um eine Holzentwertung zu vermeiden. Gleichzeitig sollen Bäume mit wenigen oder keinen Symptomen erhalten und keine neuen Eschen gepflanzt werden.

Koordinierung und zukünftige Maßnahmen

Zur besseren Abstimmung und Koordinierung der Aktivitäten zum Eschentriebsterben etabliert das BMEL einen Koordinierungskreis. Dieser Kreis soll den Forschungsbedarf sammeln und bündeln sowie Maßnahmen, die in den Bundesländern unterschiedlich ausgestaltet sein können, auf Bundesebene zusammenführen, um ein effizienteres Vorgehen zu ermöglichen. Der Koordinierungskreis könnte auch als Modell für den Fall dienen, dass zukünftig andere Baumarten gefährdet sind.

Informationen zum Verbundvorhaben sind in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22006116 und 22028616 verfügbar. Fördermöglichkeiten im Rahmen des Förderschwerpunkts „Stärkung der nachhaltigen Forstwirtschaft zur Sicherung der Waldfunktionen“ im Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe sind online abrufbar.

Im Verbundvorhaben „Erhalt der Gemeinen Esche durch Anlage einer Samenplantage bestehend aus Klonen mit hoher Resistenz gegenüber dem Eschentriebsterben (ResEsche)“ bauen die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern und das Institut für Forstgenetik des Johann Heinrich von Thünen-Instituts eine Samenplantage zur Erzeugung von resistentem Eschensaatgut auf. Dieses Projekt wird ebenfalls vom Bundeslandwirtschaftsministerium über die FNR gefördert. Informationen zu den Teilvorhaben finden sich unter den Förderkennzeichen 22019815 und 22019915.

12.09.2017

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

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18276Gülzow-Prüzen
Deutschland

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