Hintergrund und Bedeutung der Klimaschutzstipendien
Das Bundesumweltministerium vergibt auch in diesem Jahr 20 Klimaschutzstipendien. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium (BMUB), Rita Schwarzelühr-Sutter, verabschiedete kürzlich die Stipendiaten des vergangenen Jahres. Diese kamen unter anderem aus Peru und Madagaskar und befassten sich mit den Auswirkungen des Klimawandels in ihren Heimatländern.
Dieses Stipendienprogramm fördert die Entstehung eines internationalen Netzwerks künftiger Entscheidungsträger für Klima- und Umweltschutz. Sie erhalten bei ihrem Aufenthalt in Deutschland unterschiedliches Know-how, um mögliche Auswirkungen des Klimawandel in ihren Heimatländern besser meistern oder verringern zu können.
Der siebte Jahrgang von Stipendiatinnen und Stipendiaten wird seinen Deutschland-Aufenthalt voraussichtlich im März 2017 antreten. Unter den Stipendiaten des sechsten Jahrgangs befanden sich neben Wissenschaftlern auch Fachleute aus Ministerien, Regierungsstellen und Gerichten, die innovative Vorhaben verfolgten.
Beispielsweise modellierte eine Mathematikerin aus Madagaskar erstmals qualitativ hochwertige Klimawandelszenarien für ihre Heimatregion. Eine Ökologin der staatlichen vietnamesischen Wissenschaftsakademie beschäftigte sich mit dem Anbau von Energiepflanzen auf Landstrichen in Zentralvietnam, die mit dem chemischen Entlaubungsmittel "Agent Orange" kontaminiert wurden. Im vergangenen Jahr hielten sich 20 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Brasilien, China, Gambia, Ghana, Indien, Kamerun, Kenia, der Demokratischen Republik Kongo, Madagaskar, Mexiko, Nepal, Nicaragua, Nigeria, Peru, Südafrika, Usbekistan und Vietnam in Deutschland auf.
Die Organisation des Stipendienprogramms übernimmt die Alexander von Humboldt-Stiftung in Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern. Dazu gehören der Bundesverband der Deutschen Industrie, das Centre for International Postgraduate Studies of Environmental Management der TU Dresden, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sowie die Renewables Academy, Berlin.
Struktur und Ziele des Stipendienprogramms
Jährlich werden bis zu zwanzig Stipendiatinnen und Stipendiaten gefördert. Während ihres einjährigen Deutschlandaufenthaltes führen sie an deutschen Universitäten oder bei anderen geeigneten Institutionen ein Projekt im Bereich Klima- oder Ressourcenschutz durch. Ziel ist der Austausch von Wissen, Methoden und Techniken. Das Stipendienprogramm fördert somit ein internationales Netzwerk für deutsche und ausländische Fachleute, in dem diese langfristig zu Fragen des Klima- und Umweltschutzes sowie zur Anpassung an den Klimawandel zusammenarbeiten können.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung
Die Humboldt-Stiftung ermöglicht jährlich über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 27.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern, darunter 54 Nobelpreisträger.
