Naturschutz

EmsLand-Projekt: 4,1 Millionen Euro für mehr Flussdynamik und Auenentwicklung

Das Projekt „EmsLand“ erhält 4,1 Millionen Euro, um die Flussdynamik der Ems zu verbessern und wassergebundene Lebensräume naturnah zu entwickeln. Der Landkreis Emsland kooperiert mit regionalen Partnern, um die Klimaresilienz zu stärken und die Biodiversität zu fördern.

Hintergrund und Bedeutung des EmsLand-Projekts

Das im Oktober 2022 gestartete Projekt „EmsLand“ zielt darauf ab, die Flussdynamik der Ems zu verbessern und wassergebundene Lebensräume naturnah zu entwickeln. Der niedersächsische Landkreis Emsland hat sich hierfür mit regionalen Partnern zusammengeschlossen. Das Bundesumweltministerium (BMUV) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) stellen im Rahmen des Förderprogramms Auen 4,1 Millionen Euro für die Umsetzung bereit.

Die Hitzesommer und Dürreperioden der letzten Jahre zeigen, wie wichtig es ist, mehr Wasser in der Landschaft zu halten. Intakte Auen sind für die Vorsorge und Anpassung an die Klimakrise unersetzlich. Zusätzlich sind sie ein Ort einzigartiger Biodiversität. Der Lebensraum naturnaher Flussufer und Auen befindet sich in stetigem Wandel, doch diese Dynamik finden wir heute nur noch an den wenigsten Flüssen in Deutschland. Umso wichtiger sind Projekte wie das ‚EmsLand‘, damit wir einen unserer artenreichsten Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten nicht verlieren.

Dies betont Bundesumweltministerin Steffi Lemke. Sabine Riewenherm, Präsidentin des BfN, ergänzt, dass Flüsse und Auen für den Erhalt von Arten wichtig sind, die auf spezifische Bedingungen angewiesen sind. Sie hebt zudem den gesellschaftlichen Nutzen naturnaher Flüsse und Auen hervor, die im Vergleich zu technischen Eingriffen eine nachhaltige Lösung darstellen.

Kooperation und geplante Maßnahmen

Landrat Marc-André Burgdorf sieht im Projekt „EmsLand“ eine Chance für den Landkreis, Naturschutzmaßnahmen an der Ems in größerem Umfang anzustoßen. Für die Erarbeitung und Umsetzung gemeinsamer Maßnahmen wurde ein Bündnis mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), Unterhaltungsverbänden, der Landesverwaltung, der Landwirtschaft und dem Fischereiverband gebildet. Der Landkreis Emsland setzt auf den Dialog mit diesen Partnern, um die verschiedenen Interessen zu berücksichtigen.

Ab dem kommenden Jahr sind erste Maßnahmen auf öffentlichen Flächen geplant. Dazu gehören die Schaffung von Stillgewässern in den Auenbereichen sowie die Anlage von Strukturen wie Totholzbäumen oder kleineren Steinbänken in einzelnen Zuflüssen. Dies soll eine eigendynamische Entwicklung ohne Uferverbau in den Zuflüssen ermöglichen.

Um die Verbindung zwischen der stark eingetieften Ems und ihren Zuflüssen mit den Auen zu verbessern, sollen sogenannte Sekundärauen angelegt werden. Hierfür wird das umgebende Gelände tiefergelegt, um häufigere Überschwemmungen zu ermöglichen und wechselfeuchte Bereiche zu schaffen. Diese sind als charakteristische Lebensräume für Arten wie die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) oder den Kammmolch (Triturus cristatus) von Bedeutung, die auf diese spezifischen Auenbedingungen angewiesen sind.

Finanzierung und Projektumfang

Das BfN begleitet und fördert das Projekt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums im Rahmen des Förderprogramms Auen. „EmsLand – Auenentwicklung an der Ems zwischen Salzbergen und Dörpen“ ist das vierte bewilligte Vorhaben dieses Programms. Mit einem Gesamtbudget von 5,4 Millionen Euro, das bis 2028 zur Verfügung steht, zählt es zu den größeren Projekten.

Neben den 4,1 Millionen Euro des Bundesumweltministeriums unterstützt das Land Niedersachsen das Projekt mit etwa 80.000 Euro. Die restlichen 50.000 Euro stammen vom Landkreis Emsland. Das Projektgebiet umfasst 16.500 Hektar der Emsauen auf einer Strecke von 160 Kilometern zwischen Salzbergen und Dörpen.

Das Förderprogramm Auen ermöglicht Landkreisen, Kommunen, Naturschutz- und Umweltverbänden sowie weiteren Akteuren, Fördermittel beim Bundesamt für Naturschutz zu beantragen. Ziel ist die naturnahe Entwicklung der Auen entlang der Bundeswasserstraßen als Zentren der biologischen Vielfalt und Achsen des Biotopverbundes. Förderfähig sind Maßnahmen zur Wiederherstellung intakter Flusslandschaften, wie die Anlage von Auengewässern, die Entfernung nicht mehr benötigter Entwässerungseinrichtungen sowie Grunderwerb und Personal für die Maßnahmenumsetzung. Das Förderprogramm ist Teil des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“, einer gemeinsamen Initiative des Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministeriums.

25.11.2022

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