Aus- und Weiterbildung

Bonsaigestaltung: Handwerk, Kunst und Leidenschaft

Die Bonsaigestaltung erfordert spezielle Werkzeuge und Fachkenntnisse, um den Bäumchen ein gealtertes Aussehen zu verleihen. Heike Zylka-Karl, eine anerkannte Expertin, teilt ihre Leidenschaft und Erfahrungen in diesem faszinierenden Handwerk.

Heike Zylka-Karl: Eine Expertin mit Herz für Bäume und Menschen

In der Bonsaigestaltung sind spezielle Werkzeuge wie Jin- und Shari-Zangen unerlässlich. Sie dienen dazu, Rindenbereiche an Ästen oder Stämmen zu entfernen, um dem Bäumchen ein gealtertes Aussehen zu verleihen. Durch den gezielten Einsatz dieser Techniken wird nicht nur die Ästhetik des Bonsais verbessert, sondern auch sein monetärer Wert gesteigert.

Heike Zylka-Karl, eine anerkannte Expertin auf diesem Gebiet, begann ihre Laufbahn bereits 1984 als erste Auszubildende zur Gärtnerin der Fachrichtung Baumschule in einem Bonsai-Betrieb in Deutschland. Ihre erste Begegnung mit Bonsais hatte sie im Alter von 13 Jahren während eines Schulpraktikums. Die Faszination für die kleinen Bäume vertiefte sich, als ihre Familie in die Nähe der Bonsaibaumschule Enger zog, was ihren Wunsch festigte, beruflich mit Bonsais zu arbeiten.

Die Ausbildung von Heike Zylka-Karl erforderte eine Sondergenehmigung, da die Bonsaischule zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbau war. Diese Investition zahlte sich für beide Seiten aus. Auch nach 30 Jahren ist Heike Zylka-Karl von Bonsais begeistert, nicht zuletzt wegen der vielfältigen Kontakte, die sie durch ihre Arbeit knüpfen konnte.

Wer sich mit Bonsais beschäftigt, hat auch immer mit Menschen zu tun. Wir haben unheimlich viele Stammkunden, schon weil die meisten Bonsaifans Sammler sind. Einige haben nur wenige Exemplare, Andere über Hundert. Viele Kunden bringen uns Bäume zur Urlaubs- oder Krankenpflege oder zum Überwintern; Manche besuche ich mit meinem Werkzeug zuhause und nehme dort die Pflegearbeiten wie Schneiden, Drahten, Umtopfen oder Pflanzenschutzmaßnahmen vor.

Besonders schätzt sie die Seminare, die sie regelmäßig an Wochenenden leitet. Diese Kurse, die sich mit spezifischen Themen oder freiem Arbeiten in kleinen Gruppen befassen, schaffen eine angenehme Atmosphäre. Viele Teilnehmer kommen wiederholt, wodurch sich über die Zeit persönliche Beziehungen entwickeln. In diesem Umfeld sind bereits Freundschaften entstanden, und in einem Fall begleitete Heike Zylka-Karl sogar ein Paar, das sich in ihrem Kurs kennengelernt hatte, als Trauzeugin zum Altar.

Heike Zylka-Karl freut sich über die Wertschätzung ihrer Arbeit und die kleinen Annehmlichkeiten ihres Berufsalltags. Dazu gehört die Möglichkeit, Bäumchen bei Regenwetter im Gewächshaus zu bearbeiten oder mit Kollegen im Wald nach geeigneten Buchenschösslingen zu suchen, stets mit Genehmigung des Forstamtes. Auch die Übergabe kostbarer, alter Bonsais an ihre neuen Besitzer zählt zu den besonderen Momenten. Oft ist es nur eine Trennung auf Zeit, da die Bonsai-Szene gut vernetzt ist und sich Gärtner und ihre Bäume immer wieder begegnen.

Beruf Gärtner: Grün, kreativ, abwechslungsreich – Vielfältige Karrierewege

Der Beruf des Gärtners zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus, die sich in sieben Fachrichtungen widerspiegelt. Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und Spezialisierung. Dazu gehören die Meisterschulung, Fortbildungen zum Techniker oder zum Fachagrarwirt, beispielsweise für Greenkeeper oder für Baumpflege und Baumsanierung. Auch ein Studium der Gartenbau- oder Landschaftsarchitektur ist möglich, unter bestimmten Voraussetzungen sogar ohne Fachhochschulreife.

11.08.2016

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