Naturschutzbund warnt vor Folgen einer erneuten Aussetzung der Flächenstilllegung
Nach der Entscheidung der EU-Kommission, den Mitgliedstaaten die Aussetzung der Brachflächenregelungen im Rahmen von GLÖZ 8 freizustellen, fordert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Bundesregierung auf, an den Vorgaben zur Flächenstilllegung festzuhalten.
Aus Sicht des Verbandes leisten Lebensbrachen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und dürfen nicht erneut ausgesetzt werden. Der NABU warnt davor, die ökologischen Ziele der Agrarpolitik zugunsten kurzfristiger politischer Erwägungen zurückzustellen.
Kritik an möglicher Aussetzung der Stilllegung
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir muss jetzt Wort halten und sich für die Umsetzung der für die Artenvielfalt so wichtigen Lebensbrachen einsetzen. Er darf nicht aus Angst vor neuen Treckerprotesten vor den Landwirten einknicken. Ein erneutes Aussetzen der Stilllegungsregelung würde die Naturkrise weiter anheizen. Diese Einschätzung wird auch vom BMUV geteilt. Die Strukturprobleme der Landwirtschaft sind weder mit der Aussetzung der Flächenstilllegung noch mit dem Agrardiesel zu lösen. Hier sind andere Antworten gefragt.
Mit dieser Stellungnahme reagiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller auf die aktuellen Spielräume, die die EU-Kommission den Mitgliedstaaten eingeräumt hat. Der Verband sieht in der Beibehaltung von Brachflächen einen zentralen Baustein für den Schutz von Arten und Lebensräumen.
Nach Auffassung des NABU können die Herausforderungen der Landwirtschaft nicht durch eine Lockerung ökologischer Vorgaben gelöst werden. Stattdessen seien langfristige Antworten auf die bestehenden Strukturprobleme erforderlich.
