Prüfung der Realisierbarkeit der BUGA 2025 in Rostock
Der Aufsichtsrat der BUGA-Gesellschaft hat in einer Sondersitzung die Zukunft der Bundesgartenschau in Rostock erörtert. Im Mittelpunkt stand die Prüfung, inwiefern eine Bundesgartenschau im Jahr 2025 im Rostocker Oval realisierbar ist. Die Sitzung erfolgte vor dem Hintergrund einer Anfang April vorgestellten Risikoanalyse. Diese Analyse prognostizierte zeitliche Verzögerungen bei Bauprojekten und Kostensteigerungen von durchschnittlich 32 Prozent, unter anderem bedingt durch die Corona-Pandemie.
Zuvor hatte der Aufsichtsrat vier alternative Szenarien zur Prüfung in Auftrag gegeben, darunter eine Verschiebung in die Jahre 2026 oder 2028 sowie eine Verlagerung in den IGA-Park. Minister Till Backhaus (Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt) forderte jedoch, die Bundesgartenschau in Rostock weder räumlich noch zeitlich zu verschieben. Als Leiter der Interministeriellen Arbeitsgruppe zur BUGA betonte er, dass eine Förderzusage des Landes Mecklenburg-Vorpommern nur bei einer Realisierung im Jahr 2025 im Rostocker Oval bestehen bleibe. Daraufhin beauftragte der Aufsichtsrat die BUGA-Gesellschaft Anfang Mai, dieses Szenario unter den aktuellen Gegebenheiten erneut zu prüfen. Die Ergebnisse dieses Prüfauftrags wurden dem Aufsichtsrat in der Sondersitzung präsentiert.
Die erneute Analyse ergab, dass eine Umsetzung einer BUGA nach den Kriterien einer Bundesgartenschau im Jahr 2025 im Rostocker Oval nicht möglich ist. Dies bestätigt die Aussage der Risikoanalyse vom April, wonach das Rostocker Oval bis 2025 nicht als alleinige, eintrittspflichtige Veranstaltungsfläche umgesetzt werden kann. Ein Beispiel hierfür ist die Warnowbrücke, die sich im Planfeststellungsverfahren befindet. Es wird als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt, dass dieses Verfahren bis zum dritten Quartal 2022 abgeschlossen sein wird, wodurch der Fertigstellungstermin der Brücke Anfang 2025 nicht eingehalten werden kann. Nach intensiven Gesprächen beschlossen die Aufsichtsratsmitglieder, den Prüfbericht der Hanse- und Universitätsstadt Rostock als Gesellschafterin zur weiteren Abstimmung mit den Fördermittelgebern und den zuständigen Gremien zu übergeben.
Der Aufsichtsrat war sich einig, dass die BUGA als Motor der Stadtentwicklung am Rostocker Oval von großer Bedeutung war. Angesichts des entstandenen Zeitverzugs, der Unsicherheiten bei Baukosten und Personal durch die anhaltende Corona-Pandemie sowie der Ungewissheiten durch den Ukraine-Konflikt, sei eine neue gemeinsame Willenserklärung erforderlich, um eine Umsetzung der BUGA für Rostock noch zu ermöglichen. Das Ziel der beschleunigten Stadtentwicklung bleibt bestehen, und alle Optionen müssen nun geprüft werden.
Diese erneute Analyse bringt unmissverständlich und deutlich auf den Tisch, welches Projekt wann in Rostock möglich ist. Ich bin froh über die Klarheit innerhalb der Gesellschaft und ein großer Dank für diesen Prüfbericht geht an BUGA-Geschäftsführer Oliver Fudickar mit seinem Team. Innerhalb der Stadtverwaltung, der BUGA-Gesellschaft und der Kommunalpolitik haben wir bereits ausgiebig diskutiert. Diese Diskussionen sind noch nicht abgeschlossen. Mit den Fördermittelgebern und in den entscheidenden Gremien muss das Thema Bundesgartenschau nun weiter beraten und entschieden werden.
Dies erklärte Rostocks Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Claus Ruhe Madsen. Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, betonte:
Wir haben uns mit dem in dem Prüfauftrag vorgestellten Gelände einer nur sehr reduzierten Bundesgartenschau im Jahr 2025 in Rostock intensiv auseinandergesetzt und können dieser Variante nicht zustimmen. Dies würde der Marke BUGA und den damit verbundenen Qualitätsansprüchen nicht gerecht werden.
Bezugnehmend auf die Empfehlung, erneut intensive Gespräche mit dem Land über eine mögliche Umsetzung einer BUGA zu führen, ergänzte Sandner:
Wir stehen nach wie vor an Rostocks Seite und sind für Gespräche zu möglichen Durchführungsvarianten weiterhin jederzeit bereit.
Oliver Fudickar, Geschäftsführer des Bereichs Durchführung der BUGA Rostock 2025 GmbH, bestätigte:
Wir müssen an dieser Stelle leider akzeptieren, dass eine Bundesgartenschau 2025 im Rostocker Oval nicht möglich ist. Unsere Aufgabe ist es nun, in den anstehenden Gesprächen deutlich zu machen, mit welchen Prämissen eine Umsetzung möglich sein könnte und was dies dann aus heutiger Sicht für Baukosten, zeitliche Sicherheiten und weitere Notwendigkeiten bedeuten würde. Alle Teams der BUGA-Gesellschaft arbeiten weiterhin an den Projekten mit dem Ziel, die Bundesgartenschau für Rostock zu realisieren.