Beobachtung und Zählung von Insekten
Der NABU ruft auch in diesem Jahr zum Insektensommer auf. Vom 3. bis 12. Juni sowie vom 5. bis 14. August sind Naturinteressierte eingeladen, eine Stunde lang Insekten zu beobachten und zu zählen. Die gesammelten Daten sollen zur Erfassung der Artenvielfalt beitragen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Hummeln. Die Aktion stellt die Frage, ob Teilnehmer Hummeln anhand ihres Hinterteils unterscheiden können. Häufig vorkommende Arten wie Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel weisen spezifische Muster auf, die eine Identifizierung ermöglichen. Grundsätzlich können jedoch alle entdeckten Sechsbeiner erfasst werden.
Insekten sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen und zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe dafür. Man schützt bekanntlich das, was man kennt. Mit dem Insektensommer wollen wir für den Schutz dieser wichtigen Tiergruppe sensibilisieren.
Dies betont NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Citizen-Science-Projekt, eine gemeinsame Aktion des NABU und des Landesbundes für Vogelschutz, ermöglicht die Entdeckung und Bestimmung von Insekten. Seit fünf Jahren werden im Juni und August Daten gesammelt. Die Erfassung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Plattform Naturgucker, die Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse übernimmt der NABU.
In Deutschland sind rund 33.000 heimische Insektenarten bekannt. Daniela Franzisi, Projektleiterin des Insektensommers, hebt hervor, dass die Insektenwelt direkt vor der Haustür beginnt und stets Neues zu entdecken bietet.
Die Beobachtung und Zählung kann nahezu überall stattfinden: im Garten, auf dem Balkon, in Parks, auf Wiesen, im Wald, auf Feldern, an Teichen, Bächen oder Flüssen. Das Beobachtungsgebiet sollte dabei eine Ausdehnung von etwa zehn Metern um den eigenen Standort nicht überschreiten. Die Zählung ist auf eine Stunde begrenzt. Meldungen können über ein Online-Formular oder die kostenlose Web-App „NABU Insektensommer“ eingereicht werden. Zur Unterstützung bei der Bestimmung dient der NABU-Insektentrainer.
Der NABU-Insektensommer wird in diesem Jahr von prominenten Persönlichkeiten unterstützt, darunter die Moderatorin Ruth Moschner, der forensische Entomologe Dr. Mark Benecke, die Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler sowie die Figur Biene Maja.
