Im Gespräch mit dem Beschaffungsdienst GaLaBau spricht Schwede über den Ausbau des Händlernetzes, die Bedeutung digitaler Flottenmanagementlösungen, die wachsenden Anforderungen der Anwender und die Perspektiven von Hinowa im Garten- und Landschaftsbau.
1) Beschaffungsdienst GaLaBau: Herr Schwede, seit März 2026 verantwortet JLG Deutschland die Händlerbetreuung für die Hinowa Compact Crawler in der DACH-Region. Wie fällt Ihr erstes Fazit nach den ersten Monaten aus?
Lutz Schwede: Wir befinden uns aktuell in einer wichtigen Aufbauphase. Die neue Struktur bietet große Chancen, benötigt aber auch Zeit, um sich vollständig zu etablieren. Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern weiter zu stärken und gleichzeitig näher an die Anforderungen der Anwender heranzurücken. Dabei setzen wir auf einen kontinuierlichen Austausch mit Händlern und Kunden, um die jeweiligen Marktanforderungen besser zu verstehen.
2) Beschaffungsdienst GaLaBau: Sie wirken mit Blick auf die Neuorganisation bemerkenswert entspannt. Woher kommt diese Gelassenheit?
Lutz Schwede: Wer über viele Jahre in einem internationalen Unternehmen arbeitet, erlebt regelmäßig Veränderungen. Märkte entwickeln sich weiter, Zuständigkeiten verändern sich und neue Chancen entstehen. Ich habe in den vergangenen Jahren verschiedene Aufgaben übernommen und gelernt, dass solche Veränderungen häufig neue Perspektiven eröffnen. Deshalb sehe ich die aktuelle Entwicklung vor allem als Möglichkeit, die Marke Hinowa in unserer Region weiter voranzubringen.
3) Beschaffungsdienst GaLaBau: Welche Rolle spielt der Garten- und Landschaftsbau für Hinowa?
Lutz Schwede: Der Garten- und Landschaftsbau ist für uns ein sehr interessantes Marktsegment. Viele Anwendungen erfordern kompakte Maschinen mit geringem Bodendruck und hoher Geländegängigkeit. Genau hier liegen die Stärken vieler Hinowa-Lösungen. Gleichzeitig beobachten wir eine steigende Nachfrage nach emissionsarmen und technologisch anspruchsvollen Maschinen.
4) Beschaffungsdienst GaLaBau: JLG und Hinowa gehören inzwischen zur gleichen Unternehmensgruppe. Wo unterscheiden sich die beiden Marken?
Lutz Schwede: Beide Marken ergänzen sich hervorragend, verfolgen jedoch unterschiedliche Marktansätze. Hinowa ist traditionell stark über Vertriebspartner und spezialisierte Händlerstrukturen aufgestellt. JLG verfügt zusätzlich über eine sehr starke Position im Vermietgeschäft und arbeitet in vielen Märkten sehr eng mit großen Rental-Unternehmen zusammen. Diese unterschiedlichen Erfahrungen bringen wir nun zusammen und nutzen die jeweiligen Stärken beider Organisationen.
5) Beschaffungsdienst GaLaBau: Während unseres Gesprächs haben Sie ausführlich über die Digitalisierung gesprochen. Welche Bedeutung hat dieses Thema für die Branche?
Lutz Schwede: Digitalisierung entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Maschinen müssen heute nicht nur zuverlässig arbeiten, sondern auch Informationen liefern. Mit unserer ClearSky Smart-Fleet™-Lösung* schaffen wir eine Plattform, die zahlreiche Funktionen bündelt und dadurch viele Vorteile bieten kann, wie z. B. eine schnellere Fehlerdiagnose durch den Servicepartner, eine bessere Kontrolle der Maschinennutzung, Geofencing zur Sicherung der Maschinen, die Maschinenlokalisierung für eine einfache Rückholung der Maschine bis hin zur digitalen Zugangskontrolle. Ziel ist es, den Anwendern den Arbeitsalltag zu erleichtern, ihn effizienter zu machen und Ausfallzeiten zu reduzieren. Selbstverständlich besitzen alle Hinowa Maschinen auch heute schon ein eigenes Telematiksystem, dass die Kunden unterstützt. Mit der Integration von Hinowa in den JLG-Konzern sollten Kunden in den kommenden Jahren auch in den Genuss der erweiterten Funktionen des ClearSky Smart Fleet™ kommen.
6) Beschaffungsdienst GaLaBau: Viele Hersteller bieten inzwischen Telematiklösungen an. Wo sehen Sie die Besonderheiten Ihres Systems?
Lutz Schwede: Natürlich beschäftigen sich viele Hersteller mit diesem Thema. Unser Ansatz besteht jedoch darin, möglichst viele Funktionen in einer Plattform zusammenzuführen und diese für den Anwender einfach nutzbar zu machen. Die Kombination aus Maschinenmanagement, Diagnosefunktionen und digitalem Zugriff bietet insbesondere Flottenbetreibern und Vermietunternehmen interessante Möglichkeiten.
7) Beschaffungsdienst GaLaBau: Planen Sie den Ausbau des bestehenden Händlernetzes?
Lutz Schwede: Ja, wir sehen weiteres Potenzial. Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Partner, sondern auch um die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den bestehenden Händlern. Gleichzeitig möchten wir den direkten Kontakt zu den Anwendern verstärken, um Marktanforderungen frühzeitig zu erkennen und unsere Produkte sowie Dienstleistungen entsprechend weiterzuentwickeln.
8) Beschaffungsdienst GaLaBau: Wird man Hinowa künftig auf der GaLaBau in Nürnberg sehen?
Lutz Schwede: Die Messe beobachten wir mit großem Interesse. Sie ist zweifellos eine der wichtigsten Plattformen für den Garten- und Landschaftsbau im deutschsprachigen Raum. Aktuell prüfen wir verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft. Grundsätzlich können wir uns vorstellen, Hinowa dort stärker zu präsentieren.
9) Beschaffungsdienst GaLaBau: Wo sehen Sie die größten Chancen für die kommenden Jahre?
Lutz Schwede: Die Anforderungen an Maschinen werden weiter steigen. Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Effizienz und Bedienerfreundlichkeit gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig benötigen die Anwender zuverlässige Partner mit einem starken Serviceangebot. Wir möchten diesen Weg gemeinsam mit unseren Händlern und Kunden gestalten und die Position von Hinowa im deutschsprachigen Markt nachhaltig ausbauen.
Die Redaktion des Beschaffungsdienstes GaLaBau bedankt sich bei Lutz Schwede für das ausführliche und angenehme Gespräch und die interessanten Einblicke in die zukünftige Entwicklung von JLG und Hinowa.
Kurz gefragt
| Name: | Lutz Schwede |
| Position: | Geschäftsführer JLG Deutschland |
| Zusätzliche Verantwortung: | Händlerbetreuung Hinowa Compact Crawler in der DACH-Region seit März 2026 |
| Ausbildung: | Internationaler Betriebswirt |
| Bei JLG seit: | mehr als 13 Jahren |
| Internationale Stationen: | Australien, Mexiko, USA und Deutschland |
| Sprachen: | vier |
| Motto für Veränderungen: | „Veränderungen gehören zu einem internationalen Unternehmen dazu – entscheidend ist, die Chancen darin zu erkennen.“ |