Naturschutz

Bundeskabinett verabschiedet Vierten Bodenschutzbericht

Das Bundeskabinett hat den vierten Bodenschutzbericht verabschiedet. Dieser Bericht stellt die aktuellen Aktivitäten des Bundes und der Länder zum Schutz der Böden dar und beleuchtet Potenziale des Flächenrecyclings sowie Änderungen der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung.

Flächenrecycling als Schlüssel zur nachhaltigen Stadtentwicklung

Der Bericht hebt die Potenziale des Flächenrecyclings für die Schaffung neuer Wohngebiete hervor. Aus Umweltsicht sind bereits versiegelte Flächen für den Wohnungsbau besonders geeignet. Schätzungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beziffern die Entwicklungspotenziale innerhalb von Städten und Gemeinden auf mindestens 120.000 bis 165.000 Hektar. Fast die Hälfte dieser Flächen sind ehemalige Brachflächen.

Trotz dieser Potenziale werden unbebaute Flächen oft bevorzugt, was auf verschiedene Hemmnisse zurückzuführen ist. Dazu zählen bestehende Bebauung, alte Versorgungsleitungen und Fundamente sowie mögliche Altlasten aus Vornutzungen. Das Flächenrecycling zielt darauf ab, ehemals bebaute Areale so aufzubereiten, dass der Wohnungsbau dort erleichtert wird. Dies reduziert den Druck, auf unbebaute Natur- oder Landwirtschaftsflächen auszuweichen.

Neufassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung zur Stärkung des Bodenschutzes

Ein weiterer Schwerpunkt des Bodenschutzberichts ist die geplante Neufassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung, die dem Bundesrat zur Beschlussfassung vorliegt. Der Entwurf sieht erstmals bundeseinheitliche Anforderungen für die Verfüllung abgegrabener Bodenmassen vor. Diese müssen so eingesetzt werden, dass Böden an anderen Stellen wiederhergestellt oder in einen guten Zustand versetzt werden.

Zudem wird der Bodenschutz bei Baumaßnahmen gestärkt. Die Verordnung schreibt bei allen großen Bauvorhaben eine bodenkundliche Baubegleitung vor. Ziel ist es, Schäden an ursprünglichen Böden, wie Schadstoffverunreinigungen und extreme Bodenverdichtungen, zukünftig besser zu vermeiden.

Die globale Bedeutung des Bodens für Klima und Ernährungssicherheit

Der Boden ist nach den Ozeanen und fossilen Energieträgern der drittgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde und spielt eine wichtige Rolle im Klimageschehen. Im Humus und im Bodenleben ist mehr Kohlenstoff gebunden als in der Atmosphäre und der Vegetation zusammen. Böden speichern zudem Regenwasser, wodurch sie Starkregen zurückhalten und die Grundwasservorräte auffüllen.

Mehr als 90 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist direkt vom Boden abhängig. Gleichzeitig gehen weltweit jährlich Bodenflächen in der Größe Italiens verloren. Die Vereinten Nationen haben daher 2015 im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsziele das Ziel einer „Land Degradation Neutral World“ beschlossen. Die Bundesregierung orientiert sich an diesen Zielen und engagiert sich weltweit für den Erhalt von Böden, unter anderem durch Projekte ihrer Internationalen Klimaschutzinitiative.

28.09.2017

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