16 Fachleute beraten die Bundesregierung bei Schutz und Stärkung von Ökosystemen
Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den neuen Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz (WBNK) berufen. Das Gremium soll die Bundesregierung künftig unabhängig beraten und das Bundesumweltministerium bei der Umsetzung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) wissenschaftlich begleiten.
Das Aktionsprogramm wurde von der Bundesregierung im Frühjahr 2023 beschlossen. Der Beirat nimmt seine Arbeit unmittelbar auf und soll insbesondere die Wirksamkeit der Maßnahmen bewerten sowie Impulse für deren Weiterentwicklung geben.
Mit dem Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz haben wir eine wissenschaftliche, praxisnahe und unabhängige Begleitung dauerhaft an unserer Seite. Durch ihre Expertise tragen die Mitglieder maßgeblich dazu bei, dass unsere Maßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz die größtmögliche Wirkung entfalten. Die Expertinnen und Experten aus Praxis, den Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften sorgen mit ihrer Erfahrung dafür, Schutz, Stärkung und Wiederherstellung unserer Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer, Grünflächen in der Stadt und auf dem Land entscheidend voranzubringen.
Beratung zu 69 Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern
Der Wissenschaftliche Beirat ist zunächst für drei Jahre berufen und arbeitet ehrenamtlich. Seine Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Maßnahmen des Aktionsprogramms in ihrer Gesamtheit zu betrachten, Wechselwirkungen zu analysieren und Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Natürlichen Klimaschutzes zu erarbeiten.
Die Geschäftsstelle des Beirats wird beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) angesiedelt. Dort erfolgt die organisatorische und fachliche Unterstützung des Gremiums.
Der Wissenschaftliche Beirat ist die unabhängige wissenschaftliche Instanz im Natürlichen Klimaschutz. Aufgabe des Beirats wird es unter anderem sein, Verbindungen und Wechselwirkungen zwischen den 69 verschiedenen Maßnahmen des Aktionsprogramms zu betrachten und zu bewerten, aber auch Anstöße für die perspektivische Weiterentwicklung von Maßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz zu geben. Ganz besonders freut mich dabei natürlich, dass die Geschäftsstelle des Wissenschaftlichen Beirats im Bundesamt für Naturschutz angesiedelt sein wird.
Breit aufgestelltes Expertengremium
Dem Beirat gehören Fachleute aus Umwelt-, Natur-, Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften an. Die Mitglieder vertreten Hochschulen, Forschungsinstitute und unabhängige Einrichtungen aus ganz Deutschland.
- Prof. Dr. Antje Boetius, Alfred-Wegener-Institut
- Prof. Dr. Andreas Bolte, Johann Heinrich von Thünen-Institut
- Prof. Dr. Matthias Drösler, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
- Prof. Dr. Mariele Evers, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Prof. Dr. Andreas Gattinger, Justus-Liebig-Universität Gießen
- Prof. Dr. Harald Grethe, Humboldt-Universität zu Berlin
- Prof. Dr. Rieke Hansen, Hochschule Geisenheim University
- Anke Herold, Öko-Institut e.V.
- Prof. Dr. Pierre Ibisch, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
- Prof. Dr. Wolfgang Köck, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
- Prof. Dr. Julia Pongratz, Ludwig-Maximilians-Universität München
- Prof. Dr. Katrin Rehdanz, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
- Prof. Dr. Josef Settele, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
- Dr. Franziska Tanneberger, Universität Greifswald
- Prof. Dr. Vicky Temperton, Leuphana Universität Lüneburg
- Dr. Michael Zschiesche, Unabhängiges Institut für Umweltfragen
Natürlicher Klimaschutz als Beitrag zu Klima- und Artenschutz
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz verfolgt die Bundesregierung das Ziel, den Zustand von Ökosystemen in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Dadurch sollen deren Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels sowie ihre Fähigkeit zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung gestärkt werden.
Im Fokus stehen Wälder, Auen, Moore, Böden, Meere, Gewässer sowie Grünflächen in Städten und ländlichen Räumen. Gerade urbane Grünstrukturen spielen eine wichtige Rolle bei der Anpassung an Hitzeperioden und Starkregenereignisse und sind damit auch für den Garten- und Landschaftsbau von Bedeutung.
Intakte Ökosysteme können Kohlendioxid langfristig binden, Hochwasser zurückhalten und für Kühlung in dicht besiedelten Gebieten sorgen. Das Aktionsprogramm umfasst insgesamt 69 Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern und soll dazu beitragen, sowohl die Klimakrise als auch den Verlust der biologischen Vielfalt wirksam zu adressieren.
