Naturschutz

Bundeswettbewerb würdigt Insektenschutz in der Landwirtschaft

Der Bundeswettbewerb „Land.Vielfalt.Leben.“ zeichnet Betriebe und Kooperationen aus, die sich erfolgreich für den Insektenschutz engagieren. Bundesministerin Julia Klöckner würdigte sechs Gewinner, die jeweils 5.000 Euro erhielten. Das Engagement der Landwirte wird sichtbar gemacht und honoriert.

Engagement für Artenvielfalt: Landwirte als Partner im Insektenschutz

Der Schutz von Insekten und der Erhalt der Artenvielfalt stellen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar, an der Akteure aus verschiedenen Bereichen mitwirken müssen. Insbesondere die Landwirtschaft hat ein Interesse an einem intakten Insektenleben, da sie darauf angewiesen ist. Viele Landwirte engagieren sich bereits durch Vertragsnaturschutz und weitere Maßnahmen. Einige Insektenarten in Deutschland existieren zudem nur in kultivierten Landschaften.

Im Rahmen des „Aktionsprogramms Insektenschutz“ der Bundesregierung wurde der Bundeswettbewerb „Land.Vielfalt.Leben.“ ins Leben gerufen. Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, zeichnete in einer digitalen Preisverleihung sechs Gewinner aus, die jeweils 5.000 Euro erhalten. Der Preis würdigt Betriebe und Kooperationen, die mit erfolgreichen Maßnahmen zum Insektenschutz beitragen.

Unsere Bauern sind Partner, wenn es um den Schutz und den Erhalt biologischer Vielfalt geht. Viele setzen sich seit Jahren für den Insektenschutz ein – mit vorbildlichen Aktivitäten. Dieses Engagement machen wir mit unserem Wettbewerb sichtbar und würdigen es. Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern! Klar ist aber auch, dass es mit der Umsetzung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung und dem Insektenschutzgesetz noch mehr zu tun gibt. Diese Anstrengungen der Landwirte honorieren wir mit zusätzlich 65 Millionen Euro. Insgesamt stehen dann 250 Millionen Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe für Insektenschutzleistungen zur Verfügung. Das ist ein starkes Paket, mit dem wir gezielt die nachhaltige Landwirtschaft unterstützen, die auch wettbewerbsfähig bleiben muss.

Preisträger in der Kategorie landwirtschaftliche Einzelbetriebe

Der Frankenwaldhof – Ökolandbau Obersteben in Bad Steben, Bayern, bewirtschaftet 250 Hektar Acker- und Grünland extensiv im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms. Der Betrieb fördert Ackerwildkräuter durch den Anbau alter Getreidesorten. Auf dem Grünland entstehen artenreiche Wiesen, die erst nach Juli gemäht werden, und es bleiben Streifen als Lebensraum für Insekten erhalten. Im Rahmen des Wiesenbrüter-Projekts erzeugt der Betrieb Saatgut aus gebietsheimischen Wildblumen für Ausgleichsflächen.

Das Obstparadies Geng in Staufen, Baden-Württemberg, betreibt Obstanbau ohne Pflanzenschutzmittel. Durch Maßnahmen wie Nisthilfen, Hecken und einen naturnahen Teich wird die Insekten- und Vogelvielfalt gefördert. Das Konzept des Betriebs, das Landwirtschaft und Insektenschutz verbindet, wird im Hofladen vermarktet und in Führungen sowie einer geplanten Lernwerkstatt vermittelt.

Die Warnke-Agrar-GmbH – Land für morgen in Tangerhütte, Sachsen-Anhalt, ist ein ökologisch zertifizierter Betrieb. Auf über 1.200 Hektar wird eine ganzjährige extensive Mutterkuhhaltung und extensiver Ackerbau betrieben. Eine zehnjährige Fruchtfolge, vielfältige Zwischenfrüchte und Blühstreifen schaffen Nahrungsangebote für Insekten. Im Rahmen eines Agroforst-Projekts werden Hecken und Streuobstwiesen gepflanzt, um Flächen vor Winderosion zu schützen und Insekten Rückzugsorte zu bieten. Ziel ist ein stabiles Landnutzungssystem und eine sichere Lebensmittelerzeugung.

Preisträger in der Kategorie Kooperationen

Das Projekt BiogasBlühfelder Rhön-Grabfeld, Bayern, ermöglicht Landwirten den Anbau von Blühpflanzen für die Biogaserzeugung auf 120 Hektar. Die mehrjährige Wildpflanzenmischung, bestehend aus 30 Wild- und Kulturpflanzen, dient als Alternative zu Mais und bietet Nahrungsquellen für Insekten. An der Kooperation sind der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bayerische Bauernverband beteiligt, die Koordination liegt bei der Agrokraft GmbH.

Der Biotopverbund Leipzig, Sachsen, ist eine Kooperation von Landwirtschaft, Industrie und Naturschutz zur Schaffung von Lebensraum für Insekten. Auf 250 Hektar werden Maßnahmen wie Blühflächen, Nistkästen, Heckenpflanzungen und Umweltbildung umgesetzt. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf landwirtschaftlichen Flächen wird mit der beteiligten Imkerei koordiniert. Beteiligte sind unter anderem Saat-Gut Plaußig, der NABU Leipzig, die BMW Group und die Stadt Leipzig.

Das Blühpatenprojekt Damnatz, Niedersachsen, ist eine Initiative lokaler Landwirtschaftsbetriebe, der Gemeinde Damnatz und der Imkereigemeinschaft Damnatz. Blühflächen auf Äckern werden durch Patenschaften finanziert. Es handelt sich um Blühmischungen mehrjähriger, gebietsheimischer Wildblumen. Seit 2019 wurden über 150 Blühpatenschaften und eine breite Beteiligung der Bevölkerung erreicht.

23.06.2021

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