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Fachtagung Beet- und Balkonpflanzen: Innovationen und Herausforderungen im Zierpflanzenbau

Die 17. Fachtagung für Beet- und Balkonpflanzen der LWG beleuchtete Innovationen und Herausforderungen im Zierpflanzenbau. Themen waren Torfreduktion, Anzuchtversuche und neue Topfgartenkonzepte. Die Petunie 'Sweetunia Miss Marvelous' wurde als „MainStar“ 2017 ausgezeichnet.

Einblicke in die Fachtagung für Beet- und Balkonpflanzen

Die 17. Fachtagung für Beet- und Balkonpflanzen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim versammelte nahezu 450 Fachbesucher aus Gärtnereien und dem Zierpflanzenbau. Unter dem Motto „Flower-Power“ bot die Veranstaltung eine Fachausstellung und Schauflächen mit rund 900 Pflanzen.

LWG-Präsident Dr. Hermann Kolesch betonte in seinen Grußworten die positive Wirkung von Blumen:

Von Blumen geht eine besondere Macht aus, die dann sichtbar wird, wenn sie dem Betrachter ein Lächeln auf die Lippen zaubert.
Jürgen Hermannsdörfer, Vizepräsident des Bayerischen Gärtnereiverbandes, hob hervor, dass Blumen durch ihre Schönheit die Seele erfreuen und als Heilpflanzen betrachtet werden können.

Torfreduktion und Alternativen in Kultursubstraten

Ein zentrales Thema war die Reduzierung des Torfabbaus in Niedersachsen und die damit verbundene Notwendigkeit von Torfersatzstoffen. Michael Emmel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellte Vor- und Nachteile von Alternativen wie Rindenhumus, Holzfasern, Substratkompost und Kokosmaterialien vor. Diese können Torf in Kultursubstraten ganz oder teilweise ersetzen. Emmel riet Produktionsgärtnern, sich mit den Eigenschaften dieser neuen Substratmischungen vertraut zu machen.

Ergebnisse der Beet- und Balkonpflanzenprüfung

Eva-Maria Geiger, Sachgebietsleiterin Zierpflanzenbau der LWG, präsentierte Ergebnisse von Anzuchtversuchen. Niedrige Heiztemperaturen von 8 °C im März und 6 °C im April führten zu Energieeinsparungen und kompaktem Wuchs, wurden jedoch nicht von allen Arten vertragen. Bei einigen Petunien-Sorten zeigten sich Aufhellungen, Blasenbildung auf Blättern und Veränderungen des Farbmusters bei gestarnten Sorten.

Zudem wurden die besten 39 von 940 getesteten Sorten aus der Neuheitenprüfung vorgestellt. Diese hatten in der Vorkultur im Gewächshaus gute bis sehr gute Bewertungen erhalten und bewähren sich in der laufenden Gartenleistungsprüfung im Freigelände der LWG. Kriterien hierfür sind vor allem die Reichblütigkeit bis zum Herbst und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und Krankheiten.

Herbstliche Farbakzente mit Topfgartenkonzepten

Barbara Schmitt von der Abteilung Gartenbau der LWG stellte Ergebnisse zu Topfgartenkonzepten für Herbst und Winter vor. Diese Pflanzenkombinationen, bestehend aus zwei bis fünf verschiedenen Sorten, sollen auch in der kalten Jahreszeit Farbakzente auf Balkon und Terrasse setzen. Ein Testversuch untersuchte die Haltbarkeit dieser Konzepte. Einige Kombinationen hielten sich ab Mitte September nur bis Allerheiligen. Eine Kombination aus Heiligenkraut, Efeu, Segge, Thymian und Bärenfellschwingel zeigte sich als besonders langlebig und überzeugte bis in den Februar hinein.

Innovative Anzuchtmethoden mit Effektiven Mikroorganismen

Berti Bergmair-Russmann aus Oberösterreich präsentierte eine Anzuchtmethode mit „Effektiven Mikroorganismen“. Diese speziell hergestellten Mischungen dienen der Kräftigung von Pflanzen. Bergmair-Russmann setzt dieses Kulturverfahren seit 2014 in seiner Gärtnerei ein und produziert seine Pflanzen ohne chemische Pflanzenschutzmittel, ausschließlich mit Boden- und Pflanzenhilfsstoffen sowie Homöopathie, um beste Pflanzenqualitäten zu erzielen.

Auszeichnung „MainStar“ 2017

Die Auszeichnung „MainStar“ 2017 wurde an die Petunie ‘Sweetunia Miss Marvelous‘ verliehen. Die Fachbesucher wählten diese Sorte mit ihren hell-dunkelviolett geflammten Blüten aus ausgewählten Neuzüchtungen von Beet- und Balkonpflanzen als attraktivste Pflanze.

16.07.2017

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