Ein ungewöhnlicher Weg zur Bestnote im GaLaBau
Zwölf Landschaftsgärtner aus Bayern haben im März ihre Abschlussprüfung im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) nach Paragraf 45.2 Berufsbildungsgesetz (BBiG) erfolgreich abgelegt. Unter ihnen stach Sebastian Blass mit der Bestnote von 1,3 hervor. Sein beruflicher Werdegang war dabei nicht geradlinig.
Nach seinem Hauptschulabschluss im Jahr 2010 begann Blass eine dreijährige Ausbildung zum Landschaftsgärtner bei der H&M Gartengestaltung GmbH und Co. KG in Rimpar. Diese Ausbildung führte er jedoch zunächst nicht zu einem Abschluss. Im GaLaBau werden die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten im dualen System, sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule, vermittelt. Ergänzend dazu gibt es spezielle Inhalte in der überbetrieblichen Ausbildung.
Ulrich Meyer, geschäftsführender Gesellschafter bei H&M, hielt an Blass fest, auch aufgrund dessen praktischer Fähigkeiten auf den Baustellen des Fachbetriebes. Im Jahr 2017 ermöglichte Meyer seinem Mitarbeiter eine neue berufliche Perspektive: Er meldete ihn zu einem Vorbereitungskurs für die Abschlussprüfung nach § 45.2 BBiG an. Dieser Kurs wurde vom Gartenbauzentrum Bayern Nord, einer Abteilung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen, angeboten.
Das BBiG ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen auch Personen die Zulassung zur Abschlussprüfung zum Landschaftsgärtner, die nachweislich mindestens viereinhalb Jahre in diesem Berufsfeld tätig waren und entsprechende Erfahrungen gesammelt haben. Der sechswöchige Vorbereitungskurs fand vom 27. November 2017 bis zum 19. Januar 2018 statt. Er wurde in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim und dem Berufsbildungswerk der Caritas-Don Bosco gGmbH am Standort Gadheim durchgeführt.
Die dreiteilige Abschlussprüfung folgte von Ende Januar bis Mitte März. Zuerst mussten die Teilnehmer ihr Wissen in einer schriftlichen Prüfung in den Themenfeldern betriebliche Zusammenhänge, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Pflanzenkunde nachweisen. In der anschließenden praktischen Prüfung konnte Blass seine langjährigen Erfahrungen einbringen. Innerhalb von drei Stunden erstellte er ein Bauwerk nach Plan, das Einfassungen, Entwässerungs- und Pflasterarbeiten, das Verlegen von Plattenbelägen sowie vegetationstechnische Arbeiten umfasste. Den Abschluss bildete eine 40-minütige mündliche Prüfung. Alle drei Prüfungsteile, die dem Niveau einer regulären Abschlussprüfung entsprachen, wurden von Ausbildern im GaLaBau abgenommen.
Mit der Note 1,3 hat Sebastian Blass seinen qualifizierten Abschluss als Gärtner/in – Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau erreicht. Die offizielle Freisprechungsfeier, bei der er seine Abschlussurkunde und Zeugnisse erhält, findet im September in Gochsheim statt.

