Bauwerksbegrünung, Die Grüne Stadt, Spezielle Arbeitsgebiete

Das grüne Dach als Element der Stadtentwicklung

Grüne Dächer bieten eine Lösung für die Flächenversiegelung in Städten und verbessern das Stadtklima. Sie tragen zum Regenwassermanagement bei und können als naturnaher Wohn- und Begegnungsraum dienen. Förderprogramme unterstützen diese nachhaltige Bauweise.

Grüne Infrastruktur als Antwort auf Flächenversiegelung

Die städtebauliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat in vielen Städten zu einer erhöhten Flächenversiegelung geführt. Dies hat den Anteil an grüner Infrastruktur reduziert. Dachbegrünungen bieten eine Möglichkeit, versiegelten Flächen in urbanen Gebieten Natur zurückzugeben, insbesondere dort, wo freie Flächen begrenzt sind.

Grüne Bauweisen tragen zur Verbesserung des Stadtklimas und der Lebensqualität bei. In südostasiatischen Metropolen sind grüne Technologien bereits fester Bestandteil der Stadtplanung. Auch in Deutschland gibt es Anreize: Die KfW-Bank fördert Dachbegrünungen im Programm „Energieeffizient Sanieren“. Zudem unterstützen einige Städte und Kommunen Dach- und Fassadenbegrünungen durch Subventionen, was sich beispielsweise in reduzierten Niederschlagswassergebühren für Eigentümer begrünter Dächer äußern kann.

Beitrag zum Regenwassermanagement und Stadtklima

Begrünte Dächer und Fassaden leisten einen Beitrag zum Regenwassermanagement in Siedlungsräumen. Sie können die Flächenversiegelung kompensieren, Regenwasser reinigen, speichern oder verdunsten und somit die Kanalisation entlasten. Darüber hinaus tragen sie zu einem angenehmeren Stadtklima bei. Qualitativ gestaltete Vegetationsflächen können die Attraktivität einer Stadt steigern, die Biodiversität verbessern, die Luftverschmutzung reduzieren und den Hitzeeffekt mildern.

Außerdem sind Menschen, die in einem grünen Umfeld leben weniger anfällig für Stressbelastungen und gleichzeitig offener für soziale Kontakte, was zusätzlich zur besseren Gesundheit beiträgt.

Multifunktionale Dächer als naturnaher Wohn- und Begegnungsraum

Angesichts des begrenzten Raumes in Städten gewinnt die Nutzung von naturnahem Wohnraum an Bedeutung. Grüne Dächer bieten hier vielfältige Möglichkeiten für Bauherren und Planer. Multifunktional genutzte Dächer können das Stadtbild prägen. Privat genutzte Dächer lassen sich mit Pflanzbeeten, Heckenelementen, Rasenflächen und Teichanlagen als zusätzlicher naturnaher Wohnraum gestalten, wie es beispielsweise beim „urban farming“ der Fall ist.

Auch für gewerbliche oder öffentliche Gebäude wie Industrieunternehmen, Krankenhäuser, Pflege- und Wohnheime können grüne Dächer als Kommunikationsplattformen und Begegnungsstätten dienen. Hierbei ist die Gestaltung von begehbaren Wegen und Terrassenflächen mit barrierefreien Übergängen relevant.

Der Bedarf an Einrichtungen für Spiel, Sport und Freizeit wird voraussichtlich weiter steigen. Grüne Dächer können unter Berücksichtigung statischer Anforderungen als Freizeitanlagen in der Stadt genutzt werden. Besonders eignen sich grüne Außenanlagen auf Dächern von Kindertagesstätten, die aufgrund von Platzmangel zunehmend in die Planung einbezogen werden.

Die Themen Lebensqualität und multifunktionale städtische Infrastruktur in der Stadt werden in Zukunft immer wichtiger. Grün kann hier eine entscheidende Rolle spielen und wichtige Funktionen übernehmen. Aus diesem Grund ist die Förderung grüner Bauweisen und Freiflächen in Städten und Kommunen ein wesentliches Anliegen der Charta Zukunft Stadt und Grün, die der BGL zusammen mit über 20 weiteren Unterzeichnern aus Wirtschaft, Institution und Verbänden initiiert hat.
Es gilt intelligente Anreize zu schaffen, um die verstärkte Nutzung der Ressource Stadtgrün zielgerichtet zu unterstützen. Denn die heutige Gesellschaft will zunehmend beides: In einer vitalen Stadt leben und gleichzeitig von viel Grün umgeben sein.

31.03.2014

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