Kontrollgang, Rückschnitt und Pflanzarbeiten starten die neue Gartensaison
Auch wenn der Garten im Spätwinter oft noch ruhig wirkt, beginnt bereits jetzt das neue Gartenjahr. Erste Triebe zeigen sich zwischen alten Halmen, Zwiebelpflanzen treiben aus und viele Gehölze bereiten sich auf den Austrieb vor. Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau ist dies der Zeitpunkt, die Anlagen zu prüfen und wichtige Pflegearbeiten vorzubereiten.
Ein strukturierter Start in die Saison sorgt dafür, dass Pflanzen vital wachsen und Gärten ihr volles Gestaltungspotenzial entfalten können. Zu Beginn des Jahres stehen vor allem Kontrollgänge, Rückschnittmaßnahmen und erste Pflanzarbeiten im Fokus.
Kontrollgang nach dem Winter
Nach Frost, Schnee und Regen empfiehlt sich zunächst ein gründlicher Rundgang durch den Garten. Wege, Treppen und Terrassen sollten auf ihre Trittsicherheit überprüft werden. Frost und Niederschläge können Pflastersteine lockern oder Beläge verschieben.
Auch Algen, Moose oder Pilze können sich auf Holzoberflächen oder glatten Platten angesiedelt haben und für rutschige Stellen sorgen. Hier schaffen Reinigungs- und Ausbesserungsarbeiten wieder sichere und optisch ansprechende Flächen.
Ein Blick lohnt sich außerdem auf den Gartenteich. Pflanzen können sich über den Winter stark ausgebreitet haben. Für ein stabiles Gleichgewicht sollte ein Großteil der Wasseroberfläche frei bleiben.
Vor allem Seerosen können in ihrer Anzahl deutlich zunehmen und mit der Zeit zu viel Wasseroberfläche bedecken. Für ein natürliches Gleichgewicht sollten aber im besten Fall immer zwei Drittel der Teichoberfläche frei von Schwimmpflanzen sein.
Neben dem Auslichten von Wasserpflanzen empfiehlt es sich, altes Laub, abgestorbene Pflanzenteile und Pflanzenreste aus dem Teich und der Uferzone zu entfernen.
Rückschnitt von Stauden, Gräsern und Gehölzen
In Stauden- und Gräserbeeten zeigen sich im Spätwinter oft bereits die ersten frischen Triebe. Damit diese ausreichend Platz haben, werden die trockenen Halme und Stängel aus dem Vorjahr rechtzeitig zurückgeschnitten.
Wenn Stauden in der Mitte verkahlen oder weniger Blüten bilden, kann eine Teilung der Pflanzen sinnvoll sein. Diese Maßnahme verjüngt den Bestand und sorgt für kräftiges Wachstum.
Haben die Stauden mit der Zeit etwas an Blühfreudigkeit verloren oder zeichnet sich in ihrer Mitte eine kahle Stelle ab, raten wir Expertinnen und Experten zur Teilung der Pflanze.
Eine gängige Faustregel lautet: Herbstblühende Stauden wie Astern oder Herbstanemonen werden im Frühjahr geteilt, während Spätsommerblüher eher im Herbst an der Reihe sind.
Auch Rosen gehören jetzt auf die Pflegeagenda. Der Rückschnitt sollte vor dem Austrieb erfolgen. Als Orientierung gilt häufig die Forsythienblüte, die traditionell als Startsignal für den Rosenschnitt gilt.
Je nach Rosentyp unterscheiden sich jedoch die Schnittmaßnahmen deutlich. Edelrosen werden stark eingekürzt, während Bodendeckerrosen meist nur gelegentlich ausgelichtet werden. Auch Kletter-, Strauch- und Hochstammrosen erfordern jeweils angepasste Schnitttechniken.
Wichtig ist zudem die rechtliche Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes: Ab dem 1. März sind starke Rückschnitte an Hecken und Gehölzen zum Schutz brütender Vögel nicht mehr erlaubt. Danach sind nur noch schonende Pflegeschnitte zur Formkorrektur zulässig.
Pflanzzeit für Beete, Gehölze und Rasenpflege
Der Frühling gilt neben dem Herbst als ideale Pflanzzeit. Die Temperaturen steigen langsam an, gleichzeitig haben Pflanzen genügend Zeit, vor dem Sommer ein stabiles Wurzelsystem zu entwickeln.
Jetzt können beispielsweise Obstbäume und Obststräucher gepflanzt werden. Auch Ziergehölze wie Felsenbirne, Hartriegel oder Kugelahorn setzen attraktive Akzente im Garten. Stauden und Gräser helfen zudem, Lücken in den Beeten zu schließen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch der Rasen. Nach dem Winter sollten Laub, Zweige, Moos und Maulwurfshügel entfernt werden. Anschließend kann die Fläche gemäht und bei Bedarf vertikutiert, nachgesät und gedüngt werden.
Feuchte oder verdichtete Stellen im Boden sollten gelockert werden, damit Wasser wieder besser versickern kann. Mit diesen Maßnahmen wird der Rasen widerstandsfähig und ist optimal auf die kommende Gartensaison vorbereitet.


