Umweltbildung am Max-Eyth-See verbindet Praxis, Forschung und GaLaBau
Am Max-Eyth-See in Stuttgart entsteht mit dem Projekt „Klassenzimmer am See“ ein innovativer Lernort, der Umweltbildung direkt in die Praxis verlagert. Initiiert von der Stiftung Christoph Sonntag und unterstützt von Partnern aus Garten- und Landschaftsbau, Planung und Industrie, steht die Vermittlung des natürlichen Wasserkreislaufs im Mittelpunkt.
Renaturierung als Ausgangspunkt
Die Idee zum Projekt entstand im Zuge der Bemühungen zur Renaturierung des Max-Eyth-Sees. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen nun gezielt an junge Menschen weitergegeben werden – anschaulich, praxisnah und ohne theoretische Barrieren.
Ziel ist es, ein Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu schaffen. Besonders das Element Wasser steht dabei im Fokus, da Eingriffe in ökologische Kreisläufe langfristige Folgen haben können.
Open-Air-Lernort mit Praxisbezug
Das „Klassenzimmer am See“ wird als frei zugängliches Amphitheater direkt am Ufer realisiert. Neben Sitzgelegenheiten entstehen Wege und Lernbereiche mit Blick auf den See, die sowohl für Schulklassen als auch für Besucher nutzbar sind.
- Amphitheater aus regionalen Baustoffen wie Travertin und Muschelkalk
- Neue Wege und Sitzbereiche mit direktem Seeblick
- Klopfplatz für Kinder mit Schiefer und Fossilien
- Verwendung ausschließlich regionaler Materialien
Rund 50 Auszubildende aus dem Garten- und Landschaftsbau sind aktiv in die Umsetzung eingebunden und sammeln dabei wertvolle Praxiserfahrung.
Lernen am realen Objekt
Das didaktische Konzept setzt auf unmittelbare Erfahrung. Schülerinnen und Schüler analysieren vor Ort unterschiedliche Gewässertypen – See, Fluss und Quelle – und untersuchen deren Eigenschaften.
Geplant ist unter anderem eine sichtbare Wasserzufuhr, bei der Quellwasser über ein kleines Delta in den See fließt. So lassen sich ökologische Zusammenhänge direkt nachvollziehen und vergleichen.
Ergänzend werden Messwerte wie pH-Wert oder Sichttiefe erhoben und dokumentiert. Langfristig entsteht so eine Datenbasis zur Entwicklung der Wasserqualität.
Wissenschaftlich fundiertes Konzept
Die Lehrinhalte werden gemeinsam mit Fachinstitutionen entwickelt, darunter die Universität Stuttgart, der NABU und der Württembergische Angler-Verein. Ziel ist eine Verbindung aus fundiertem Fachwissen und praxisnaher Vermittlung.
Für die Organisation der Schulbesuche ist eine Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft vorgesehen, um den Zugang für Bildungseinrichtungen zu erleichtern.
Nachhaltiges Engagement im Fokus
Das Projekt zeigt, wie Umweltbildung und praktische Umsetzung ineinandergreifen können. Schülerinnen und Schüler erleben unmittelbar, wie sich Renaturierungsmaßnahmen auswirken und welchen Beitrag eigenes Handeln leisten kann.
Langfristig ist zudem eine Erweiterung der Wasserzufuhr geplant, um die ökologische Stabilisierung des Sees weiter zu unterstützen. Damit wird das „Klassenzimmer am See“ nicht nur Lernort, sondern auch Teil eines nachhaltigen Gesamtkonzepts.
