Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Jan Funke hat Erfahrung mit elektrisch betriebener Technik: „In der Gartenpflege gibt es mit Akku-Rasenmähern, -Heckenscheren oder -Trimmern schon viele emissionsfrei arbeitende Gerätschaften. Mit E-Baumaschinen waren wir allerdings bisher nie in Berührung. Bis jetzt!“ Denn als Bauleiter beim Garten- und Landschaftsbauer Haase mit Sitz im niedersächsischen Bergen verantwortete Funke vor kurzem ein Projekt mit besonderen Anforderungen: die Neugestaltung eines Innenhofs in der Medizinischen Hochschule Hannover. Tatkräftig zur Seite stand dabei der Vermiet- und Baulogistikdienstleister Zeppelin Rental.

Der Minibagger WN EZ17e, ein Radlader WL20e sowie eine Rüttelplatte AP2560e aus dem Mietpark von Zeppelin Rental (Bild: Reiner Freese(

Der Startschuss für die Baumaßnahme fiel im Frühjahr dieses Jahres. In einem 30 mal 12 Meter großen Innenhof, bisher eine Brachfläche, sollten zwei Terrassen, zwei Natursteinmauern und eine Böschung angelegt werden. Was einfach klingt, bot mehrere Herausforderungen. „Zum einen befindet sich der Ansaugturm einer Lüftungsanlage direkt im Hof. Er versorgt die Produktionsbereiche einer Apotheke der Medizinischen Hochschule mit Frischluft. Und diese Räumlichkeiten müssen steril sein“, erklärt Jan Funke. Aus diesem Grund kamen dieselbetriebene Baumaschinen und -geräte nicht in Frage, der Auftraggeber forderte komplett emissionsfreies Arbeiten. Und hier kam Zeppelin Rental ins Spiel.

„Wir standen sowieso schon mit der Mietstation in Hannover-Laatzen wegen der Miete zweier 1.000-Liter-Aushubkübel in Kontakt“, erzählt Sabrina Haase, Prokuristin der Haasengruppe, die neben dem Garten- und Landschaftsbau auch im Straßenbau und der Grünpflege tätig ist. „Es lag also auf der Hand, auch bezüglich der elektrisch betriebenen Baumaschinen und -geräte direkt bei den Mitarbeitern dort anzufragen.“

Zeppelin Rental investiert schon seit vielen Jahren in nachhaltige und innovative Technik und führte als erster Vermieter schon vor zehn Jahren sein sogenanntes ecoRent-Programm ein. „Wir sehen seitdem eine steigende Nachfrage nach Maschinen und Geräten ohne Verbrennungsmotor“, sagt Martin Sebestyén, Bereichsleiter Vermietung und Flottenmanagement bei Zeppelin Rental. „In vielen Bereichen wie beispielsweise bei den Personenarbeitsbühnen sind Elektromotoren für die Arbeiten in Innenräumen schon lange Standard. Aber insbesondere bei den Baumaschinen befinden wir uns erst am Anfang der Entwicklung.“

Das sieht auch Jan Funke von GaLaBau Haase so. „Ich kenne bisher in unserer Branche und in meinem erweiterten Bekanntenkreis niemanden, der elektrisch betriebene Baumaschinen besitzt oder einsetzt. Entweder ist die Technik noch nicht weit genug entwickelt oder bisher noch gar nicht verfügbar. Wir beispielsweise arbeiten viel mit schweren Baumaschinen. Und meines Wissens sind für große Leistungsklassen noch gar keine ausgereiften Produkte erhältlich.“ Dazu kommt die Problematik der Ladeinfrastruktur. „Wir führen viele Projekte für die öffentliche Hand durch und gestalten beispielsweise große Parks und Flächen neu“, so Jan Funke. „Wo soll ich in einer solchen Umgebung eine Maschine aufladen?“

Bei der Neugestaltung des Innenhofs der Medizinischen Hochschule gab es hinsichtlich der Stromversorgung keine Probleme: Der Bauherr ließ eigens eine Steckdose für diesen Zweck installieren. Und auch die Verfügbarkeit emissionsfreier Arbeitsgeräte in der gewünschten Größe war gegeben. Die Mietstation Hannover-Laatzen von Zeppelin Rental unter der Leitung von Mateusz Pionke stellte dem Garten- und Landschaftsbauer einen Minibagger WN EZ17e, einen Radlader WL20e sowie eine Rüttelplatte AP2560e von Hersteller Wacker Neuson zur Verfügung. Alle Produkte hält das Unternehmen in seiner Flotte vor. „Damit sind wir auch bei dieser neuen Technik schnell lieferfähig“, erklärt der stellvertretende Mietstationsleiter Jakub Sobkowski, der den Kunden und das Projekt von Seiten Zeppelin Rental betreute.

Und auch Bauleiter Jan Funke zeigt sich zufrieden mit seiner E-Premiere. „Zu Beginn war es ungewohnt für uns alle – es war plötzlich so leise“, lacht er. Als positiv empfindet er vor allem die Laufzeiten. Bis zu fünf Stunden konnten Radlader und Minibagger ohne Nachladen arbeiten, kurz vor dem Feierabend ging es an die Steckdose. „Bei keinem der Arbeitsgeräte war jemals der Akku leer“, so Funke. Vom Einsatz der E-Technik profitierten auch Angestellte der Medizinischen Hochschule. Sie arbeiteten direkt angrenzend an den Innenhof und waren keinem Lärm und keinen Abgasen ausgesetzt.

Eine weitere Herausforderung des Projekts stellte neben den speziellen Ansprüchen an die eingesetzte Technik auch die Logistik dar. So verfügt der Innenhof über keinen Zugang nach außen. Sämtliche Arbeitsmaterialien und -geräte sowie der anfallende Aushub mussten per Autokran über das Gebäude ein- und wieder ausgehoben werden. Da die Medizinische Hochschule auch von Rettungshubschraubern angeflogen wird, waren enge Abstimmungen und die Genehmigung der Kraneinsätze durch die Luftfahrtbehörde erforderlich. „Für uns hat das einen recht hohen organisatorischen Aufwand bedeutet“, so Funke.

Das GaLaBau-Team der Haasengruppe stellte innerhalb der Bauzeit zwei Terrassen à 28 Quadratmeter her, zwei sechs Meter lange Natursteinwände sowie eine Böschung und verlegte 140 Quadratmeter Rollrasen. 60 Kubikmeter Boden wurden per Aushubkübel über die Dächer der Medizinischen Hochschule geflogen und abgefahren, den Großteil baute das Unternehmen direkt vor Ort wieder ein. Dazu kam die Erstellung eines Blitzschutzgrabens.

 

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