Mit klaren Maßnahmen sicher durch die kalte Jahreszeit auf der Baustelle
Kälte, Nässe, Eis und Dunkelheit erhöhen im Winter das Unfallrisiko auf Baustellen erheblich. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) weist darauf hin, dass Unternehmen frühzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen müssen, um Beschäftigte zu schützen und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
Besonders häufig führen rutschige Böden und eingeschränkte Sicht zu Unfällen. Daher sollten Verkehrswege und Arbeitsplätze nach frostigen Nächten konsequent kontrolliert und gesichert werden. Ziel ist es, Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle wirksam zu vermeiden.
Verkehrswege und Arbeitsplätze sichern
Bei winterlichen Bedingungen sind regelmäßiges Räumen und Streuen unverzichtbar. Zusätzlich können rutschhemmende Matten an stark frequentierten Bereichen die Sicherheit erhöhen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Arbeitsabläufe auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen aufrechtzuerhalten.
„Bei Glätte und Tauwetter hilft tatsächlich nur konsequentes Räumen, Streuen und gegebenenfalls das Auslegen von rutschhemmenden Matten an neuralgischen Punkten“
Besondere Vorsicht gilt bei Arbeiten in der Höhe. Schneebedeckte Dächer bergen erhebliche Gefahren, da nicht durchsturzsichere Bauteile wie Lichtbänder oft nicht sichtbar sind. Solche Arbeiten sollten daher möglichst vermieden werden.
Auch Leitern und Gerüste müssen vor Arbeitsbeginn vollständig von Schnee und Eis befreit werden, da Stürze und Abstürze zu den schwerwiegendsten Unfallursachen zählen.
Fahrzeuge winterfest ausrüsten
Neben den Arbeitsbereichen müssen auch Nutzfahrzeuge und Baumaschinen wintertauglich sein. Vor jedem Einsatz sind Fahrzeuge von Schnee und Eis zu befreien, um Sicht und Funktionalität sicherzustellen.
Seit Oktober 2024 gilt zudem eine verschärfte Regelung für Winterreifen: Zulässig sind nur noch Reifen mit Alpine-Symbol. Eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern wird empfohlen, um ausreichend Grip zu gewährleisten.
- Frostschutz im Scheibenwischwasser prüfen
- Funktion von Wischerblättern und Beleuchtung sicherstellen
- Eiskratzer und Schneebesen bereithalten
- Bei Bedarf Schneeketten mitführen
Neben der Technik ist das Fahrverhalten entscheidend. Eine angepasste, defensive Fahrweise reduziert das Unfallrisiko deutlich – sowohl auf der Straße als auch auf Baustellen.
„Das Fahrverhalten muss der Witterung angepasst werden. Also: Fahren Sie aufmerksam, vorausschauend und planen Sie im Winter etwas mehr Zeit ein.“
Beschäftigte wirksam vor Kälte schützen
Auch für die Mitarbeitenden sind zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich. Unternehmen müssen ihre Gefährdungsbeurteilung an die winterlichen Bedingungen anpassen und geeignete persönliche Schutzausrüstung bereitstellen.
Dazu gehören Wetterschutzkleidung, gut sichtbare Bekleidung sowie rutschfestes Schuhwerk. Ergänzend sollten Beschäftigte reflektierende Elemente tragen, um bei schlechten Lichtverhältnissen besser erkannt zu werden.
Ebenso wichtig sind organisatorische Maßnahmen. Dazu zählen beheizte Pausenräume mit mindestens 21 Grad, regelmäßige Aufwärmphasen sowie Möglichkeiten zum Trocknen nasser Kleidung. Diese Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und Ausfallzeiten zu reduzieren.
Weiterführende Informationen und praxisnahe Hilfestellungen bietet die BG BAU unter anderem mit Checklisten und speziellen Beiträgen zur Gefährdungsbeurteilung in der kalten Jahreszeit.
