Pflanzen und Pflanzenteile, Verbände und Organisationen

Bundesgartenschauen: Motor für Stadtentwicklung und Grünflächengestaltung

Bundesgartenschauen (BUGA) sind mehr als nur Blumenausstellungen. Sie sind Katalysatoren für die Stadtentwicklung, schaffen neue Grünflächen und fördern die Lebensqualität. Die Deutsche Bundesgartenschau GmbH (DBG) sichert dabei die Kontinuität und langfristige Wirkung dieser Großereignisse.

Die Rolle der Deutschen Bundesgartenschau GmbH (DBG)

Bundesgartenschauen (BUGA) finden alle zwei Jahre in wechselnden deutschen Kommunen oder Regionen statt. Alle zehn Jahre werden sie als Internationale Gartenschau (IGS) oder Internationale Gartenbauausstellung (IGA) ausgerichtet. Über einen Zeitraum von sechs Monaten präsentieren diese Schauen Pflanzen- und Blumenausstellungen, darunter Neuheiten und besondere Pflanzenarten, sowie verschiedene Themen der Garten- und Landschaftsarchitektur.

Jede BUGA ist auf die spezifische Situation der jeweiligen Ausrichterstadt zugeschnitten und entfaltet ihre Wirkung weit über den offiziellen Veranstaltungszeitraum hinaus. Die Deutsche Bundesgartenschau GmbH (DBG), gegründet 1993, ist die treibende Kraft hinter jeder BUGA und sichert deren Kontinuität.

Vorausschauende Planung der DBG

Die BUGA 2007 in Gera und Ronneburg, Thüringen, war die erste, bei der zwei benachbarte Städte gemeinsam ein Schaufenster des Gartenbaus öffneten. Bis zum 21. Juli 2007 wurden dort über 700.000 Besucher verzeichnet. Für die DBG ist die aktuelle BUGA jedoch bereits ein Blick in die Vergangenheit, wie die Geschäftsführer Friedrich Meiberth und Sebastian Emunds feststellen.

Wenn der Bundespräsident, traditionell der Schirmherr jeder BUGA, die aktuelle BUGA eröffnet, sind wir schon längst mit der nächsten und übernächsten BUGA aktiv. Es gilt, bei aller Unterschiedlichkeit der Konzepte, Kontinuität zu gewährleisten und einen wiedererkennbaren Kern der BUGA sicherzustellen.

Emunds ergänzt, dass die DBG die aktuelle BUGA 2007 zwar beratend begleitet, Besucherbefragungen durchführt, ein ständiges Büro vor Ort unterhält und die bundesweite sowie internationale Medienarbeit koordiniert. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch weit im Vorfeld der jeweiligen Veranstaltung.

Für die BUGA 2009 in Schwerin ist seit April 2006 eine Ausstellungsbevollmächtigte vor Ort tätig, die Kontakte zu Ausstellern und Verbänden knüpft. Die BUGA 2011 GmbH in Koblenz hat bereits vor einem Jahr ihren Betrieb aufgenommen, wobei die DBG intensiv an der Planungsphase beteiligt ist. Für die IGS Hamburg 2013 wurde im Frühjahr 2007 gemeinsam mit der Stadt Hamburg die Durchführungsgesellschaft gegründet, die von der DBG in planerischer, kaufmännischer und organisatorischer Hinsicht unterstützt wird. Die Entscheidung über den Standort der BUGA 2015 steht kurz bevor; aus mehreren Interessenten sind seit Mitte Mai 2007 drei Kandidaten im Rennen. Die Bekanntgabe des Standortes wird voraussichtlich Ende Oktober 2007 erfolgen.

Investition in die Zukunft der Städte

Jede BUGA beinhaltet eine umfassende Freiraumplanung und -umgestaltung in den ausrichtenden Städten, die langfristigen regionalen Entwicklungszielen dient. Die Finanzierung erfolgt daher nicht ausschließlich durch die ausrichtende Stadt, sondern auch durch Landes-, Bundes- und EU-Mittel sowie Kooperationen mit der lokalen Wirtschaft. Eine BUGA führt stets zur Schaffung eines neuen öffentlichen Parks. Beispiele hierfür sind der Rheinauenpark in Bonn, der Stadtgarten in Karlsruhe und „Planten un Blomen“ in Hamburg, die alle ehemalige BUGA-Gelände sind. Im Jahr 2007 jährt sich die BUGA Köln zum 50. Mal, wobei der Rheinpark heute ein fester Bestandteil des öffentlichen Grüns der Stadt ist.

Die DBG verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung mit Bundesgartenschauen. Emunds erläutert den Bewerbungsprozess:

Für jede BUGA bewerben sich mehrere Kommunen oder Regionen. In der ersten Stufe erhalten wir in der Regel eine Vielzahl von Interessensbekundungen. Wir informieren dann die Interessenten über Details, geben die Bewerbungsunterlagen weiter, die wir dann zu gegebener Zeit zusammen mit einer Machbarkeitsstudie zurückbekommen. Die letzte Stufe ist dann schon ein sehr konkretes BUGA-Konzept, auf dessen Basis wir uns für eine Stadt entscheiden.

Jede BUGA stellt eine Investition in die Zukunft dar, deren Mittel sowohl kommunalpolitisch beschlossen als auch gegenüber Landes- und Bundesbehörden zu rechtfertigen sind. Im Durchschnitt liegt die Förderquote einer BUGA aus kommunaler Haushaltssicht bei etwa 60 Prozent, sodass rund 40 Prozent aus dem Stadthaushalt finanziert werden. Meiberth betont die Bedeutung einer frühzeitigen, stabilen politischen Beschlusslage und fordert ein solches Votum in der letzten Bewerbungsstufe ein.

An Argumenten für eine BUGA mangelt es nicht: Bei langfristiger Betrachtung ist jede BUGA ein erheblicher Gewinn für die Stadt bzw. Region. Die über den Halbjahres-Zeitraum der Schau hinaus wirkenden Leistungen einer BUGA für die lokale Wirtschaft, für den Tourismus und nicht zuletzt für die Lebensqualität der Bürger liegen weit höher als die Investitionen.

Nachhaltige Entwicklung durch Grünflächen

Hanns-Jürgen Redeker, Vorsitzender der DBG, unterstreicht die Bedeutung einer ökologisch nachhaltigen und ökonomisch sinnvollen Nachnutzung.

Wir legen größten Wert auf eine ökologisch nachhaltige und ökonomisch sinnvolle Nachnutzung. Es geht bei einer BUGA nicht vordergründig um gärtnerische Inhalte, vielmehr geht es um ein ganzes Bündel an gesellschaftlichen und sozialpolitischen Zielen. Jede BUGA schafft Arbeitsplätze, oft werden in Nähe der BUGA neue Baugebiete ausgewiesen, Parks angelegt, die Stadtteile miteinander verbinden, erfolgt die touristische Aufwertung einer Region und vieles mehr.

Die BUGA erweist sich in der längerfristigen Rückschau als Instrument der Stadt- und Regionalpolitik. Dr. Wolfgang Reiniger, Oberbürgermeister der Stadt Essen, bemerkt:

Blickt man heute auf die BUGA 1965 zurück, so sieht man, dass die BUGA eine bedeutende stadtentwicklungspolitische Weichenstellung war, die die Entwicklung Essens nachhaltig beeinflusst hat.

Auch Hamburg hat diese Erfahrung gemacht. Nach 1953, 1963 und 1973 wird die Hansestadt mit der IGS 2013 zum vierten Mal Standort einer Gartenschau sein. Ortwin Runde, Erster Bürgermeister, erklärte 2001 anlässlich des 50. Geburtstags der Bundesgartenschauen:

Von den Impulsen der Gartenschauen profitieren die Bürgerinnen und Bürger bis heute. Nach wie vor zählt der Grünzug um die Hamburger City zu den beliebtesten Grünanlagen unserer Stadt.

15.08.2007

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG)

Dürenstraße 44
53173Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 53980-0
Fax:+49 228 53980-9

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