Naturschutz

Neue Falle gegen Kirschessigfliege in Entwicklung

Ein deutsches Unternehmen entwickelt in Zusammenarbeit mit Forschenden eine spezielle Falle gegen die Kirschessigfliege. Diese soll den Schädling gezielt bekämpfen, ohne nützliche Insekten zu gefährden. Die DBU unterstützt das Projekt finanziell.

Innovative Falle gegen Kirschessigfliege: Gezielte Bekämpfung ohne Beifang

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), eine aus Asien stammende Art, breitet sich in Deutschland zunehmend aus und stellt eine Bedrohung für den Obst- und Weinbau dar. Befallene Flächen können zu vollständigen Ernteausfällen führen. Bisherige Bekämpfungsmethoden sind entweder ineffektiv oder schädigen auch nützliche Insekten.

Das Unternehmen 3win Maschinenbau aus Aachen entwickelt in Zusammenarbeit mit Forschenden der Universität Hohenheim eine spezielle Falle. Diese soll die Kirschessigfliege gezielt anlocken und abtöten. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt dieses Vorhaben fachlich und finanziell mit rund 300.000 Euro.

Zielgerichtet schützen wir so die Obst- und Rebenbestände vor dieser eingewanderten Art und schonen zeitgleich andere Insekten. Damit tragen wir zum Erhalt der Artenvielfalt bei und helfen den betroffenen Produzenten.

Dies erklärte Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der DBU.

Bisherige Ansätze zur Schädlingsbekämpfung sind laut DBU-Experte Dr. Holger Wurl unzureichend. Bekannte Abwehrmittel zeigen nicht die gewünschte Wirkung, und wirksame Bekämpfungsmittel gefährden oft nützliche Insekten wie Bienen, was die Biodiversität reduziert. Fallen wurden bislang hauptsächlich zur Beobachtung eingesetzt, da der Massenfang als zu kostspielig galt.

Die neue Falle soll die Kirschessigfliege gezielt bekämpfen, ohne andere Insekten zu beeinträchtigen. Mithilfe von Licht und Duftstoffen sollen die Schädlinge angelockt und anschließend durch einen kurzen Stromschlag abgetötet werden.

Massive Ernteausfälle durch den Schädling

Globalisierung und Klimawandel tragen dazu bei, dass sich Schädlinge aus anderen Regionen auch in Deutschland etablieren. Die Kirschessigfliege versetzt seit 2009 Winzer und Obstbauern in Deutschland in Sorge. Ihre hohe Vermehrungsrate und Vorliebe für zahlreiche Obstsorten haben sie zu einem der gefährlichsten Schädlinge in Europa gemacht. Sobald die Fliege ihre Eier in reifen Früchten abgelegt hat und sich Maden entwickeln, drohen Totalausfälle der Ernte. Im Jahr 2014 kam es in Deutschland zu erheblichen Ernteverlusten, allein in Mittelbaden beliefen sich die Einbußen auf drei Millionen Euro.

Schon heute ändern Obstbauern und Winzer wegen dieser Fliege ihre Anbaugewohnheiten. In Südeuropa werden die gefährdeten Herbsthimbeeren bereits nicht mehr angebaut. Damit der Erwerbsobstbau dauerhaft bestehen kann, ist es dringend notwendig, neue und gleichzeitig nachhaltige Produktionsverfahren zu entwickeln, die einen Beitrag zur ressourcenschonenden Produktion leisten und gleichzeitig wirtschaftlich sind.

Dies betonte Dagmar Wirtz, Geschäftsführerin von 3win Maschinenbau.

Vorteile für Anbaubetriebe, Verbraucher und Natur

In das Projekt sollen auch Praxisbetriebe mit Testflächen einbezogen werden. Ihre aktive Mitarbeit unterstreicht die Bedeutung der Fallenentwicklung für die Betroffenen, so Wahmhoff. Die Entwicklung eines umweltverträglichen Fallensystems entspricht zudem dem Ziel nachhaltiger Anbauverfahren.

Neben Obst- und Weinproduzenten profitieren auch Verbraucher, die bei erfolgreicher Umsetzung der Falle Lebensmittel erhalten, die nicht mit Bekämpfungsmitteln behandelt wurden. Gleichzeitig wird die Biodiversität gefördert.

Mit solchen Projekten wollen wir helfen, Boden, Biodiversität und Gewässerqualität zu sichern und dem Erwerbsobstbau Zukunftsperspektiven zu sichern. So stellen wir die Weichen dafür, dass auch nachfolgende Generationen in einem intakten Ökosystem leben können.

Dies erklärte Wahmhoff abschließend.

08.11.2017

Zurück