Schutz und Förderung von Nützlingen im Garten
Im Hausgarten sollte auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet werden. Gegen Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben oder weiße Fliegen kann Kaliseife eingesetzt werden. Kugel empfiehlt den gezielten Einsatz von Nützlingen. So helfen spezielle Nematoden gegen Larven des Dickmaulrüsslers. Für nützliche Insekten wie Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen ist eine ausreichende Nahrungsbasis im Garten wichtig.
Wir sind hier deshalb auch nicht auf einem Vernichtungsfeldzug, bei dem auch noch der letzte Schädling erfasst wird, sondern hinterlassen immer noch ausreichend viele Exemplare für unsere Nützlinge im Garten, sonst habe diese ja keine Nahrungsgrundlage mehr.
Pflanzenstärkung ist ein weiteres Mittel gegen Schädlinge. Hausmittel wie Ackerschachtelhalm- oder Brennnesselbrühe düngen und stärken Pflanzen. Verdünnt auf Blätter gespritzt, bildet sich eine Schutzschicht, die beispielsweise vor Pilzsporen schützt. Diese Wirkung lässt jedoch durch UV-Licht und Regen nach, weshalb eine Wiederholung der Behandlung nach zwei Wochen notwendig ist. Auf Herbizide sollte verzichtet werden; Unkraut wird am effektivsten durch manuelles Entfernen bekämpft.
Vielfältige Nahrungsquellen für Insekten schaffen
Insektenfreundliche Pflanzen dienen als Nahrungsquellen. Hierzu zählen Sommerflor, Staudenpflanzungen und blühende Gehölze. Eine ausgewogene Mischung ist dabei entscheidend, nicht jede einzelne Pflanze muss Nahrung bieten. Wer gefüllte Rosensorten im Garten hat, kann diese durch Wildrosen oder Heckenrosen ergänzen.
Besonders beliebt bei Bestäubern sind Salbei-Arten, Katzenminze und der Igelkopf (Echinaceae). Auch Thymian, Lavendel und Duftnesseln sind wertvolle Insektenpflanzen. Die Schmetterlingsvanille (Heliotropium arborescens) zieht Insekten mit ihrem Duft an. Als Herbstblüher bieten Bartblume und Efeu (in seiner Altersform) wichtige Nahrungsquellen für Bienen. Geeignete Blütengehölze sind Felsenbirnen, Hartriegel-Arten, Schmetterlingsflieder und Obstbaum-Sorten. Der Kirschlorbeer bietet Insekten nicht nur Blüten, sondern auch Blattnektar.
Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten bereitstellen
Insektenhotels können auf verschiedene Weisen gestaltet werden, beispielsweise aus Kaffeedosen, gefüllt mit hohlen Stängeln von Philadelphus (Gartenjasmin) oder Bambus. Die Größe der Bohrlöcher sollte an die Insekten angepasst sein:
Die dicksten heimischen Wildbienen sind Hummeln und die Blaue Holzbiene, die brauchen dann schon mal ein acht Millimeter große Loch. Die kleinsten Wildbienen kommen dagegen mit zwei Millimeter Durchmesser beim Wohnen aus.
Bei Holz als Material sollten die Bohrungen entlang der Holzfaser verlaufen, um Verletzungen der Bienen zu vermeiden. Insektenwohnungen werden an trockenen Orten mit freiem Anflug und idealerweise Richtung Morgen- oder Abendsonne aufgehängt. Nach etwa zwei bis drei Monaten werden die ersten Löcher von Insekten bezogen und verschlossen. Nach sechs bis acht Monaten schlüpfen die dort herangewachsenen Bienen. Etwa 50 Prozent der Wildbienen leben jedoch im Boden.
Ein Erd- und Steinhaufen mit Sand und altem Holz in einer Gartenecke bietet einen idealen Lebensraum für bodenbewohnende Insekten. Zudem empfiehlt Kugel, Gartenschuppen nicht vollständig abzudichten und Lücken am Giebel zu lassen. Solche Unterschlupfmöglichkeiten im Trockenen sind für die Überwinterung von Marienkäfern, Florfliegen, Schwebfliegen und Schmetterlingen wichtig.
