Kostenexplosion und fehlende Kompensation im Gartenbau
„Die Unternehmen im Gartenbau müssen mit einem Schlag massive Belastungen verkraften – sei es in der Produktion, Logistik oder Verpackung – die sich kaum durch höhere Preise kompensieren lassen werden.“
Dies kommentiert ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Er weist darauf hin, dass gleichzeitig Unterstützungen und Investitionsförderprogramme ausgesetzt werden. Die Bundesfachgruppe Gemüsebau warnt vor fehlenden Anpassungsmöglichkeiten für die Betriebe, da Vertragsverhandlungen für die kommende Saison, insbesondere in der Verarbeitung und im Lebensmitteleinzelhandel, teilweise bereits abgeschlossen sind. Die zu erwartenden Kostenerhöhungen werden direkt bei den Erzeugern ankommen.
Laura Lafuente, Geschäftsführerin der Bundesfachgruppe Gemüsebau, betont, dass im Freiland der Maschinenaufwand durch Boden- und Witterungsverhältnisse bestimmt wird. Sie sieht einen Zielkonflikt bei der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln: Betriebe, die auf intensivere Bodenbearbeitung und mechanische Unkrautbekämpfung umgestellt haben, um umweltschonender zu arbeiten, haben einen höheren Fahrbedarf, der nun bestraft werde.
Auswirkungen auf Obstbau und Zierpflanzenproduktion
„Erneut werden uns Knüppel zwischen die Beine geworfen.“
Ergänzt Joerg Hilbers, Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Obstbau. Er hebt hervor, dass die Agrardieselrückvergütung und die Befreiung der Kfz-Steuer für landwirtschaftliche Fahrzeuge wichtige Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebe sind. Bislang konnten sich Produzenten darauf verlassen, hier wie ihre europäischen Nachbarn behandelt zu werden. Sollte die Streichung dieser Maßnahmen erfolgen, rechnet Hilbers mit einem deutlich beschleunigten Strukturwandel.
Auch die Energieförderprogramme für den Gartenbau sind von den Haushaltsplänen betroffen. Gabriele Harring, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ), unterstreicht, dass neben dem Bundesprogramm Energieeffizienz auch die Antrags- und Zusagetätigkeit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für das Förderprogramm zur Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (295) ab sofort ausgesetzt ist. Dies werde deutliche Folgen für die Anpassungsmaßnahmen der gärtnerischen Betriebe haben.
