Die Preisträger und ihre Projekte
Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) hat die Preisträger des Deutschen Landschaftspflegepreises 2020 bekannt gegeben. Die Auszeichnung würdigt herausragende Leistungen im Erhalt und in der Entwicklung von Kulturlandschaften. Die Bekanntgabe erfolgte pandemiebedingt im Rahmen der Online-Mitgliederkonferenz des DVL. Der Preis wird seit 2005 jährlich verliehen und ist in den Kategorien „Innovative Projekte“ und „Engagierte Personen“ mit insgesamt 2.500 Euro dotiert.
Der DVL ist der Dachverband von 181 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland, darunter Landschaftspflegeverbände, Landschaftspflegevereine, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen und Biologische Stationen. Er lobt den Preis für Projekte sowie das Engagement von Privatpersonen und Unternehmen aus.
Ausgezeichnete Projekte
In der Kategorie „Innovative Projekte“ ging der erste Preis an die Agrargenossenschaft Groß Machnow eG und den Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg. Sie wurden für den Aufbau eines Biotopverbunds durch großflächige betriebsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen gewürdigt. Der zweite Preis in dieser Kategorie wurde dem Projekt Dorf.Bio.Top! der Biologischen Stationen der Kreise Düren und Euskirchen sowie der StädteRegion Aachen verliehen.
Kompensationsmaßnahme Zülowniederung
Die Agrargenossenschaft Groß Machnow verantwortet in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg die größte zusammenhängende Kompensationsmaßnahme für den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER). Das seit 2013 umgesetzte Projekt in der Zülowniederung zwischen Rangsdorf, Mittenwalde und Zossen umfasst über 1.000 Hektar, die hauptsächlich auf Ackerflächen in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben umgesetzt werden. Dies stellt eine Pionierleistung für die Anlage großer Biotopverbundsysteme durch großflächige betriebsintegrierte Kompensation dar. Durch die ökologische Aufwertung von Gewässern, Wäldern, Hecken und Baumreihen entsteht ein Natur- und Erholungsraum von über 2.500 Hektar.
Dorf.Bio.Top!
Das Projekt Dorf.Bio.Top! wurde von den Biologischen Stationen der Kreise Düren, Euskirchen und der StädteRegion Aachen in der LEADER-Region Eifel initiiert. Ziel ist es, dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken, der durch zunehmende Verstädterung, die Auslagerung bäuerlicher Betriebe und den Verlust traditioneller Kenntnisse zum Erhalt der Kulturlandschaft entsteht. Durch die Gewinnung regionalen Saatgutes, Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie die Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements wird der Lebensraum Dorf als Teil der Kulturlandschaft wiederbelebt. Dorf.Bio.Top! wurde bereits 2018 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.
Engagierte Personen
In der Kategorie „Engagierte Personen“ erhielt Sebastian Petri (Moorhof/Kremmen, Brandenburg) den ersten Preis. Der zweite Preis ging an Dieter Haag (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg).
Sebastian Petri
Sebastian Petri engagiert sich für eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen des Rhinluchs. Als Moor-Klimawirt bewirtschaftet er ehemals entwässerte Moore mit innovativer Technik. Er setzt sich für die Reaktivierung von Mooren als Kohlenstoff- und Wasserspeicher ein und ist Halter einer Wasserbüffelherde. Um moorerhaltende und klimafreundliche Nutzungsformen zu etablieren, entwickelt er praktische Lösungsansätze zur Verwertung feuchter Moorbiomasse. Zudem wirkt der Junglandwirt als Multiplikator für die Vermittlung landschaftspflegerischen Wissens.
Dieter Haag
Dieter Haag ist Schaf- und Ziegenhalter und leistet durch Weidetierhaltung einen Beitrag zum Erhalt der Landschaft des Kochertals. In Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis trägt er mit seinen Söhnen zur Offenhaltung ehemaliger Weinberglagen an bis zu 200 Meter aufragenden Steilhängen bei. Die Beweidung schafft zudem ein großflächiges Verbundsystem, das zur Erhöhung der Artenvielfalt beiträgt.
Weitere Informationen zu den Preisträgern sowie ab Mitte Januar 2021 Filmportraits sind online verfügbar.


