Naturschutz

Deutsches Trinkwasser: Qualität weiterhin auf hohem Niveau

Der aktuelle Bericht des Umweltbundesamtes bestätigt die exzellente Qualität des deutschen Trinkwassers. Grenzwertüberschreitungen sind selten, und der Nitratgehalt liegt stabil unter den Vorgaben. Dies macht Leitungswasser zu einer sicheren und kostengünstigen Alternative.

Hintergrund und aktuelle Ergebnisse zur Trinkwasserqualität

Trinkwasser aus zentralen Versorgungsanlagen in Deutschland weist eine sehr gute Qualität auf. Dies geht aus dem aktuellen Bericht zur Trinkwasserqualität des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Grenzwertüberschreitungen sind demnach weiterhin die Ausnahme.

Auch der Nitratgehalt im Trinkwasser liegt seit mehreren Jahren unterhalb des Grenzwertes, obwohl Nitrat im Grundwasser, insbesondere in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten, teilweise in hohen Konzentrationen vorkommt. Mindestens 99 Prozent der überwachten Proben erfüllen die strengen rechtlichen Vorgaben hinsichtlich mikrobiologischer und chemischer Qualitätsanforderungen. Grundlage hierfür sind die Meldungen der Bundesländer an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das UBA.

Das Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken trinken – insbesondere aus größeren Wasserversorgungen ist es flächendeckend sogar von exzellenter Qualität. Außerdem wird es anders als Flaschenwasser sehr häufig kontrolliert – zum Teil gar täglich. Trinkwasser aus dem Hahn ist auch billiger: Ein Zweipersonenhaushalt zahlt in Deutschland im Mittel pro Person für die Verwendung von täglich 121 Litern Trinkwasser 27 Cent pro Tag. Ein einziger Liter Mineralwasser kostet in der Regel deutlich mehr.

Der aktuelle UBA-Bericht umfasst die Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 2011 bis 2013 von größeren Wasserversorgungen, die rund 90 Prozent der deutschen Bevölkerung beliefern. Die Daten bestätigen einen rückläufigen Trend bei Nitrat, das aus Kunstdünger und Gülle ins Grundwasser gelangen kann. Während 1999 noch 1,1 Prozent der Proben die Grenzwerte überschritten, liegt dieser Anteil seit 2009 bei nahezu null Prozent.

Diese Daten zum Nitratgehalt im Trinkwasser lassen jedoch keine Rückschlüsse auf den Nitratgehalt im Grundwasser oder in Gewässern zu. Dort kann die Nitratkonzentration aufgrund landwirtschaftlicher Düngeaktivitäten ansteigen.

Nitratbelastung im Grundwasser und die Rolle der Landwirtschaft

Das Trinkwasser selbst ist nahezu überall unbelastet. Nur ein Promille der Trinkwasserproben aus größeren Versorgungsanlagen in Deutschland überschreitet den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Die Wasserversorger stellen die Einhaltung des Grenzwertes sicher, indem sie zu stark belastetes Grundwasser bei Bedarf mit unbelastetem Wasser verdünnen.

Wir müssen unser Grundwasser besser schützen – und dazu vor allem die Nitrateinträge aus der Landwirtschaft senken. Immer mehr Wasserversorger befürchten nämlich, dass in ihrer Nähe bald nicht mehr genügend unbelastetes Grundwasser für die Trinkwassergewinnung bleibt. Dann müssten diese Wasserversorger das Nitrat technisch aus dem Grundwasser entfernen oder von weit herholen. Im Extremfall könnte das pro Kubikmeter Wasser (das sind 1000 Liter) rund einen Euro mehr für uns Verbraucherinnen und Verbraucher auf der Wasserrechnung bedeuten.

Ein Zweipersonenhaushalt mit 80 m² könnte dann statt durchschnittlich 95 Euro pro Jahr eher 140 Euro zahlen.

Schwermetalle und veraltete Installationen

Grenzwertüberschreitungen für das Schwermetall Blei sind selten und treten in weniger als 0,1 Prozent der Proben auf. Ursache hierfür sind in der Regel bleihaltige Leitungen oder Armaturen in Gebäuden. Veraltete Installationen können auch zu erhöhten Werten von Kupfer, Nickel und Cadmium im Wasser führen. Hier hilft der Einbau zertifizierter Leitungen und Armaturen.

Seit dem 1. Dezember 2013 gilt für Blei ein Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Liter Trinkwasser. Betreiber von Wasserversorgungsanlagen sind verpflichtet, über vorhandenes Blei in ihrer Anlage zu informieren, auch wenn der Grenzwert eingehalten wird.

Überwachung und weitere Stoffe

Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, alle drei Jahre einen Trinkwasserbericht vorzulegen. In Deutschland betrifft dies rund 2.460 Wasserversorgungsgebiete, die durchschnittlich mehr als 1.000 Kubikmeter Wasser pro Tag liefern oder mehr als 5.000 Personen versorgen. Die Richtlinie regelt die Qualitätsanforderungen für die Überwachung von 26 chemischen und zwei mikrobiologischen Parametern zur Beurteilung der gesundheitlichen Eignung des Trinkwassers.

Trinkwasser kann weitere Stoffe enthalten, wie zum Beispiel Fluorid aus dem natürlichen Gesteinsuntergrund oder Spuren von Süßstoffen, Komplexbildnern aus Geschirrspülmitteln oder Flammschutzmitteln. Diese treten meist vereinzelt und in sehr geringen Konzentrationen auf. Das UBA sieht daher keinen Nutzen in einer flächendeckenden und kontinuierlichen Prüfung des Trinkwassers auf diese Vielzahl weiterer Stoffe. Stattdessen wird bei selten und regional unterschiedlich auftretenden Stoffen einzelfallbezogen geprüft, ob ein gesundheitliches Risiko besteht und eine dauerhafte Überwachung sinnvoll ist.

Das Umweltbundesamt berät hierbei die örtlichen Gesundheitsämter, Wasserversorger sowie Bürger. Informationen zur lokalen Trinkwasserqualität sind oft tagesaktuell bei den Wasserversorgern, auch im Internet, erhältlich.

12.02.2015

Zurück