Wichtige Finanzierung für den globalen Naturschutz
Deutschland leistet einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung des Global Biodiversity Framework Fund (GBFF). Bundesumweltministerin Steffi Lemke kündigte in New York die Einzahlung von 40 Millionen Euro an. Dieser Betrag soll den Fonds gemeinsam mit Beiträgen aus Kanada und dem Vereinigten Königreich in Betrieb nehmen.
Der GBFF wurde als Ergebnis der Weltnaturkonferenz in Montreal Ende letzten Jahres ins Leben gerufen. Ziel ist die Umsetzung des globalen Naturschutzabkommens, das den Schutz, die nachhaltige Nutzung und die Wiederherstellung der Natur vorsieht.
Jetzt geht es an die Umsetzung des globalen Naturschutzabkommens. Das funktioniert in vielen Ländern nur mithilfe finanzieller Unterstützung. Deshalb ist es so wichtig, dass mit dem deutschen Beitrag in Höhe von 40 Millionen Euro der Globale Naturschutzfonds noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen kann. Damit kommen wir dem Hauptziel des Weltnaturschutz-Abkommens einen Schritt näher, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresfläche bis 2030 unter effektiven Schutz zu stellen.
Zusätzlich zur GBFF-Einzahlung wurden weitere Zusagen gemacht. Dazu gehören 10 Millionen Euro für die „NBSAP Accelerator Partnership“, die Länder bei der Umsetzung ihrer Biodiversitätsstrategien unterstützt, sowie 15 Millionen Euro für eine Initiative zur Verbesserung der Datenbereitstellung im Naturschutz.
Diese Zahlungen tragen zu den VN-Nachhaltigkeitszielen 14 (Leben unter Wasser) und 15 (Leben an Land [Biodiversität]) bei.
Hintergrund des Weltnaturschutz-Abkommens (Montreal-Kunming-Abkommen)
Das Abkommen wurde am 19. Dezember 2022 auf der Weltnaturkonferenz in Montreal beschlossen. Es beinhaltet das Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Weiterhin sollen die Gefährdung durch Pestizide und gefährliche Chemikalien bis 2030 halbiert und umweltschädliche Subventionen in Höhe von 500 Milliarden Dollar abgebaut werden.
Ein Monitoringrahmen mit einheitlichen Indikatoren soll die Fortschritte überwachen und Anpassungen ermöglichen, falls Ziele nicht erreicht werden. Länder des globalen Südens sollen bis 2025 jährlich mit 20 Milliarden US-Dollar und bis 2030 mit 30 Milliarden US-Dollar bei der Umsetzung unterstützt werden.
Um den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen, wurden vier langfristige Ziele bis 2050 und 23 mittelfristige Ziele bis 2030 festgelegt. Dazu zählen die Halbierung der Lebensmittelverschwendung und der Verbreitung invasiver Arten bis 2030. Staaten sollen zudem Unternehmen und Finanzinstitutionen dazu anhalten, Aktivitäten offenzulegen, die sich schädlich auf die biologische Vielfalt auswirken.
Hintergrund des Global Biodiversity Framework Fund (GBFF)
Die Einrichtung des GBFF war ein Ergebnis der CBD COP 15. Der Fonds soll die Umsetzung des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) unterstützen. Der Erhalt der globalen biologischen Vielfalt sowie die Finanzierung und Umsetzung des GBF sind politische Prioritäten des Bundesumweltministeriums (BMUV) und der Bundesregierung.
Der Koalitionsvertrag der 20. Legislaturperiode sieht eine erhebliche Erhöhung des deutschen finanziellen Engagements zur Umsetzung des globalen Rahmens vor. Der GBFF wurde Ende August bei der 7. Generalversammlung der Globalen Umweltfazilität (GEF) ratifiziert.
Für die Arbeitsaufnahme des GBFF bis Ende 2023 waren Zusagen von 200 Millionen US-Dollar von drei Geberländern erforderlich. Nach den Zusagen Kanadas und des Vereinigten Königreichs ermöglicht die Bereitstellung von 40 Millionen Euro (ca. 43,3 Mio. USD) durch das BMUV die Handlungsfähigkeit des GBFF.
