Die 9er-Serie von DEVELON verdeutlicht, warum intelligente Maschinen so wichtig sind

Bauhöfe - Baustelle

Die Sicherheit von Baumaschinen basierte traditionell auf drei miteinander verbundenen Elementen: der Maschinenkonstruktion, der Kompetenz des Bedieners und dem disziplinierten Verhalten auf der Baustelle. Durch die zunehmende Komplexität der Baustellen kommen diese Grundvoraussetzungen an ihre Grenzen.

Die Interaktion mit Fußgängern zählt dabei zu den größten Risiken. Bagger und andere schwere Maschinen arbeiten standardmäßig in der Nähe von Bodenpersonal, anderen Geräten und temporären Bauten, oft unter beengten Platzverhältnissen und wechselnden Verkehrsströmen. Kommt es zu einer Kollision, können die Folgen schwerwiegend sein. „Zusammenstöße mit Fußgängern zählen zu den gefährlichsten Unfällen“, sagt Stephane Dieu, Produktmanager für DEVELON-Bagger in Europa. „Angesichts der Größe und des Gewichts dieser Maschinen sind die Folgen oft kritisch und können tödlich sein. Ich sehe darin das wahrscheinlich größte Sicherheitsrisiko.“

Die Sicherheitsleistung ist in der Branche ebenfalls uneinheitlich. Große Bauunternehmen arbeiten üblicherweise mit detaillierten Verfahrensweisen und Sperrzonen, während kleinere Betriebe häufig über weniger Ressourcen und ältere Fahrzeugflotten verfügen. Regeln verringern das Risiko, können aber nicht jede unvorhersehbare Bewegung ausschließen.

Die Grenzen der Sichtbarkeit

Die Konstruktion von Maschinen birgt einige unvermeidbare Herausforderungen hinsichtlich der Sichtverhältnisse. Verbesserungen an der Kabine haben zwar geholfen, aber es ist nicht möglich, bei einer großen, sich bewegenden Maschine jeden Winkel direkt einzusehen. „Das Verhalten von Personen in der Nähe der Maschine ist ein wesentlicher Teil des Problems“, sagt Dieu. „Wenn niemand den Arbeitsbereich betreten würde, würden viele Unfälle nicht passieren. Aber der Baggerführer kann beispielsweise nicht alles auf der rechten Seite einsehen”, weiß der Produktmanager und schließt an: „Kameras sind natürlich hilfreich – allerdings kann man sich bei Regen, winterlichen Bedingungen oder Staub nicht in jeder Situation allein auf das Kamerabild verlassen.“

Die Frage ist, ob es für eine Person möglich ist, die Maschine zu bedienen, mehrere Informationsquellen zu überwachen und während einer kompletten Schicht die Bewegungen aller Personen in der Nähe vorherzusehen. Müdigkeit, schlechtes Wetter und Ablenkung verringern diesen Sicherheitsspielraum höchstwahrscheinlich. Zusätzliche Sensortechnologie könnte die Lösung sein; eine 360-Grad-Ansicht, die mehrere Kamerabilder kombiniert, mit künstlicher Intelligenz, die in der Lage ist, Personen darin zu identifizieren. Zusammen mit Radar, das zusätzlich Entfernungsinformationen liefert, würden diese Technologien Informationen liefern, die Spiegel, Fenster oder eine herkömmliche Rückfahrkamera nicht liefern können.

Von der Warnung zur Intervention

Jahrelang war ein Großteil der Sicherheitstechnik auf Baustellen passiv – sie zeigte ein Bild an, löste einen Alarm aus oder lieferte Informationen, sodass der Bediener das Risiko interpretieren und darauf reagieren musste. Dies ist zwar wertvoll, aber die Richtung hat sich hin zu Systemen entwickelt, die in der Lage sind, die Reaktion selbst zu unterstützen. „Der Einfluss der Automobilindustrie ist stark“, sagt Dieu. „Autos können andere Fahrzeuge im toten Winkel erkennen und unter bestimmten Umständen automatisch bremsen. Diese Technologien finden zunehmend auch in Baumaschinen Anwendung.“ Laut Dieu besteht ein großer Bedarf an unterstützenden Systemen, “denn selbst der beste Bediener kann sich nicht acht Stunden am Tag voll konzentrieren”, weiß der Produktmanager.

Eine Warnung kann übersehen oder zu spät übermittelt werden. Aktives Eingreifen bietet zusätzlichen Schutz, sobald eine Gefahr einen definierten Schwellenwert erreicht. Dies sollte nicht das Urteilsvermögen des Bedieners oder die Kontrollmechanismen vor Ort ersetzen, es bietet aber eine letzte Möglichkeit, die Kette zu unterbrechen, die zu einem Zwischenfall führen kann.

Dieses Prinzip lässt sich im E-Stop-System von DEVELON erkennen, das nun für die Raupenbagger der Serie 9 angeboten wird. Sechs hochauflösende Kameras erzeugen ein kombiniertes Rundumbild, wobei eine Software Personen von anderen Objekten unterscheidet. Drei Radarsensoren ermöglichen eine präzise Entfernungsmessung über einen Bereich von 330 Grad um die Maschine herum und decken so die wichtigsten toten Winkel ab.

Selektives Handeln in der Gefahrenzone

Wirksames Eingreifen erfordert mehr als nur die Möglichkeit zum Anhalten. Auf einer Baustelle im laufenden Betrieb könnte ein System, das wahllos auf Abraumhalden, Bauwerke oder Maschinen in der Nähe reagiert, den normalen Arbeitsablauf so häufig unterbrechen, dass die Bediener das Vertrauen darin verlören. Selektivität ist daher sowohl für die Sicherheit als auch für die fortgesetzte Produktivität von zentraler Bedeutung. „Das System kann einen Baum, einen großen Stein oder eine andere Maschine erkennen, sodass der Bediener diese Objekte stets im Blick hat“, erklärt Dieu und konkretisiert: „Die automatische Not-Aus-Funktion konzentriert sich jedoch auf Personen. Die Software analysiert das Bild, erkennt einen Fußgänger und kombiniert diese Information mit der per Radar gemessenen Entfernung.“ Bei sechs Metern verlangsamt sich die Maschine zunächst, bei vier Metern werden Schwenk- und Rückwärtsbewegungen gestoppt.

Diese gestaffelte Reaktion schafft Zeit, eine Gefahrenquelle zu beseitigen, bevor die Arbeiten vollständig eingestellt werden. Im äußeren Bereich erfolgen visuelle und akustische Warnsignale, darunter eine externe Warnung. Entfernt sich die Person, können die Arbeiten fortgesetzt werden. Das System greift nur dann vollständig ein, wenn das Risiko in die innere Zone eindringt.

Die Technologie adressiert definierte Bewegungsabläufe, anstatt sich als Universallösung zu präsentieren. Ihre Automatisierungsfunktion konzentriert sich auf Schwenk- und Rückwärtsbewegungen, bei denen die toten Winkel besonders ausgeprägt sind. Sie ist als Teil eines umfassenderen Sicherheitssystems konzipiert – und kein Grund, Sperrzonen, Kommunikation oder Überwachung zu vernachlässigen.

Sicherheit ohne Produktivitätseinbußen

Die Glaubwürdigkeit eines jeden neuen Sicherheitssystems hängt davon ab, wie es sich im praktischen Einsatz verhält. Häufige Fehlalarme und unnötige Stopps können Arbeitsabläufe stören, die Bediener frustrieren und zu Umgehungslösungen verleiten. Eine Lösung kann technisch leistungsfähig sein, aber in der Praxis scheitern, wenn sie nicht zum Arbeitsablauf passt.

Dieu beschreibt DEVELONs Tests von E-Stop mit Bauunternehmen und Betreibern in Frankreich. Das ermutigendste Feedback, sagt er, war nicht, dass das System die Aufmerksamkeit des Bedieners in Anspruch nahm, sondern dass es im Normalbetrieb in den Hintergrund trat. „Nach einer Woche sagte uns der Bediener: ‚Ich denke gar nicht mehr darüber nach, weil es meine Arbeitsweise nicht stört. Ich kann wie gewohnt arbeiten, aber ich weiß, dass die Maschine mich beobachtet und mir bei Bedarf hilft‘“, erläutert Dieu und ergänzt: „Das gibt dem Bediener mehr Sicherheit und ermöglicht ihm, sich stärker auf die Aufgabe zu konzentrieren, während er gleichzeitig die Verantwortung für die Sicherheit behält.“ Ein nützlicher Verhaltenseffekt zeigt sich auch außerhalb der Fahrerkabine, da das externe Warnsignal eine ansonsten unsichtbare Grenze sehr real werden lässt.

Unfälle kosten Geld und Ansehen

Die Vermeidung von Verletzungen allein rechtfertigt bereits die Verbesserung der Sicherheit. Dennoch erklären die betrieblichen Folgen eines Vorfalls, warum Sicherheit zunehmend als Maßstab für die Unternehmensleistung betrachtet wird.

Ein schwerer Unfall kann ein Projekt zum Stillstand bringen, Ausrüstung beschädigen, Ermittlungen auslösen und das Versicherungsrisiko erhöhen. Andererseits kann eine gute Sicherheitsbilanz die Präqualifizierung unterstützen und Auftragnehmern helfen zu beweisen, dass sie komplexe Arbeiten verantwortungsvoll bewältigen können. „Der Schutz von Menschen hat oberste Priorität, aber die Kosten eines schweren Unfalls sind enorm“, sagt Dieu. „Wenn ein System auch nur einen einzigen schweren Vorfall verhindert, können die eingesparten Kosten die Investition bei vielen Maschinen übersteigen. Sicherheitstechnologie hat also sowohl einen realen wirtschaftlichen als auch einen menschlichen Wert.“

Die Argumente für eine Einführung variieren selbstverständlich je nach Flottengröße, Einsatzgebiet und Fußgängeraufkommen. Mietparks und große Auftragnehmer könnten eine Vorreiterrolle einnehmen, indem sie die Anforderungen für ihre Fahrzeugflotten standardisieren.

Technologie als Teil der Sicherheitskultur

Die Entwicklung hin zu intelligenten Eingriffen wird sowohl von Auftragnehmern als auch von Herstellern maßgeblich geprägt. Große Betreiber von Anlagen beteiligen sich zunehmend an Tests, legen Technologieanforderungen fest und teilen Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit der Systeme unter realen Bedingungen. In Frankreich hat die von der Industrie initiierte Erprobung von Antikollisionssystemen dazu beigetragen, aus einem ambitionierten Vorhaben eine sehr praxisnahe Diskussion über Erkennungsgenauigkeit, Bremsverhalten und Akzeptanz durch die Bediener zu entwickeln. Die Maschinenspezifikationen beginnen nun, diesen Wandel widerzuspiegeln.

DEVELON hat sein Smart All-Around View Monitoring-System - einschließlich Personenerkennung - bei den Baggern seiner Serie 9 zur Standardausstattung gemacht, während der Not-Aus-Schalter weiterhin eine Option darstellt, die zusätzliche Radarsensoren und Software erfordert. Diese Unterscheidung verdeutlicht einen wahrscheinlichen Weg für den gesamten Markt: Zunächst werden fortschrittliche Transparenz und Erkennung als selbstverständlich angesehen, gefolgt von einer breiteren Anwendung von Interventionsmaßnahmen, sobald Vertrauen und Nachfrage wachsen. „Ich bin der Ansicht, dass Antikollisionssysteme innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre zur Standardausstattung auf Baustellen gehören werden“, sagt Dieu. Er verweist darauf, dass bei einigen Projekte heute schon 3D-Maschinensteuerung vorgeschrieben ist, dies könnte künftig auch bei Antikollisionssystem der Fall sein.

„Das anfängliche Interesse wird von großen Bauunternehmen und Mietparks kommen, aber mit steigendem Volumen werden die Kosten sinken und die Technologie in mehr Maschinen integriert werden”, erwartet Produktmanager Dieu. Keine Technologie kann glaubhaft eine unfallfreie Baustelle garantieren. Das realistische Ziel lautet, die Fälle zu reduzieren, in denen eine verpasste Sichtlinie oder ein Moment der Unaufmerksamkeit direkt zu einem Schaden führt.

Deshalb, schließt Dieu, sind intelligente Maschinen so wichtig. Und je vernetzter und intelligenter die Prävention wird, desto weniger werden schwere Zwischenfälle als unvermeidbares Merkmal des Tiefbaus betrachtet, sondern vielmehr als Ereignisse, die die Branche mit ihren Mitteln und ihrer Pflicht verhindern kann.

Weitere Informationen:

HD Hyundai Infracore Europe s.r.o

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